Der erste zweistellige Sieg, der in dieser Saison bisher höchste in der Bundesliga West, ist abgehakt, der Torhunger der Jungs von Sebastian Geppert mit dem 10:0 gegen den FC Hennef aber hoffentlich nicht gestillt. Samstag, 11 Uhr, erwarten sie im NLZ Brackel Rot-Weiss Essen  - und gehen als haushohe Favoriten in das Duell mit dem Tabellenletzten. „Den positiven Rückenwind nehmen wir gern mit in diese Partie“, sagt Geppert.

10:0 gewinnt man nicht alle Tage. Es war das dritthöchste Ergebnis in der „ewigen“ Rangliste im Westen. Unübertroffen ist nach wie vor das 12:1 des BVB gegen den Wuppertaler SV in der Saison 2010/11 (Halbzeit 8:0). Zu diesem historischen Erfolg steuerte damals allein Marvin Ducksch (heute Profi bei Fortuna Düsseldorf) sechs Tore bei, der Rest ging auf das Konto von Said Benkarit (3), Marcel Deelen, Lukas Paschedag und Chris Homburg. Auf Platz zwei rangiert das 12:2 des FC Schalke 04 gegen den Euskirchener TSC (2014/15).

Dass die Youssoufa Moukoko (er führt mit aktuell 14 Treffern wieder die Bundesliga-Torschützenliste an), Ware Pakia (5 Saisontore) und Co. auch gegen RWE ein Schützenfest feiern, darf bezweifelt werden. „Wir wollen und werden mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben“, versichert Sebastian Geppert.

Unangenehme Erinnerungen

Denn die Essener warten zwar noch auf den ersten Saisonsieg, doch gerade in den Prestige-Duellen gegen die Revier-Rivalen pflegen sie über sich hinauszuwachsen. Diese Erfahrung machten auch schon die Borussen. Geppert verweist auf die Duelle vor zwei Jahren: „Zuhause haben wir verloren und in Essen unentschieden gespielt. RWE ist später abgestiegen und wir haben uns für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Diese Mannschaft war immer ein unangenehmer Gegner.“

In der aktuellen Saison ärgerten die Rot-Weissen den FC Schalke 04, der sich in seinem Heimspiel mit einem 1:1 begnügen musste. Auch in Bochum (0:3) hielten sie lange mit, und beim Tabellendritten Bayer Leverkusen zogen sie sich überaus achtbar aus der Affäre (2:3). Geppert folgert daraus: „Wir müssen von der ersten Minute an hellwach sein und mit der gleichen Energie wie zuletzt in die Partie gehen.“

„Von Beginn an hellwach sein“

Ähnliche Nachlässigkeiten wie gegen Hennef, als sie sich in der Anfangsphase mit schlampigen Pässen selbst im Wege standen und die Gäste zu Konterangriffen einluden, sollten die Kamal Bafounta und Co. tunlichst vermeiden. Und vielleicht erinnern sich Moukoko, Pakia und Hetemi noch an die vergangene Saison, als sie beim überraschenden 2:2 gegen den krassen Außenseiter Unterrath zwei Punkte liegen ließen.

Das wäre in diesem Jahr, wo es an der Spitze ganz eng zugeht, fatal. Tabellenführer 1. FC Köln erwartet den MSV Duisburg, in Bochum kommt es zum Verfolger-Duell zwischen dem VfL und Bayer Leverkusen. Deshalb sind für die Jungs um Kapitän Youssoufa Moukoko drei Punkte Pflicht - trotz allen Respekts vor RW Essen.

Wilfried Wittke