Wenn nach diesem Wochenende die B-Junioren-Bundesliga West in die Winterpause geht, dann präsentiert sich die Tabelle als „schiefes Bild“. Und der Blick auf das Tableau macht den Borussia-Fans keinen Spaß. Während Borussia Mönchengladbach als Spitzenreiter zehn Spiele absolviert hat, bleibt der BVB seit Wochen auf sechs Spielen stehen – und entsprechend läuft er der Musik hinterher.

Die Jung-Fohlen vom Niederrhein führen mit höchst beachtlichen 27 Punkten (10 Spiele). Es folgen Fortuna Düsseldorf (22/8), der bisher einzige Gladbach-Besieger Schalke 04 (22/8), der VfL Bochum (18/8) und Preußen Münster (15/8/). Dahinter sortieren sich die schwarzgelben Jungs mit relativ schwachen 13 Punkten aus sechs Spielen ein

„Das ist die schlechteste Platzierung seit Ewigkeiten“, sagt Trainer Sebastian Geppert. Seit 2013 haben die Schwarzgelben die Liga dominiert, fünf Mal in dieser Zeit die Westdeutsche Meisterschaft gewonnen und sich regelmäßig für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. In der Saison 2020/21 ist alles anders. In den ersten Bundesligaspielen ließen die Borussen überraschend Federn. Tiefpunkt war das 2:3 gegen Bochum, nach 2:0-Führung bis zur 80. Minute. Und als die Mannschaft gerade zur Aufholjagd angesetzt hatte, stoppte sie der Corona-Virus. 3:1 gewann sie in Münster, am 30. Oktober folgte ein 8:0-Sieg gegen Alemannia Aachen – es sollte das letzte Punktspiel des Jahres sein.

Nach der Länderspielpause erkrankten mehrere Spieler an Corona. Erst musste die Partie gegen den FC Hennef abgesagt werden, anschließend das Derby auf Schalke, jetzt das Heimspiel gegen den SC Paderborn, und auch das für den 18. Dezember terminierte Duell mit Fortuna Köln findet nicht statt. „Wir sind froh und dankbar, dass sich die Gegner so kooperativ gezeigt und den Spielverlegungen zugestimmt haben. Bei allem sportlichen Ehrgeiz: Die Gesundheit der Spieler steht absolut im Vordergrund“, kommentiert Sebastian Geppert die augenblickliche Situation.

Noch gegen alle Spitzenmannschaften

Seine Jungs schickt er jetzt in die vorgezogenen Winterferien. Trainings-Neustart soll der 10. Januar sein, „dann“, so Geppert, „hoffentlich unter wieder normalen Bedingungen“ Die Frühjahrsrunde beginnt für den BVB am 5. Februar mit dem Nachholspiel gegen Hennef. „Im Februar/März geht es vermutlich in Englischen Wochen Schlag auf Schlag. Dann sollten wir auch schnell in den Rhythmus finden“, erklärt der Fußball-Lehrer, der einen der ersten beiden Tabellenplätze, die zur Teilnahme an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft berechtigen, noch lange nicht abgeschrieben hat.

Die junge Mannschaft, die sich so positiv entwickelt hatte, bevor Corona sie stoppte, hat tatsächlich alles in ihrer Hand. Denn sie spielt in dieser einfachen Bundesliga-Runde noch gegen die aktuellen Spitzenteams Borussia Mönchengladbach, Schalke 04, Fortuna Düsseldorf und VfL Bochum. Und abgerechnet wird nach 16 Spieltagen.

Dann sollte der Blick auf die Tabelle auch wieder Spaß machen.

(wiwi)