Mehr Spitzenspiel geht nicht: Mit dem 1. FC Köln und dem BVB duellieren sich am Samstag um 11 Uhr auf dem Rasenplatz 7 im RheinEnergieSportpark die beiden absoluten Top-Teams der B-Junioren Bundesliga West. Köln, der aktuelle Deutsche U17-Meister, führt mit 53 Punkten und dem fabelhaften Torverhältnis von 82:11 die Tabelle an, Schwarzgelb folgt mit 51 Punkten und 62:19 Treffern auf Platz zwei. Mit weitem Abstand (40 Punkte, bei noch einem Nachholspiel gegen Lippstadt 08) belegt Borussia Mönchengladbach Rang drei.

Wie schwer die Aufgabe für die Jungs von Sebastian Geppert wird, verdeutlichen weitere Fakten:

Köln verlor lediglich das Saison-Auftaktspiel gegen Bayer Leverkusen (0:1), die Schützlinge des ehemaligen Profis Markus Daun feierten in der Rückrunde sieben Siege und erzielten dabei 43 Tore. Sie lösten den BVB mit dem jüngsten 12:0-Erfolg beim SV Lippstadt 08 als Rekordsieger ab (Dortmund gewann in der Saison 2010/11 gegen den Wuppertaler SV 12:1). Dabei fehlt den Kölnern seit Ende der Winterpause mit dem zu Bayer Leverkusen gewechselten Florian Wirtz ihr herausragender Offensivspieler, der beim 2:2 im Hinspiel noch für den Führungstreffer zum 2:1-verantwortlich war. Der BVB kam damals in der 5. Minute der Nachspielzeit durch Tekin Gencoglu zum etwas glücklichen Ausgleich.

Sebastian Geppert indes sieht seine Jungs gerüstet für dieses „Gipfeltreffen“ und versichert: „Wir fahren nach Köln, um zu gewinnen und wollen auf den ersten Tabellenplatz.“ Auch Borussia hat in dieser Saison lediglich ein Spiel verloren (1:4 bei Schalke 04), und die Mannschaft unterstrich ihre gute Verfassung beim letzten 2:0 im Top-Spiel gegen den Tabellendritten Borussia Mönchengladbach.

Professionelle Spiel-Vorbereitung

Fußballerisch sah Geppert noch „Luft nach oben“, doch die positiven Ergebnisse und Erkenntnisse nach der Winterpause lassen ihn zuversichtlich auf das Duell mit dem FC Köln blicken: „Wir wissen, dass wir auf eine Super-Mannschaft treffen, aber auch wir haben viel Selbstvertrauen getankt.“

Die Spiel-Vorbereitung verläuft hoch professionell, wie vor einer Endrunden-Partie zur Deutschen Meisterschaft. Deshalb spricht Geppert von einer „Generalprobe“. Stärken und Schwächen des Gegners wurden deutlich intensiver analysiert als vor normalen Spielen, und die BVB-Delegation begibt sich bereits nach dem Abschlusstraining nach Köln, um die Nacht vor dem Spiel im Team-Hotel zu verbringen. „Wir brauchen ein perfektes Spiel, um Köln zu besiegen“, sagt Geppert, der nichts dem Zufall überlassen will. Personell kann er aus dem Vollen schöpfen. „Wir werden die beste Mannschaft auf das Eis bringen“, kündigt er an. Gegenüber dem Vorsonntag könnte es die eine oder andere Veränderung in der Startformation geben.

Die Endrunde beginnt am 29. April

Selbst wenn es in Köln nicht zu einem Erfolgserlebnis reichen sollte, würde sich an Borussias glänzender Ausgangsposition im Kampf um die Qualifikation für die Endrundenplätze wenig ändern. Die Auslosung für das Halbfinale ergab, dass der Westmeister am 29. April zunächst Heimrecht hat gegen den Südvertreter (Mainz 05, FC Bayern oder Hoffenheim), der West-Zweite tritt dann beim Nordmeister (Hertha BSC Berlin oder RB Leipzig) an. Die Rückspiele finden am 3. Mai statt, das Finale steigt am 10. Mai.

Das Restprogramm der Kandidaten:

Köln (53 Punkte): BVB (Heimspiel), Bielefeld (Auswärts), Mönchengladbach (H), Bochum (H), Unterrath (A), Hennef (H)

Borussia Dortmund (51 Punkte): Köln (A), Unterrath (H), Hennef (A), Leverkusen (H), Aachen (A), Düsseldorf (H).

Borussia Mönchengladbach (40 Punkte): Bielefeld (H), Bochum (H), 1. FC Köln (A), Unterrath (H), Hennef (A), Leverkusen (H) – Nachholspiel gegen Lippstadt (H) am 9. April.

Wilfried Wittke