Sebastian Geppert hatte nicht zu viel versprochen, als er nach den letzten Trainingseindrücken konstatierte: „Die Mannschaft hat die nächste Entwicklungsstufe erreicht.“ Den Beweis lieferte sie im Top-Spiel gegen den VfL Bochum, das sie nach einer ganz starken ersten Halbzeit hoch verdient mit 3:0 gewann. „Schön, dass sie meine Einschätzung in dieser wichtigen Partie bestätigt hat. Darauf können wir aufbauen“, strahlte Geppert.

Im zweiten Durchgang verwaltete sie souverän die klare Führung. Große spielerische Akzente wusste sie nicht mehr zu setzen. „Da hat uns ein wenig die Zielstrebigkeit gefehlt“, erklärte Geppert. Zudem stand der gute Bochumer Torhüter Julian Jaworek einem noch höheren Dortmunder Sieg im Wege. Er parierte gleich vier Mal glänzend gegen Youssoufa Moukoko (3,, 48., 63.) und den erneut überragenden Mittelfeldmann Karam Bafounta (62.). „Unsere bisher beste Saisonleistung“, freute sich Edwin Boekamp, der Leiter der Nachwuchsabteilung, über den sehenswerten Auftritt.

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Sebastian Gepperts Jungs brannten bis zum Pausenpfiff des umsichtigen Schiedsrichters Rene Rose ein Fußball-Feuerwerk ab. „Bärenstark“, fand Bochums ehemaliger Profi Lothar Woelk die Darbietung der Schwarzgelben, die ein hohes Tempo vorlegten, mächtig Druck auf das gegnerische Tor ausübten und den Ball fein zirkulieren ließen. Die Gäste kamen meist zu spät in die Zweikämpfe und wirkten mitunter hoffnungslos unterlegen. „Wir waren immer einen Schritt schneller und frischer“, urteilte Geppert.

Bafounta trifft Latten-Unterkante

Der zu Beginn der Saison aus Nantes nach Dortmund gewechselte Karam Bafounta verpasste in der 6. Minute noch die frühe 1:0-Führung, als er den Ball an die Unterkante der Latte köpfte, aber kurze Zeit später war es so weit: Die von Rilind Hetemi ausgeführte Ecke bugsierte Ware Pakia ins Netz. Ähnlich die Entstehung des 2:0: Diesmal stand Albin Thaqi nach Hetemis Eckball goldrichtig und ließ dem zögerlich eingreifenden Jaworek keine Abwehrchance. Nach einer halben Stunde krönte Ömer Özden seine gute Vorstellung mit einem platzieren wie unhaltbaren Volleyschuss aus 20 Metern.

VfL-Trainer David Siebers forderte in der Pause von seinem Team ein deutliches Mehr an Mut und Aggressivität. Tatsächlich fand Bochum besser ins Spiel, ohne die Borussen, die sich nach der Auswechslung des bis dahin auf der rechten Seite sehr präsenten Ansgar Knauff neu sortieren mussten und das Zentrum stabilisierten, auch nur ansatzweise in Verlegenheit zu bringen.

Nik Deubel war fast arbeitslos

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Die erste Großchance bot sich erneut dem BVB: Youssoufa Moukoko erlief sich einen feinen Pass von Rilind Hetemi, strebte allein de Tor zu, aber der herausstürzende Jaworek blieb in diesem Duell Sieger. Wie auch später nach wuchtigen Distanzschüssen von Moukoko und Bafounta. Auf der anderen Seite verlebte Nik Deubel einen geruhsamen Sonntagvormittag, weil die Mannschaft im Kollektiv aufmerksam verteidigt hatte.

Borussia (jetzt 16 Punkte) eroberte sich damit die Tabellenführung vor dem 1. FC Köln (15) und Bayer Leverkusen (14). Am kommenden Samstag steht das Gastspiel in Unterrath auf dem Programm, bevor am Sonntag, 30. September, in Brackel (11 Uhr) das nächste Spitzenspiel gegen den 1. FC Köln steigt.

BVB: Deubel – Özden, Thaqi, Böhmer, Lütke Frie (67. Meier) – Bafounta - Knauff (47. Amedick), Hetemi, Fehler (60. Minewitsch), Pakia (72. Aras) – Moukoko.

Wilfried Wittke