Es war der erhoffte und auch erwartete problemlose Start in die Bundesliga-Saison 2019/20: Borussias U17 feierte zum Auftakt einen locker herausgespielten 6:0-Sieg gegen den Wuppertaler SV. Und es hätte auch zweistellig werden können. Nächsten Samstag erwartet die Schwarzgelben ein erster Härtetest bei Preußen Münster (2:1-Sieg in Lippstadt), und danach (Mittwoch, 21. August, 18 Uhr NLZ Brackel) gibt es die erste Standortbestimmung gegen den FC Schalke 04, der in seinem ersten Spiel einen 3:1-Erfolg beim VfL Bochum feierte.

Dem BVB, der auf den erkrankten Noah Mrosek verzichten musste, bot sich mit dem ersten Angriff auch die erste Torchance durch Bekir El-Zein, er fand aber erst nach einer Viertelstunde in die Partie. Die selbstbewusst beginnenden Wuppertaler ärgerten sich über eine von Bugenhagen vergebene Möglichkeit zur 1:0-Führung (8.). Das war es dann aber auch für den Aufsteiger, der fortan jede Menge Laufarbeit verrichten musste, um vom Ballbesitzfußball der Borussen nicht erdrückt zu werden.

Dabei ließ der Auftritt der neuformierten Mannschaft über weite Strecken noch einige Wünsche offen. Es fehlte mitunter an Pass-Präzision, und der böige Wind tat ein Übriges dazu, das Team nicht komplett ins Rollen kommen zu lassen. „Der Anfang ist immer schwer, aber letztlich war das schon sehr ordentlich,“ kommentierte Sebastian Geppert.

Starker Auftritt von Göktan Gürzüp

Er dürfte sich besonders über die couragierte Vorstellung von Mittelfeldspieler Göktan Gürpüz gefreut haben, der den BVB nach 25 Minuten in Führung schoss. Kurze Zeit später hatte er das 2:0 auf dem Fuß, doch der Ball ging knapp am Pfosten vorbei. Das besorgte dann noch vor der Pause Pharrel Nnamdi Collins per Kopf nach einem Freistoß von Kapitän Dennis Lütke Frie, der ansonsten auch nicht seinen besten Tag erwischt hatte.

Nach dem Wechsel dominierte der BVB noch mehr, er erarbeitete sich Chancen am Fließband, spielte sie zum Teil auch schön heraus, aber die Bradley Fink, Samuel Bamba und Co. vergaben sie reihenweise. Fink traf die Latte, scheiterte am Gäste-Torwart, und der frühere Luzerner schien sich in seinem ersten Bundesliga-Spiel zu stark unter Druck gesetzt zu haben. Er verkrampfte im Strafraum zusehends. „Man hat aber seine Qualitäten erkennen können“, befand Geppert. Vielleicht hat er sich die Tore auch nur für das nächste Heimspiel gegen Schalke aufgespart.

„Die Abläufe stimmen noch nicht“

Da benötigen sie die Borussen dringender als gegen den später doch harmlosen Gast aus Wuppertal. Im Laufe des Spiels wurde der Qualitätsunterschied zwischen einem der Top-Favoriten auf die Meisterschaft und einem Aufsteiger doch ziemlich deutlich. So gelang es Colin Kleine-Bekel nach Hereingabe von Gürpüz (63.). El-Zein (73.) und Dominick Wasilewski (74.) den Vorsprung auf 5:0 auszubauen, ehe der eingewechselte Ken Mata das halbe Dutzend vollmachte und den Endstand herstellte.

Sebastian Geppert bilanzierte: „Die Abläufe stimmen noch nicht. Die Mannschaft muss sich erst noch finden. Aber sie hat in Ansätzen ihr großes Potenzial erkennen lassen.“ Ihre Entwicklung hat gerade erst begonnen.  

BVB: Ostrzinski – Semic, Collins, Kleine-Bekel, Müller (68. Wasilewski) – Walz (57. Cisse), Görpüz – Bamba (57. Mata), Lütke Frie, El-Zein – Fink.

Wilfried Wittke