Nach 80 hart umkämpften Minuten feierten sie im Kreis den „Derbysieg“, und Sebastian Geppert strahlte: „Endlich haben wir es geschafft.“ Nach zwei Unentschieden in der vergangenen Saison gelang Borussias U17 diesmal ein verdienter 2:0-Erfolg gegen den Rivalen aus Gelsenkirchen.

Es bedurfte harter Arbeit und eines in der zweiten Halbzeit auf der Linie drei Mal prächtig reagienden Nick Deubel, um den Dreier unter Dach und Fach zu bringen. „Es gibt weiterhin viel zu tun, aber wir befinden uns auf einem guten Weg“, befand Geppert. Allerdings verschloss auch er nicht die Augen vor vielen Pass-Ungenauigkeiten und Abspielfehlern, mit denen sich der BVB das Leben selbst schwer gemacht und Schalke „aufgebaut“ hatte. „Das können und müssen wir besser lösen“, rügte er.

Das Derby begann ganz nach Borussias Vorstellungen: Kamal Bafounta eroberte sich den Ball, spielte einen langen Pass, Youssoufa Moukoko erahnte die Situation und nutzte einen Abstimmungsfehler der Gäste-Defensive einschließlich Torhüter Wienand zum 1:0 (2. Minute). Doch das frühe Führungstor wirkte sich nicht beruhigend auf die Nerven der Jungs aus. Die Schwarzgelben nahmen das Derby zwar an, hielten kämpferisch und läuferisch entschlossen dagegen, brachten indes ihre spielerische und körperliche Überlegenheit nicht zur Geltung.

Bafounta machte seine Sache gut

Daher kam kein Kombinationsfluss auf, die meisten Aktionen blieben Stückwerk. „Die Einstellung hat gestimmt, aber wir haben uns im ersten Durchgang keine Torchance herausgespielt“, mäkelte auch Nachwuchskoordinator Lars Ricken. Von der allgemeinen Kritik ausgenommen werden musste Kamal Bafounta, der viele Zweikämpfe gewann und im defensiven Mittelfeld nicht müde wurde, die Reihen zu ordnen.

image

Auch den zweiten Durchgang eröffneten die Borussen mit einem Tor. Diesmal traf Florian Usein per Kopf nach Ecke von Rilind Hetemi. Aber es wiederholte sich das „Spielchen“ aus der ersten Halbzeit. Der BVB machte Schalke mit schlampigen Zu- und Abspielen stark und bugsierte sich so unnötig in die Bredouille. Nick Deubel parierte ganz stark gegen Krasniqi (55.), Tim Böhmer spielte den Ball per Rückpass an die Latte, und in der 58. Minute verhinderte erneut Deubel mit einer Glanzparade den zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Anschlusstreffer. Auf der anderen Seite zögerte der deutlich verbesserte Youssoufa Mukoko zwei Mal zu lange mit dem Abschluss, so dass die Schalker in letzter Instanz den Ball aus der Gefahrenzone schlagen konnten.

Ware Pakia fällt wochenlang aus

„Sechs Punkte vor Schalke - das ist ein guter Saisonstart, aber wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen“, resümierte Geppert nach drei Siegen und einem Unentschieden zum Saisonauftakt. Allerdings muss er in den nächsten Wochen auf einen Top-Offensivmann verzichten: Ware Pakia zog sich eine Schulterverletzung zu, die konservativ behandelt wird. Vor Oktober ist mit dem Comeback des U16-Nationalspielers, der schon gegen Schalke schmerzlich vermisst wurde, nicht zu rechnen.

Samstag geht es zum SC Paderborn.

BVB: Deubel – Özden, Thaqi, Böhmer (63. Akbulut), Usein – Minewitsch, Bafounta, Hetemi, Lütke Frie (56. Touray), Fehler (75. Amedick) – Moukoko (79. Selutin)

Wilfried Wittke