Die Vorfreude ist da, die Aufgabe lösbar, aber der Respekt vor dem Gegner groß: Unsere U19 biegt mit einem Drei-Punkte-Vorsprung gegenüber dem VfL Bochum auf die Zielgerade der Saison ein und hat sich sehr konzentriert auf die Partie am Samstag beim MSV Duisburg (Anstoß 14 Uhr) vorbereitet.

Aber Benjamin Hoffmann hebt warnend den Zeigefinger. „Der MSV hat 21 seiner 28 Punkte zu Hause geholt, fast alle Top-Teams haben in Duisburg Federn gelassen“, verweist der Meistertrainer auf die beachtlichen Heimresultate der Gastgeber. Schalke und der 1. FC Köln mussten sich mit einem 0:0 begnügen. Düsseldorf unterlag 0:3 und Leverkusen 1:3 im Stadion an der Westender Straße. Den Meiderichern fehlen Samstag allerdings in Angreifer Cem Sabanci und Innenverteidiger Vincent Gembalies, die beim letzten 0:1 in Paderborn des Feldes verwiesen worden sind, zwei wichtige Stammkräfte. Borussias Abwehr darf vor allem Jan Niklas Pia nicht aus dem Auge verlieren. Der Stürmer erzielte bisher 13 Saisontreffer und belegt in der Torschützenliste den vierten Platz.

Im Hinspiel behielt der BVB mit 2:0 die Oberhand, und mit diesem Ergebnis waren die „Zebras“ bestens bedient. Hoffmann erinnert sich: „Wir waren selten so deutlich überlegen wie in dieser Partie. Aber das müssen die Jungs aus ihren Hinterköpfen kriegen. Uns erwartet ein ganz anderer, ein hoch motivierter Gegner. Wir müssen dagegenhalten und uns komplett auf die äußeren Bedingungen einlassen, wie einen vermutlich etwas ramponierten Rasenplatz, auf dem vorher noch die U17 des MSV spielt.“

Torjäger Emre Aydinel fehlt

Eine prima Mentalität hatten die Jungs zuletzt gegen Leverkusen gezeigt, als sie nach einer eher durchwachsenen ersten Halbzeit kämpferisch und läuferisch einen Gang höher geschaltet hatten und sich mit dem 2:1-Last-Minute-Sieg belohnten. Auch dank des eingewechselten Paul Besong, der sich nach dem langen Ball von Patrick Osterhage mutig in den Strafraum gestürzt und so den Elfmeter gegen Bayer-Towart Kucz herausgeholt hatte.

Besong wird vermutlich auch in Duisburg die Rolle des „Jokers“ besetzen, obwohl der BVB auf seinen Top-Torjäger Emre Aydinel verzichten muss, der sich einen leichten Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hat. Hoffmann spielt mit dem Gedanken, Enrique Pena Zauner ins Angriffszentrum zu stellen. Er hält sich allerdings ein Hintertürchen offen und versichert: „Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.“

Wanners Einsatz noch nicht gesichert

Alex Schulte fehlt weiterhin wegen seiner Sprunggelenkverletzung. Der Einsatz des von einer Grippe geschwächten Dominik Wanner steht auf der Kippe. Er hatte gegen Leverkusen Niki Beste auf der linken defensiven Außenbahn vertreten. Sollte Wanner ausfallen, würde vermutlich Florian Rausch in die Anfangsformation rutschen. Als weitere Alternative steht Tobias Missner bereit.

„Ein frühes Führungstor wäre hilfreich“, sagt Hoffmann mit Blick auf das Duell in Duisburg. Im vergangenen Jahr feierte der BVB durch einen von Dzenis Burnic zum 1:0-Sieg verwandelten Elfmeter an der Westender Straße die Westmeisterschaft, weil Schalke in Wuppertal gepatzt hatte. Diesmal geht es nicht um den Titel, der an S04 so gut wie vergeben ist, sondern um die Vizemeisterschaft und damit die Qualifikation zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.

Borussias großer Konkurrent um den zweiten Platz, der VfL Bochum, gastiert um 13 Uhr beim SC Preußen Münster.

Wilfried Wittke