Die Westdeutsche Meisterschaft unter Dach und Fach gebracht, dazu eindrucksvoll Revanche genommen für die 0:1-Niederlage im Westfalenpokal: Borussias U 17 ist nach dem 6:1-Triumph gegen Arminia Bielefeld in der Bundesliga West nicht mehr von Platz eins zu verdrängen und machte am vorletzten Spieltag die erfolgreiche Titelverteidigung perfekt. Mit 65 Punkten und 87:14 Toren distanzierte der BVB die Konkurrenz erneut. Um Platz zwei streiten sich am kommenden Samstag der 1. FC Köln (59 Punkte), der Fortuna Düsseldorf mit 1:2 unterlag, und Bayer Leverkusen (56).

Die Jungs von Sebastian Geppert können sich ab sofort gezielt auf die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft vorbereiten. Im ersten der beiden Halbfinalspiele am Mittwoch, 5. Juni, genießen sie Heimrecht. Das Rückspiel findet am Samstag, 8. Juni, statt. Die möglichen Gegner aus der Bundesliga Nord/Nordost nimmt der BVB am Sonntag unter die Lupe. Der VfL Wolfsburg (gegen Union Berlin) führt mit 55 Punkten die Tabelle vor Hertha BSC Berlin (53) und RB Leipzig (51) an, die sich im direkten Duell gegenüberstehen.

Gegen Bielefeld zelebrierten die Schwarzgelben eine beinahe perfekte erste Halbzeit. Aus einer ganz starken Mannschaft ragte noch Youssoufa Moukoko heraus. Er erzielte innerhalb von 37 Minuten seine Saisontreffer 40 bis 43. Ein einziges Tor fehlt ihm noch, um den Allzeitrekord des früheren Schalkers Donisi Avdijai (44) zu egalisieren. „Die Mannschaft wird am Samstag in Duisburg für Youssoufa spielen, damit er eine neue Bestmarke setzen kann“, versichert Sebastian Geppert.

Eine Fußball-Gala im ersten Durchgang

Mit Treffer Nummer eins in der 2. Minute schloss Moukoko einen zielstrebig vorgetragenen Angriff ab. Dennis Lütke Frie leistete die Vorarbeit. Auch beim 2:0 in der 11. Minute hatte Moukoko seine Füße im Spiel. Arminia-Torwart Arne Schulz wehrte den Ball nach dem harten Schuss des Dortmunder Stürmers ab, Tim Böhmer setzte den Abpraller platziert in die Maschen. Das 3:0 (15.) war ein typischer Treffer „Marke Moukoko“. Zunächst umspielte er einen Bielefelder, dann zog er aus der Drehung ab. Und für den bedauernswerten Schulz gab es nichts zu halten.

Die Borussen spielten sich in einen Rausch und setzten die sich tapfer wehrenden Bielefelder unter Dauerdruck. Kevin Schacht verhinderte in der 23. Minute für seinen schon geschlagenen Torhüter noch das 0:4, was dann aber kurze Zeit später fällig war: Moukoko schaltete nach einem Ballverlust von Yannick Jerrentrup blitzschnell und ließ Schulz ins Leere laufen. Noch vor der Pause verwandelte er dann einen Handelfmeter zum 5:0.

Fehler machte das halbe Dutzend voll

„Arminia hat gar nicht schlecht gespielt, aber unsere Jungs waren griffig und voll konzentriert“, lobte Eddi Boekamp, der Leiter der Nachwuchsabteilung, und Nachwuchskoordinator Lars Ricken ergänzte: „Das war die richtige Einstimmung auf die Spiele zur Deutschen Meisterschaft.“ Tatsächlich passte diesmal alles: Spielfreude, Kombinationsfluss, Geschwindigkeit und Chancenverwertung. Das Zuschauen hat einfach Spaß gemacht, und die vielen Zuschauer dankten der Mannschaft mit Szenenapplaus.

Dass sie nach der klaren Führung im zweiten Durchgang einen Gang zurückschaltete, nahm ihr niemand übel. „Die Jungs hatten auch da noch richtig Bock. Es fehlte nur die Zielstrebigkeit. Allerdings hat Bielefeld gut verteidigt und alles getan, um nicht total unter die Räder zu geraten“, resümierte Sebastian Geppert, die die erste Halbzeit schlicht und ergreifend „beeindruckend“ nannte. Der eingewechselte Stanislav Fehler machte mit seiner ersten Möglichkeit das halbe Dutzend voll (50.). Den verdienten Ehrentreffer markierte Kevin Rustemaj in der 61. Minute.

„Wir nehmen auch das letzte Bundesligaspiel in Duisburg ernst, um die Spannung vor der Endrunde hoch zu halten“, betont Sebastian Geppert. Und schließlich geht es auch um Youssoufa Moukoko, der U17-Geschichte schreiben soll.

BVB: Deubel – Semic (48. Özden), Thaqi, Böhmer, Kuffour (58. Meier) – Lütke Frie (48. Fehler), Amedick –  Knauff (67. Selutin), Hetemi, Pakia – Moukoko.

Wilfried Wittke