Was für ein verrücktes Spiel zum Saisonstart! In der Nachspielzeit egalisierten die Schwarzgelben im Borussia-Duell den 1:3-Rückstand und belohnten sich am Ende für ihre Moral und einen überaus ordentlichen Auftritt mit einem hochverdienten Punkt in Mönchengladbach. „Für den Auftakt war das in Ordnung. Wir haben eine tolle erste Halbzeit gespielt, die zweite war dann nicht mehr so gut“, bilanzierte Sebastian Geppert.

Die Gäste hätten bereits in der ersten halben Stunde die Weichen auf Sieg stellen können, denn sie dominierten die Partie im Borussia-Park von Beginn an und erspielten sich beste Chancen. Die erste nutzte Ayukayoh Mengot in der 13. Minute, als er ein Zuspiel von Vincenzo Onofrietti mit dem Treffer zum 1:0 abschloss. Sebastian Gepperts Jungs versäumten es, trotz deutlicher Überlegenheit die Führung auszubauen. Megot traf die Latte (29.), und wie ein Blitz aus heiterem Himmel fiel in der 32. Minute der 1:1-Ausgleich. Die BVB-Abwehr war nach einem Eckball nicht gut gestaffelt, und Leo Arndt bugsierte das Spielgerät zur allgemeinen Überraschung über die Linie. „Das war von uns nicht gut verteidigt“, mäkelte Geppert.

Dieser Treffer, der absolut nicht dem Spielverlauf entsprach und die Gäste auf dem „falschen Fuß“ erwischte, wirkte lange nach. Zwar eröffnete sich Ayukayoh Mengot noch eine erstklassige Möglichkeit, als er frei auf Gladbachs Tor zulief und am glänzend reagierenden Schlussmann Mert Temiz scheiterte, doch Sebastian Geppert gestand ein: „Wir sind völlig aus dem Rhythmus gekommen.“ Die Platzherren nutzten die gegnerische Unordnung zu zwei weiteren Toren. Luis Werrmann überraschte Daniel Duek mit einem 18-Meter-Schuss (45.), und die Gladbacher profitierten erneut von einem Eckball, um ihre Führung auf 3:1 auszubauen (Igboanugo, 58. Minute).

Einwechselspieler drehten das Spiel

Erfreulich für Geppert, dass diesmal die Einwechselspieler maßgeblich zur Wende beitrugen. Nach dem 1:3 krempelten alle noch einmal die Ärmel hoch, um das Spiel im Schluss-Spurt zu drehen. „Wir haben in der letzten Woche thematisiert, dass die Jungs, die reinkommen, ganz wichtig für die Mannschaft sind. Wir brauchen jeden Spieler“, verriet der Fußball-Lehrer. Niclas Dühring gelang mit Beginn der Nachspielzeit mit einem platziert geschossenen Freistoß der 2:3-Anschlusstreffer, und der Jubel war groß, als Mika Lenninghaus zwei Minuten später den Ball über die Linie zum 3:3-Endstand bugsierte.

„Wenn es uns gelingt, die Leistung der ersten halben Stunde über die gesamte Spielzeit zu zeigen, bin ich für die Saison sehr zuversichtlich“, resümierte Geppert. Nach der doch etwas zäh verlaufenen Vorbereitung hat die Mannschaft gegen einen hoch eingeschätzten Konkurrenten jedenfalls ein erstes kleines Ausrufezeichen gesetzt. Jetzt kann sie den Punkt in den Heimspielen gegen den SC Paderborn (Samstag, 26. September) und RW Essen (Samstag, 3. Oktober) mit zwei Siegen veredeln.

BVB: Dudek – Mrosek (74. Stein), Cisse, Pauli, Korzynietz – Walz, Lubach (59. Dühring) – Onofrietti, Schiano, Mengot (64. Lenninghaus) - Nnwachkukwu.

Wilfried Wittke