Der Traum vom Titel-Hattrick lebt weiter, den zweiten Tabellenplatz, der zum Einzug in die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft berechtigt, hat Borussias U17 mit dem 3:3 im Gipfeltreffen beim 1. FC Köln indes gefestigt. „Die Mannschaft hat eine tolle Moral gezeigt und in der zweiten Halbzeit richtig gepowert“, lobte Sebastian Geppert das Engagement seiner Jungs, die nach 0:2- und 1:3-Rückstand ins Spiel zurückgekommen sind.

Dem BVB fehlten im Top-Spiel Lion Semic, der sich krank abgemeldet hatte, und der verletzte Tekin Gencoglu. Faroukou Cisse besetzte die rechte Defensivseite, Samuel Bamba kehrte nach seiner Pause am vergangenen Wochenende in die Start-Elf zurück. Um es vorweg zu sagen. Er rechtfertigte das Vertrauen des Trainers mit einer couragierten Leistung.

Die Kölner, die nur im Saison-Auftaktspiel gegen Leverkusen unterlegen waren (0:1), gestalteten die Partie zunächst überlegen und nutzten ihre erste Chance zur 1:0-Führung, die Maximilian Schmid in der 17. Minute mit einem platzierten Flachschuss erzielte. Der BVB fand anfangs nicht seinen Rhythmus, Silas Ostrzinski verhinderte gegen Schmid das 0:2 (22.). Erst allmählich kamen die Schwarzgelben besser ins Spiel. Samuel Bamba, Dennis Lütke-Frie und Bradley Fink eröffneten sich Halb-Chancen, doch es gelang ihnen nicht, Kölns Torhüter Jonas Urbig in Verlegenheit zu stürzen.

Bradley Fink bestrafte TorhüterFehler

Der zweite Abschnitt begann mit einem weiteren Rückschlag: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld köpfte Calo Kettig in der 43. Minute zum 2:0 ein – für Borussia gleichzeitig das Signal, alle Hemmungen und Zwänge über Bord zu werfen. „Danach waren Aggressivität, Tempo und hohe Zweikampf-Intensität im Spiel“, kommentierte Sebastian Geppert eine „wilde Fahrt“ mit packenden Strafraum- und Mittelfeldszenen hüben wie drüben.

Der BVB schöpfte neue Hoffnung, als Bradley Fink in der 53. Minute einen Fehler von Kölns Schlussmann mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 bestrafte. Doch die Freude währte nicht lange, denn die schwarzgelbe Defensivabteilung ließ sich von einem weiten Abschlag überraschen, Pierre Nadjombe nahm das Geschenk dankend an und erhöhte auf 3:1 (61.). Geppert reagierte, wechselte erst Ken Mata, dann Chrysanth Mallek ein. Borussia machte noch mehr Druck, raffte sich zu einer starken kämpferischen Leistung auf und setzte auch fußballerische Akzente. „Es waren viele Elemente eines Top-Spiels dabei“, freute sich Sebastian Geppert über die deutliche Steigerung seines Teams.

Samuel Bamba wurde zum Hauptdarsteller

Nach einer sehenswerten Ballstafette über Noah Mrosek, Samuel Bamba und Ken Mata erzielte Bamba in der 70. Minute das 2:3. Bamba wurde in der Schlussphase auch zu einem der Hauptdarsteller dieses furiosen Duells der beiden West-Ausnahme-Mannschaften. Nachdem er in der 88. Minute gefoult worden war, entschied Schiedsrichter John Bender trotz heftiger Kölner Proteste auf Elfmeter. Ken Mata allerdings nutzte die Gunst der Stunde nicht und verschoss den Strafstoß. In der Nachspielzeit dann ein unstrittiger Elfmeterpfiff: Bamba wurde erneut von den Beinen geholt, Kapitän Dennis Lütke-Frie übernahm Verantwortung und verwandelte zum von Dortmunder Seite viel umjubelten und am Ende auch verdienten 3:3-Ausgleich.

„Das war eine richtig gute zweite Halbzeit“, strahlte Sebastian Geppert, der mit Blick auf die restlichen fünf Aufgaben in der Bundesliga West feststellte: „Wir befinden uns auf einem guten Weg.“ Um alle Unklarheiten zu beseitigen, benötigt der BVB noch drei Siege. Samstag erwartet die U17 im Nachwuchs-Leistungszentrum Hohenbuschei die SG Unterrath.

BVB: Ostrzinski – Cisse, Collins, Kleine-Bekel, Mrosek – Walz, Gürpüz (75. Mallek) – Bamba, Lütke-Frie, El-Zein (67. Mata) – Fink.

Wilfried Wittke