Es war nicht Fisch, es war nicht Fleisch. Unter dem Strich stand deshalb ein 1:1 im Top-Spiel zwischen Borussias U17 und Leverkusen. „Mit dem Ergebnis müssen wir leben, weil wir es uns selbst eingebrockt haben“, resümierte Sebastian Geppert nach einer fußballerisch recht ansprechenden, im ersten Durchgang allerdings ziemlich ereignislosen Partie. In der deutlich lebendigeren zweiten Halbzeit versäumten es seine Jungs, den Sieg unter Dach und Fach zu bringen.

„La-Paloma-Fußball“ nannte er die Darbietung in den ersten 40 Minuten. Die Schwarz-Gelben ließen den Ball zirkulieren, aber es fehlten Tempo, Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft in der Offensive. Der Strafraum blieb für beide Teams weitgehend Tabuzone. Als Leverkusen das zweite Mal vor Nick Deubel auftauchte, hieß es 0:1: Phil Kemper hatte geflankt und Emrehan Gedikli unhaltbar ins Tor geköpft (34.).

Der BVB bemühte sich, spielte aber zu häufig in die Breite, statt in die Spitze, wo der wieder genesene Youssoufa Moukoko einen schweren Stand hatte. Der Ausgleich bedurfte folgerichtig einer Standardsituation. Rilind Hetemi schlug einen Eckball, Tekin Gencoglu nutzte die Unaufmerksamkeit der Gäste-Abwehr (einschließlich Torhüter Johnen) zum erfolgreichen Abschluss.

Moukoko weit am Tor vorbei

Sebastian Geppert hatte zur Pause ein deutliches Mehr an Aggressivität, Biss und Geschwindigkeit eingefordert. Und die Mannschaft setzte die Vorgaben ihres Trainers weitgehend um. Kamal Bafounta, der bei seinem Debüt im defensiven Mittelfeld einen starken Eindruck hinterließ, eröffnete sich nach einem Freistoß von Rilind Hetemi die Möglichkeit zur Führung, doch sein Kopfball war zu ungenau platziert. Die dickste Chance indes vergab Youssoufa Moukoko, der in der 55. Minute allein dem Leverkusener Tor zustrebte, den Ball aber weit vorbeischoss. Wenig später wurde der zum Kapitän ernannte Torjäger ausgewechselt. „Wegen Müdigkeit“, wie Geppert erklärte. Die Verletzungspause war Moukoko nicht nur in dieser Szene deutlich anzumerken.

Sonntag bei Preußen Münster

Doch nicht nur er ließ im Strafraum Präzision und Konzentration vermissen. Auch Dennis Lütke Frie und Ware Pakia brachten das Runde nicht ins Eckige. Auf der anderen Seite leisteten sich die Leverkusener ebenfalls Fehlschüsse. Letztlich merkte man beiden Mannschaften an, dass die Saison gerade erst begonnen hat und es seine Zeit dauern wird, bis sie ihr wahres Leistungsvermögen abrufen. „Wir werden auch aus diesem Spiel lernen und es bald besser machen“, verspricht Sebastian Geppert.

Sonntag gastiert die U17 in Münster. Die Preußen warten nach dem 0:3 in Mönchengladbach noch auf den ersten Punktgewinn.

BVB: Deubel – Özden, Thaqi, Böhmer, Usein (77. Minewitsch) – Bafounta, Lütke Frie (57. Fehler) – Gencoglu (61. Knauff), Hetemi, Pakia - Moukoko (61. Selutin).

Wilfried Wittke