Es hat nicht sollen sein mit der Doppel-Meisterschaft. Borussias U17 verlor das Finale um die Deutsche Meisterschaft vor 10 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion Rote Erde mit 2:3. Das Team von Sebastian Geppert versuchte in der zweiten Halbzeit alles, um noch die Wende zu erzwingen. Aber die Kölner verteidigten die Führung mit Glück und Geschick, blieben aber bei ihren Gegenattacken brandgefährlich und feierten keinen unverdienten Sieg.

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War es die Kulisse oder die Favoritenbürde, die den BVB lange Zeit nicht ins Spiel und nach bereits 22 Minuten mit 0:2 in Rückstand geraten ließ? Wie auch immer: Die erfolgsverwöhnten Schwarzgelben sahen sich mit einer völlig neuen Situation konfrontiert, nachdem Jacob Jansen mit einem Doppelpack für die Kölner Führung verantwortlich gezeichnet hatte. Beide Tore fielen im Zusammenspiel mit Borussias unglücklichem Schlussmann Leon Klußmann.

Bei Treffer Nummer eins, bei dem auch Tim Böhmer seine Füße im Spiel hatte, reagierte Klußmann unglücklich (15. Minute), Treffer Nummer zwei resultierte nach einem von Lanser geschlagenen langen Ball aus einem Missverständnis zwischen dem Torhüter und Innenverteidiger Albin Thaqi (22.). Einem 0:2 nachzulaufen, kennen die Jungs um die Kapitäne Rilind Hetemi und Youssoufa Moukoko nicht. Entsprechend schwer taten sie sich, ins Spiel zurückzukommen.

Pakia traf die Latte, Hetemi verschoss Elfmeter  

Die Probleme deuteten sich schon nach vier Minuten an. Sponsel gewann gegen Tim Böhmer einen Zweikampf im Mittelfeld, Jansen sah, dass Klußmann weit vor dem Tor postiert war und versuchte einen Distanzschuss, der nur knapp das Ziel verfehlte. Köln spielte unbekümmert, Dortmund verkrampft und bei weitem nicht so kombinationssicher, wie man es von dieser U17 kennt. Dennoch eröffnete sich Borussia die Möglichkeit zur 1:0-Führung, doch nach herrlichem Zuspiel von Dennis Lütke Frie schoss Ware Pakia den Ball gegen die Latte. Fast im Gegenzug dann Klußmanns unglückliche Aktion und das 0:1.

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Erst nach einer knappen halben Stunde setzten die Borussen ein Ausrufezeichen. Ansgar Knauff hatte Youssoufa Moukoko freigespielt, doch Daniel Adamczyk wehrte mit einer starken Fußabwehr ab. Aber der Torjäger vom Dienst schlug dann zu: Nach einer Kombination über Böhmer und Pakia kam Moukoko zum Schuss – und da gab es nichts zu halten für den starken Adamczyk (35.), der 60 Sekunden später bei einem von Örneck an Moukoko verschuldeten und von Rilind Hetemi geschossenen Foulelfmeter glänzend reagierte und den schnellen Ausgleich verhinderte.

Sponsel rettete auf der Linie

Die Kölner blieben in der Offensive brandgefährlich, die Borussen ließen den schnellen Stürmern zu viel Raum, attackierten sie nicht früh genug. Fast jeder Angriff endete mit einer Chance für den FC. So auch der erste nach Wiederanpfiff. Da reagierte Klußmann allerdings prächtig gegen Wirtz (41.). Fast im Gegenzug aber  das 2:2 nach einer tollen Einzelaktion des wieder einmal auf der rechten Seite überragenden Ansgar Knauff. Doch die Gäste zeigten sich unbeeindruckt und erzielten durch Meiko Sponsel in der 47. Minute das 3:2 nach einer schwachen Dortmunder Abwehrleistung und Thaqis vergeblicher Rettungsaktion auf der Linie.

Danach ging es hin und her. Klußmann zeichnete sich mit guten Reaktionen gegen Wirtz und Obuz aus, und Sponsel verhinderte in der 59. Minute auf der Linie Borussias Ausgleich, als sich Moukoko spektakulär in Schussposition gebracht hatte. Tim Böhmer traf den Pfosten (64.), und  Adamczyk hielt, was zu halten war.

Am Ende fehlte den Schwarzgelben die klare Linie, um in diesem packenden Finale noch einmal die Wende zu erzwingen. Köln verwaltete und verteidigte mit großem Geschick die Führung und den am Ende nicht einmal unverdienten Sieg. Die über die gesamte Saison beste deutsche B-Junioren-Mannschaft hatte ausgerechnet im Finale nicht ihren besten Tag erwischt.

BVB: Klußmann – Semic, Thaqi, Böhmer, Kuffour (68. Meier) – Amedick, Lütke Frie– Knauff, Hetemi (51. Fehler), Pakia (76. El-Zein) – Moukoko

Wilfried Wittke