Die Ausgangsposition ist klar – und für den BVB nach der Heimniederlage gegen Tottenham äußerst schwierig: Die „Spurs“ werden sich von Apoel Nikosia nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lassen und als Gruppensieger ins Achtelfinale der UEFA Youth League einziehen. Um sich als Tabellenzweiter für die Play-offs zu qualifizieren, benötigen die Schwarz-Gelben (9 Punkte) am Mittwoch (18 Uhr, live bei Sport1) ein Unentschieden im Estadio Alfredo di Stefano in Madrid gegen die „Königlichen“ (7 Punkte).

Trainer Benjamin Hoffmann erwartet eine „Herkulesaufgabe“. „Real wird alles versuchen und eine Top-Mannschaft aufbieten, um uns zu besiegen“, mutmaßt der BVB-Trainer. Mit dieser Einschätzung liegt er richtig. Denn in Spanien besitzt die Youth League einen hohen Stellenwert, und wenn die Madrilenen - im letzten Jahr noch im Halbfinale - an Borussia scheitern sollten, würde das nicht ohne Folgen bleiben.

Im Hinspiel feierten die Schwarz-Gelben in einer spektakulären Partie einen überraschenden 5:3-Erfolg. „Da hatten wir aber einen mit Jakob Bruun Larsen, Alexander Isak und Jadon Sancho erstklassig besetzten Angriff“, relativiert Hoffmann das Ergebnis. Eine solch exzellente Offensive steht ihm heute nicht zur Verfügung. Larsen laboriert seit dem Tottenham-Spiel an einer mittelschweren Knieverletzung und muss voraussichtlich bis Februar pausieren, und Isak steht vermutlich im Profi-Kader.

Nur Jadon Sancho im U19-Kader

Während Hoffmann erwartet, dass sich die „Königlichen“ mit Jung-Stars aus der zweiten Mannschaft verstärken, rücken in den BVB-Kader mit Amos Pieper und Anargyros Kampetsis zwei U23-Feldspieler, die in der Regionalliga – wenn überhaupt – nur zu Kurzeinsätzen kommen. Einzig der für die Champions League nicht spielberechtigte Jadon Sancho wird demnach eine echte Bereicherung für die Borussia.

Dennoch lebt die Hoffnung auf eine ähnliche Überraschung wie im vergangenen Jahr, als die Schwarz-Gelben sogar in Unterzahl einen Sieg bei den allerdings schon als Gruppensieger feststehenden Madrilenen feierten. „Ich will immer gewinnen, auch das Spiel in Madrid“, gibt sich Hoffmann kämpferisch. Den einen oder anderen Stammspieler wird er mit Blick auf das auf Sonntag, 10. Dezember (Anstoß 11 Uhr NLZ Brackel), verlegte Bundesliga-Duell mit dem SC Paderborn schonen. Dominik Wanner und Tobias Raschl zum Beispiel sind in Dortmund geblieben, um den aus ihren Verletzungspausen bedingten Trainingsrückstand aufzuholen. Niki Beste fehlt ohnehin wegen seiner Sprunggelenk-Blessur.

In Madrid wird vor allem eine kompakte Defensive gefragt sein. Dani Gomez (6 Tore), Miguel Perez und Pedro (beide 3) gehören zu den besten Spielern der bisherigen Youth-League-Saison. Da erwartet Pieper, Schwermann und Co. Schwerstarbeit.

(wiwi)