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U16

Trainer

Karsten Gorges

Sein Hobby machte er zum Beruf, der Beruf wurde zur Berufung. „Es ist etwas Schönes, die Entwicklung der Jungs zu beobachten und zu begleiten,“ sagt Karsten Gorges, der in der Saison 2018/19 die U16 trainiert, nachdem er im vergangenen Jahr die fast identische Mannschaft als U15 zur souveränen Westmeisterschaft geführt hat. Unter dem Strich standen 21 Siege, vier Unentschieden, eine Niederlage – und dazu noch der Triumph im Westfalenpokal.

Alles begann bei der TSG Sprockhövel. Der gebürtige Flensburger, der sein Studium in Bochum und Heidelberg (Schwerpunkte Trainingswissenschaft, Sport und Bewegung im Kinder- und Jugendalter) mit Bachelor und Master erfolgreich abgeschlossen hat, betreute die U11, entwickelte Talente und fand schnell Spaß an dieser reizvollen Aufgabe. Es folgten Stationen beim SV Sandhausen und der TSG Hoffenheim, wo er ein Jahr als Videoanalyst für die U16 arbeitete, dazwischen ein Praktikum u. a. in der Fußballschule des Hamburger SV, dann der Wechsel zum VfL Bochum, bei dem Jens Rasiejewski, Gorges' Kollege in Hoffenheim, die sportliche Leitung des Nachwuchs-Leistungszentrums übernommen hatte.

Seine erfolgreiche Tätigkeit in der U13 und U14 ließ den BVB auf den jungen Mann aufmerksam werden. 2017 holten ihn Lars Ricken und Eddy Boekamp ins Nachwuchs-Leistungszentrum nach Brackel. „Hier ist natürlich alles viel größer und komplexer. Aber auch bei Borussia steht das Familiäre ganz oben,“ berichtet er über eine höchst angenehme Arbeitsatmosphäre. Mit der ihm anvertrauten U15 startete er gleich spektakulär durch zur Westdeutschen Meisterschaft.

„Die Entwicklung des Einzelnen, der Prozess des stetigen Lernens steht über allem“, sagt Karsten Gorges, „und das funktioniert am besten in einer homogenen Mannschaft.“ Andererseits bedauert er, dass den Talenten kaum Freiräume bleiben, „um für sich selbst etwas ohne Druck zu tun, weil ihr Tag durchgeplant ist mit Schule, Hausaufgaben, Fahrten zum Training und zurück.“ Das „eigentliche Spielen ohne Druck“, das „nicht angeleitete Training auf Bolzplätzen“, moniert er, komme zu kurz. Er erläutert: „Da dürften und könnten die Jungs Fehler machen, müssten nach verlorenen Eins-zu-eins-Situationen nicht befürchten, vom Trainer aufgefordert zu werden, sofort nach hinten zu arbeiten und den Ball zurückzuerobern.“ Karsten Gorges schmunzelt: „Wir Trainer nehmen uns manchmal auch zu wichtig.“ 

Mit der U16, die sich in der B-Junioren Westfalenliga mit älteren Jahrgängen duelliert, betritt der Trainer Neuland. „Es herrschen hier andere Voraussetzungen und Platzbedingungen. Und körperlich ist es ein großer Unterschied zur U15.“ Es wird seine Zeit dauern, bis seine an Erfolgen gewöhnten Jungs in der neuen Umgebung angekommen sind und sie den nächsten Schritt in ihrem Entwicklungsprozess zurückgelegt haben. Am Ende der Saison übergibt er sie an die U17, jene Altersklasse, in der Leistungssport richtig Fahrt aufnimmt. Auch darauf muss Gorges seine Spieler vorbereiten.

Nach derzeitigem Stand kehrt er in der Saison 2019/20 als Trainer in die U13 zurück, mit der Vorgabe, Talente zu sichten, zu fordern und zu fördern. Über drei Jahre. Bis zur U16. „Du hast dann 1 080 Tage Zeit zu planen und etwas zu entwickeln. Man wird Experte für diese Jahrgänge. Eine wunderbare Herausforderung“, sagt Karsten Gorges.

Und eine Berufung...

Wilfried Wittke

Co-Trainer: Oliver Triestram - Torwarttrainer: Michael Strzys

Trainerteam