Die Hoffnungen auf das Erreichen der Play-off-Runde in der UEFA Youth League haben schon zum Start einen gehörigen Dämpfer erhalten: Tottenham Hotspur ließ dem BVB beim 4:0 nicht den Hauch einer Chance und erarbeitete sich so einen deutlichen Vorteil im möglicherweise entscheidenden direkten Vergleich.

Nächster Gegner des BVB in Europas Königsklasse ist Real Madrid am Dienstag, 26. September. Die „Königlichen“ machten es gestern zweistellig und deklassierten Apoel Nikosia mit 10:0.

Die Partie auf dem Tottenham-Trainingsgelände begann denkbar schlecht: Den ersten schnell vorgetragenen Angriff der Engländer unterband Julian Schwermann mit einem Foul an Edwards, der Kapitän der „Spurs“ verwandelte den Elfmeter unhaltbar für Eike Bansen. Der BVB zeigte sich zunächst unbeeindruckt, verzeichnete auch eine gute Ausgleichschance, als Gabriel Kyeremateng nach Hereingabe von Jacob Bruun Larsen den Ball mit einem Schuss aus der Drehung über die Latte setzte, doch die Gastgeber gewannen mehr und mehr die Oberhand.

Tottenhams Stürmer zu schnell

Sie übten permanent Druck auf den ballführenden Gegenspieler aus, ihre flinken Angreifer Sterling, Edwards und Bennets stürzten Borussias überforderte Abwehr von einer Verlegenheit in die nächste. Wie in der 25. Minute, als Sören Lippert gegen Sterling nur die Hacken sah und Eike Bansen Schlimmeres verhinderte.

Fünf Minuten später aber war auch der Torhüter machtlos, nachdem Bennets unwiderstehlich an Schwermann, Yoel Yilma und Amos Pieper vorbeigezogen war. Tottenhams Doppelschlag machte Sterling nach Ecke von Edwards (33.) perfekt. Die „Spurs“ hatten Borussias Nachlässigkeiten in den Zweikämpfen und naives Abwehrverhalten, verbunden mit unübersehbaren Geschwindigkeits-Defiziten, unbarmherzig bestraft und fast einen Klassenunterschied deutlich gemacht.

Benjamin Hoffmann nahm in der Pause taktische Korrekturen vor und wechselte Emre Aydinel für Kyeremateng ein. Zwar gestaltete der BVB die Partie nun offener, doch in der Offensive fehlten Durchschlagskraft und Präzision, der Deckungsblock blieb weiter anfällig. Glück hatte Sören Lippert, dass sein Abwehrversuch nicht mit einem Eigentor, sondern am Pfosten endete (56.). Und als Edwards in der 61. Minute auf 4:0 erhöht hatte, war das Spiel gelaufen. Jano Baxmann scheiterte mit der einzigen großen Chance im zweiten Durchgang an Tottenhams Torhüter Austin (80.).

Für die Schwarz-Gelben heißt es nun, Spielverlauf und Ergebnis schnell zu verarbeiten und sich neu aufzustellen. Denn am Sonntag steht schon die nächste schwere Aufgabe an, das Bundesliga-Duell gegen Borussia Mönchengladbach (Anstoß 11 Uhr NLZ Brackel).

BVB: Bansen – Stuhldreier, Pieper, Lippert, Beste – Yilma, Schwermann (74. Kehr) – Baxmann, Kopacz, Larsen (64. Bulut)– Kyeremateng (46. Aydinel)

Wilfried Wittke