Der kurze Flug führt nach London, in eine der größten europäischen Metropolen, aber sportlich ist es eine Reise ins Ungewisse. „Wir haben so gut wie keine Informationen über den Gegner“, bestätigt Benjamin Hoffmann: „Es gibt keine Videos und keine Spielanalysen.“

Im Auftaktspiel der UEFA Youth League am Mittwoch (16 Uhr MESZ) bei Tottenham Hotspur, kann sich Borussias U19 deshalb nur auf die eigenen Stärken verlassen. „Wir werden versuchen, unser Spiel durchzuziehen und das Bestmögliche daraus zu machen“, sagt der BVB-Trainer, der noch einmal auf die Prioritäten verweist: „Der wichtigste Wettbewerb ist und bleibt die Bundesliga.“ Deshalb reiste das Team auch nicht in „voller Kapelle“. Luca Kilian, Alex Schulte, Dominik Wanner oder Luca Unbehaun blieben in Dortmund, um sich gezielt auf das Bundesliga-Duell gegen Mönchengladbach vorzubereiten, das von Samstag auf Sonntag (Anstoß 11 Uhr im NLZ Brackel) verlegt wurde.

Nicht mit „voller Kapelle“

Mindestens zwei Meisterspieler der letzten Saison verstärken den Kader. Eike Bansen und Amos Pieper aus der U23 erhalten in Europas Königsklasse Spielpraxis. Möglicherweise rückt auch Jacob Bruun Larsen von den Profis zu den A-Junioren, um nach monatelanger Verletzungspause ein Comeback in Schwarz und Gelb zu feiern. Die Entscheidung soll im Laufe des Tages in Absprache mit Cheftrainer Peter Bosz getroffen werden. Außerdem sind nach London geflogen: Hupe, Beste, Mißner, Sechelmann, Lippert, Stuhldreier, Schwermann, Yilma, Raschl, Kopacz, Baxmann, Kyeremateng, Aydinel, Schell, Kehr und Bulut. „Wir werden ein bisschen rotieren und unser Wechselkontingent ausschöpfen“, kündigt Hoffmann an. Hüseyin Bulut und Robin Kehr sollen weiter an das Team herangeführt werden.

Achtelfinale ist das Ziel

Tottenham spielt im zweiten Jahr in Folge in der Youth League. In der vergangenen Saison gelang den A-Junioren des englischen Vizemeisters nur ein Heimsieg gegen Bayer Leverkusen (2:1) und ein Unentschieden gegen CSKA Moskau (0:0). Die „Spurs“ verloren beide Spiele gegen AS Monaco (1;2. 1:3) wie auch die Rückspiele in Leverkusen (1:3) und Moskau (2.3). Der BVB erreichte über den zweiten Gruppenplatz und die Play-off-Runde das Achtelfinale und schied gegen den FC Barcelona aus. „Obwohl die Meisterschaft Vorrang hat, wollen wir auch in diesem Jahr möglichst die K.o.-Runde erreichen“, versichert Hoffmann und ergänzt: „Die Erfahrungen, die wir uns auf internationalem Parkett holen, helfen uns in der Bundesliga.“

Die Partie auf dem Tottenham Trainingscenter Enfield wird live bei Sport1 übertragen (ab 15.55 Uhr).

Wilfried Wittke