Das Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Tabellenplatz geht in die nächste der noch ausstehenden drei Bundesliga-Runden: Borussias U19 ließ dem 3:0-Sieg des VfL Bochum bei Preußen Münster einen verdienten, aber auch hart erarbeiteten 4:2-Erfolg beim MSV Duisburg folgen. Der BVB verteidigte damit seinen Drei-Punkte-Vorsprung gegenüber dem Revier-Nachbarn.

Benjamin Hoffmann hatte neben Niki Beste, für den die Saison beendet ist, auch auf den erkrankten Dominik Wanner sowie die angeschlagenen Alex Schulte (Sprunggelenk) und Torjäger Emre Aydinel (Muskelfaserriss) verzichten und sein Team erneut umstellen müssen. Florian Rausch rückte in die Position des linken Verteidigers, Yassin Ibrahim kehrte in die Anfangsformation zurück, und erstmals stand Enrique Pena Zauner als Angriffsspitze von Beginn an auf dem Aufstellungsbogen.

Der BVB nahm beim „Favoritenschreck“ entschlossen das Heft in die Hand und hätte beinahe schon nach vier Minuten gejubelt. Doch der vorzügliche MSV-Torhüter Eduardo Haesler lenkte Patrick Osterhages Kopfball nach Ecke von David Kopacz gekonnt über die Latte. Gute 60 Sekunden später war Duisburgs Nummer eins machtlos, als Kopacz nach einem langen Pass von Tim Sechelmann das Spielgerät zur 1:0-Führung über die Linie spitzelte.

Elfmeter nach Rausch-Foul

Als das 2:0 nur eine Frage der Zeit schien und Haesler sich gerade noch gegen Pena Zauner ausgezeichnet hatte, der unerwartete Rückschlag für den BVB: Florian Rausch unterlief nach einer schon abgewehrten Ecke ein unglückliches Foul gegen Schmeling, und Duisburgs Torjäger Pia ließ sich die Elfmeter-Chance nicht entgehen. Die Borussen bewiesen Moral und Mentalität, steckten den Ausgleich weg und setzten die Gastgeber weiter unter Druck. Yassin Ibrahim belohnte das Team für diese gute Reaktion mit dem Treffer zum 2:1 (32.). Die Vorarbeit hatten Rausch und Pena Zauner geleistet. Kurz vor dem Pausenpfiff verhinderte Haesler mit einer sehenswerten Parade gegen einen von Pena Zauner aus 25 Metern Distanz geschossenen Freistoß einen höheren Rückstand.

Hellwach kamen die Borussen aus der Kabine und erhöhten in der 51. Minute auf 3:1. Julian Schwermann eroberte den Ball im Mittelfeld, und Pena Zauner veredelte den schulbuchmäßig vorgetragenen Konter nach Hereingabe von Ibrahim zum 3:1. Was danach passierte, bleibt noch ein Rätsel. „War es Müdigkeit, war es Arroganz, ich weiß es nicht“, haderte Hoffmann mit Konzentrationsschwächen, Schludrigkeit und Schläfrigkeit seines Teams, das den Duisburgern wieder neues Leben einhauchte.

Baxmann machte alles klar

Nicolai Pakowski bestrafte den BVB mit dem zweiten MSV-Torschuss überhaupt und dem Anschlusstreffer zum 2:3. Die Gäste hatten danach einige heikle Minuten zu überstehen, ehe der eingewechselte Jano Baxmann nach einem Solo und mit sehenswertem Abschluss in der 83. Minute den Sack endgültig zuschnürte. „Wir haben den Gegner leider zu Toren eingeladen und uns das Leben selbst schwer gemacht“, haderte Benjamin Hoffmann vor allem mit der Phase nach dem 3:1-Führungstreffer.

Borussia erwartet Samstag, 21. April, um 11 Uhr im NLZ Brackel den 1. FC Köln, der VfL Bochum empfängt zur gleichen Zeit Fortuna Düsseldorf.

BVB: Unbehaun - von Cysewski, Kilian, Sechelmann, Rausch (69. Missner) – Schwermann, Osterhage – Kopacz (84. Kehr), Bulut (58. Besong), Ibrahim – Pena Zauner (69. Baxmann).

Wilfried Wittke