Borussia Mönchengladbach darf sich rühmen, in der Saison 2018/19 gegen den die Liga dominierenden BVB kein Spiel verloren zu haben. Die Jung-Fohlen erarbeiteten sich im Nachwuchs-Leistungszentrum Brackel wie im Hinspiel ein verdientes 2:2. Die Schwarzgelben haben damit ihren Triumph im Spitzenspiel beim 1. FC Köln nicht vergolden, sondern nur versilbern können.

„Es war nicht unser Tag, aber wir können mit diesem Ergebnis leben, denn in der Tabelle ist nicht viel passiert“, resümierte Sebastian Geppert mit Blick auf die anderen Resultate. Auch der Dritte, Bayer Leverkusen, musste sich gegen Schalke mit einem Unentschieden (2:2) begnügen. Dem BVB, der weiterhin ungeschlagen bleibt und den ersten Tabellenplatz mit drei Punkten Vorsprung auf den 1. FC Köln verteidigte, fehlen aus den restlichen vier Spielen noch zwei Siege, um sich für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft zu qualifizieren. Da sollte nichts mehr anbrennen.

Der BVB begann gegen Mönchengladbach stürmisch und entschlossen. Die ersten großen Möglichkeiten eröffneten sich Youssoufa Moukoko und Ware Pakia (3., 4. Minute). Danach schlichen sich Pass-Ungenauigkeiten und Schludrigkeiten ein. Die Gäste witterten spätestens nach einer misslungenen Ballabgabe von Lion Semic ihre Chance. Leon Klußmann rettete in der 11. Minute sein Team gegen Harnafi noch vor einem Rückstand, doch nach einer Viertelstunde war auch der BVB-Torhüter machtlos. Der auf Gladbacher Seite überragende Famana Quizera profitierte von einer der vielen Nachlässigkeiten im Deckungsverband und erzielte das erste Tor im Kalenderjahr 2019 gegen die Schwarzgelben.

Moukoko antwortete mit zwei Toren

Die brauchten indes nicht lange, um sich zu schütteln und zu antworten. Dennis Lütke Frie passte in den Lauf von Youssoufa Moukoko, der MG-Torwart Maximilian Brüll mit einem Schuss aus 18 Metern überraschte (18.). Dem Torjäger gelang wenig später ein weiteres Kunststück, als er den aus seinem Tor geeilten Brüll fast an der Seitenlinie düpierte und den Ball gekonnt ins Tor schlenzte (18.). Das war großes Kino und Szenenapplaus wert.

Doch die Gladbacher zogen sich nicht verängstigt zurück, sondern spielten weiter couragiert nach vorn – auch, weil die Jungs von Sebastian Geppert ihre Angriffe nicht mehr klar ausspielten. Stanislav Fehler bugsierte den Ball nach einer Hereingabe von Ware Pakia ins Tor-Aus (35.), das war es dann aber schon mit der BVB-Herrlichkeit im ersten Durchgang. Auf der anderen Seite hatte Ahmadi noch eine große Möglichkeit vergeben, schon vor dem Seitenwechsel auszugleichen.

Auch Dreierwechsel nutzte nichts

Das fehlerhafte Spiel der Gastgeber setzte sich in der zweiten Halbzeit fort. „Wir können damit nicht zufrieden sein“, monierte Sebastian Geppert, der indes Verständnis zeigte für die ungewohnt fahrige Gangart der Mannschaft: „Man muss ihr nach den vielen starken Leistungen auch mal eine solche Vorstellung zugestehen.“ Zumal sie es mit einem richtig starken Gegner zu tun hatte, der nach dem 2:2-Ausgleich in der 44. Minute durch Harnafi das Ergebnis gekonnt verwaltete. Selbst Gepperts Dreierwechsel in der 60. Minute hatte das Spiel nicht mehr in eine andere Richtung lenken können.

Weil das Auswärtsspiel in Hennef vom 13. April auf den 8. Mai verlegt worden ist, hat der BVB nun Pause bis zum 27. April. Dann geht es zu RW Essen. Am 30. April trifft das Team im Viertelfinale des Westfalenpokals auf Arminia Bielefeld.

BVB: Klußmann – Semic (60. Kuffour), Thaqi, Böhmer, Meier (60. Özden) -
Amedick (71. Minewitsch), Lütke Frie - Pakia, Hetemi, Fehler (60. Knauff) -Moukoko.

Wilfried Wittke