Eigentlich war alles anders geplant, aber sie haben es irgendwie noch erfolgreich zu Ende gebracht. „Wir sind über die Ziellinie gekrabbelt“, lächelt Trainer Marco Lehmann, nachdem die Staffel 1 der C-Junioren Regionalliga West ihre Punktspiele abgeschlossen hat. Der BVB qualifizierte sich als souveräner Tabellenzweiter für die nun anstehende Meisterrunde.

Rang eins sicherte sich der FC Schalke 04 mit 33 Punkten aus zwölf Spielen vor der U15 des BVB (31). Danach folgten mit schon großem Abstand Fortuna Düsseldorf und – höchst respektabel – der TSC Eintracht Dortmund mit jeweils 21 Punkten. Paderborn kam auf 19 Punkte, RW Oberhausen auf 18. Diese sechs Vereine rücken nun in die Meisterrunde, die die sechs Erstplatzierten der Staffel 2 komplettieren, also Borussia Mönchengladbach (34 Punkte), der VfL Bochum, 1. FC Köln (beide 25), Hombrucher SV und Arminia Bielefeld (beide 22) sowie Bayer Leverkusen (21). Also ein illustrer Kreis von zwölf Teams, die ab Februar in einer einfachen Runde den Westdeutschen Meister ausspielen.

Borussias Hinrunde kennzeichneten Personalprobleme und Erkrankungen. Beständig waren nur die Rückschläge. „In Anbetracht der Umstände haben wir eine gute Herbstrunde gespielt“, bilanziert Marco Lehmann. Denn ein Großteil seiner Leistungsträger meldete sich frühzeitig vom Spielbetrieb ab und kam – wenn überhaupt – sehr spät zurück. Zum Serien-Finale immerhin Elias Benkara, Fritz Fleck, Lucas Bittner und Diego Dzonga. Sie gehörten zum Kader, der beim MSV Duisburg mit 4:0 gewann.

Es hatte so vielversprechend begonnen für die Jungs von Marco Lehmann. Sie eröffneten die Regionalliga-Saison mit einem 6:1-Derby-Triumph beim FC Schalke 04, ließen ein 4:0 gegen den TSC Eintracht Dortmund folgen und eilten der Konkurrenz davon. Bis eine dramatische Verletzungsserie und Corona-Infektionen das Trainer-Team zu ständigen Improvisationen zwangen. „Das habe ich in dieser Form noch nicht erlebt“, bemerkt Marco Lehmann.

Elias Benkara rückte in die U17 auf

Der Reihe nach meldeten sich Mats Hölscher, Jonas Feddersen, Fritz Fleck, Tyler Meiser, Abdolfazi Masjedizadah, Diego Dzonga und Lucas Bittner ab. Dazu mussten einige in der ebenfalls personell gebeutelten U16 aushelfen, und auf den herausragenden Abwehrspieler Elias Benkara wurde schnell Sebastian Geppert aufmerksam. Der 14-Jährige, der im Sommer von Mainz 05 zum BVB gewechselt war, rückte in den Kader der U17 auf.

„Ich bin zufrieden, wie der Rest das gemacht hat“, resümiert Lehmann. Sein Team kassierte lediglich eine Niederlage (1:2 gegen den SC Paderborn), spielte ein Mal unentschieden (1:1 gegen Fortuna Köln) und schloss die Runde mit einem stattlichen Torverhältnis von 39:8 ab. Acht seiner Kader-Spieler gehören zum erweiterten Kreis der deutschen U15-Nationalmannschaft. Indes: der Plan, sich in der Herbstrunde zusätzlich mit gleichaltrigen Teams aus den nord- und süddeutschen Nachwuchs-Leistungszentren zu messen und die Mannschaft auf höchstem Niveau zu fordern, musste Lehmann angesichts der Personalnot zu den Akten legen. Auch in den Übungseinheiten konnte er das ausgetüftelte Programm lediglich mit Einschränkungen durchziehen. „Wir haben meist nur in Kleingruppen trainiert“, so Lehmann.

Meisterrunde startet mit einem Top-Spiel

Wenn am 10. Januar die Vorbereitung auf die Meisterrunde beginnt, dann soll der Kader wieder komplett sein. In mehreren Testspielen muss Marco Lehmann sein Team rasch in gute-Form bringen, denn zum Auftakt der Punktspielserie gastiert der BVB gleich bei einem der Top-Favoriten auf den Titel, bei Borussia Mönchengladbach. Auch die nächsten Auswärtsaufgaben haben es in sich. Es geht nach Bochum, Leverkusen und Schalke – wie der BVB Vereine und Mannschaften mit großen Ambitionen und besten Chancen auf die Westdeutsche Meisterschaft.

Marco Lehmann kann mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen. Denn die Herbstrunde hat gezeigt, dass seine Mannschaft auch funktioniert, wenn einige der Hochbegabten über Wochen oder sogar Monate ausfallen.

Wilfried Wittke