Kaum zu glauben, aber wahr - und ein bitterer Rückschlag für die Ambitionen der U17: Als Schiedsrichter Jonah Besong die Nachspielzeit anzeigte, führten die Jungs von Sebastian Geppert im kleinen Derby hochverdient mit 2:1. Nach dem Abpfiff des Unparteiischen beklagten sie eine überraschende 2:3-Niederlage gegen den VfL Bochum.

Damit zog der Nachbar in der Tabelle nicht nur an den Schwarzgelben vorbei, der BVB fiel zugleich ins Verfolgerfeld zurück und kann diese Schlappe nicht wieder gutmachen, weil die Saison in einer einfachen Runde ausgetragen wird. Das Saisonziel, die Qualifikation für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft, ist nach erst vier Spieltagen schon akut gefährdet. „Das ist total ernüchternd. Wir haben andere Ansprüche und dürfen uns jetzt keine Ausrutscher mehr erlauben“, kommentierte der enttäuschte Sebastian Geppert.

Dabei begann alles so gut. Die Borussen drängten die körperlich überlegenen Bochumer in die eigene Hälfte zurück und erspielten sich einige sehr gute Chancen. Wie in der 10. Minute, als Kjell Wätjen auf Jaden Korzynierz flankte, dessen Kopfball aber haarscharf am Pfosten vorbeiging. Acht Minuten später schloss Paris Brunner eine feine Vorarbeit von Raul König etwas überhastet ab. Damit war eine weitere Möglichkeit vertan. Vincenzo Onofrietti, Raul König, wieder Paris Brunner, sie alle hatten das 1:0 auf dem Fuß, aber es haperte – nicht zum ersten Male in dieser Saison - an der Chancenverwertung.

Spielkontrolle aus der Hand gegeben

Die Bochumer sendeten in der 23. Minute mit einem von Marlon Zacharias entschärften Konter ein erstes offensives Lebenszeichen und wurden in der Schlussphase des ersten Durchgangs sogar spielbestimmend, weil die Borussen mit Passfehlern und unnötigen Ballverlusten die Kontrolle aus der Hand gegeben hatten. Zacharias verhinderte mit einem tollen Reflex nach einem Kopfball von Lennart Koert in der 38. Minute sogar einen Rückstand.

Sebastian Geppert hatte in der Pause offenbar die richtigen aufbauenden Worte gefunden, denn die Mannschaft kam entschlossen und konzentriert aus der Kabine. Raul König scheiterte in der 43. Minute ebenso wie Onofrietti am glänzend reagierenden Hugo Rölleke im VfL-Tor. Ausgerechnet der bis dahin vorzügliche Bochumer Schlussmann leistete beim überfälligen 0:1 in der 54. Minute Hilfestellung, denn er ließ einen haltbaren Flachschuss von Vincenzo Onofrietti nach Hereingabe des starken Kjell Wätjen passieren.

Statt den Gegner mit ruhigen und überlegten Ballpassagen in die Schranken zu weisen und ihm fußballerische Überlegenheit zu demonstrieren, vermittelten die Schwarzgelben den Bochumern mit unkontrollierten wie hektischen Zuspielen stets das Gefühl, in diesem Derby nicht chancenlos zu sein. Ein leichtsinniges Abspiel von Marlon Zacharias war Ausgangspunkt des 1:1 durch Lennart Koerdt (60.). Nach der erneuten BVB-Führung durch Vincenzo Onofrietti (64.) wiederholten sich schwarzgelbe Schludrigkeiten und Konzentrationsfehler.

Geppert: „Wir laufen der Musik hinterher“

Der VfL bestrafte sie dann bitter in der Nachspielzeit, nachdem Onofrietti noch die Latte getroffen hatte. Zunächst ließen sich die Borussen von einem Konter überraschen, den der eingewechselte Adam Tolba veredelte. In der vierten Minute der Nachspielzeit, bekamen Sven Meyer und Noel Werner auf der linken Seite keinen Zugriff auf den Bochumer Flankengeber, und der ebenfalls spät eingewechselte Dean Winter machte die Überraschung perfekt.

„Das darf uns nicht passieren. Wir haben den Sieg leichtfertig hergegeben“, ärgerte sich Sebastian Geppert und ergänzte: „Bis zur 80. Minute war es, abgesehen von der Chancenverwertung, eine ordentliche Leistung der Mannschaft. Das Ergebnis ist ernüchternd. Jetzt besteht die große Gefahr, dass wir der Musik hinterherlaufen.“

Und am kommenden Sonntag tritt der BVB beim bisher überraschend starken SC Preußen Münster an…

BVB: Zacharias – Herrmann, Adamczyk, Rahmann, Meyer – Wätjen (79.Brune), Korzynietz – König (79. Werner), Lubach, Onofrietti – Brunner.

Wilfried Wittke