Lange sah es nach einem ungefährdeten Erfolg unserer U19 aus, doch weil sie sich selbst das Leben schwer gemacht und einige hochkarätige Möglichkeiten hatte liegen lassen, quälte sie sich am Ende zu einem knappen 3:2-Sieg gegen Arminia Bielefeld.

Letztlich waren es drei wichtige Punkte. Weil die Verfolger 1. FC Köln (0:2 gegen Schalke 04) und Bayer Leverkusen (1:3 beim MSV Duisburg) ihre Spiele zum Bundesliga-Wiederbeginn verloren haben, setzte sich das Spitzen-Trio vom Rest der Liga ein wenig ab. Schalke – mit zwei Spielen im Rückstand - führt mit 33 Punkten die Tabelle vor dem BVB (33) und dem VfLBochum (31) an. Duisburg als neuer Vierter liegt bereits sieben Zähler hinter den Schwarz-Gelben.

„Wir sind zu sorglos“, ärgerte sich Nachwuchsleiter Edwin Boekamp schon während der Partie über sich häufende Flüchtigkeitsfehler und hatte die Gegentreffer fast vorausgeahnt. Benjamin Hoffmann befand nach dem Abpfiff, „dass wir uns von Bielefelds Lethargie haben anstecken lassen.“ Das Gesamt-Resümee des Trainers indes fiel positiv aus: „Das war ein ordentlicher Auftakt. Wir haben uns vorn gut bewegt, viele Chancen herausgespielt und in der Defensive sauber gearbeitet.“

Geschenkte“ Gegentreffer

Nach dem Studium der Video-Aufzeichnung kam er auch zu einer anderen Bewertung der Bielefelder Tore: „Der Elfmeter gegen uns war total unberechtigt, weil sich Arminias Spieler in Tim Sechelmann und Niki Beste hatte fallen lassen, und dem zweiten Treffer ging ein klares Foul an Luca Kilian voraus. In diesen Situationen sind die Bielefelder bevorteilt worden.“ Unter dem Strich, folgerte Hoffmann, seien der Mannschaft „keine großen Vorwürfe zu machen“.

Tatsächlich spiegelte das knappe Ergebnis den Spielverlauf in keiner Weise wider. Schwarz-Gelb registrierte gefühlte 80 Prozent Ballbesitz und dominierte die mit den Ex-Borussen Uwe Grauer als Trainer und dem in der Winterpause gewechselten Jan Stuhldreier in der Anfangsformation angetretenen Ostwestfalen. Die spätere Problematik deutete sich schon in der 3. Minute an, als Emre Aydinel die erste von Jano Baxmann klug vorbereitete Großchance vergab. „Uns fehlten mitunter Zielstrebigkeit und Kaltschnäuzigkeit im Abschluss“, monierte Hoffmann. Diese Defizite zogen sich wie ein roter Faden durch einseitige erste 75 Minuten.

Hohe Führung verpasst

Nachdem Enrique Pena Zauner, der zur zweiten Halbzeit für den von einem grippalen Infekt geschwächten Hüseyin Bulut eingewechselt worden war, mit seinem ersten Ballkontakt die vorher von Aydinel und Bulut herausgeschossene Führung auf 3:0 ausgebaut hatte, schienen weitere BVB-Tore nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch Baxmann, Aydinel, Wanner und Pena Zauner, später auch Kyeremateng und Besong vergaben reichlich Einschussmöglichkeiten.

Der erste richtig gefährliche Arminen-Angriff führte zum von Schiedsrichter Tim Pelzer begünstigten Anschlusstreffer, als er nach dem „Faller“ von Monteiro-Mendes auf Elfmeter entschied und Siya den Strafstoß sicher verwandelte (70.). Zwar übernahmen die Borussen postwendend wieder das Kommando, doch das vierte Tor wollte nicht mehr glücken. Vielmehr machte es Monteiro-Mendes mit dem 2:3 noch einmal unnötig spannend.

Sergio Gomez vor Debüt

„Ich hoffe, dass wir schnell wieder zur Konzentration und Wachsamkeit finden,“ resümierte Benjamin Hoffmann. Denn schon am kommenden Sonntag steht für unsere U19 eine Standortbestimmung im Gastspiel bei RW Oberhausen an. Dann soll – so jedenfalls der Plan der Verantwortlichen – der vom FC Barcelona zum BVB transferierte Sergio Gomez sein Debüt geben.

Borussia: Hawryluk – von Cysewski, Kilian, Sechelmann (70. Kopacz), Beste – Schwermann, Osterhage – Baxmann (70. Kyeremateng), Bulut (46. Pena Zauner), Wanner – Aydinel (80. Besong).

Wilfried Wittke