Eigentlich sollte es eine klare Sache sein, wenn der noch ungeschlagene Spitzenreiter auf den Tabellenvorletzten trifft (Sonntag, Anstoß 11 Uhr, NLZ Brackel). Doch Sebastian Geppert hält überhaupt nichts davon, den SC Paderborn auf die leichte Schulter zu nehmen und warnt: „Die werden defensiv stehen, einen Plan haben und uns mit Kontern überraschen wollen. Wir müssen hellwach und darauf vorbereitet sein.“

Im Hinspiel erzielte der BVB fünf seiner bis heute 61 Tore, er kassierte allerdings auch zwei der bisher neun Gegentreffer. Geppert erinnert zudem an das jüngste Derby, das seine Mannschaft zwar überzeugend und mit einem 5:0-Triumph gestaltet hatte: „Aber es wäre vielleicht in die andere Richtung gelaufen, wenn die Schalker ihre große Chance zum 1:1-Ausgleich genutzt hätten. Auch Paderborn würde Nachlässigkeiten bestrafen.“

Geppert steckt im Augenblick im Prüfungsstress, schreibt derzeit in der Sportschule Hennef Klausuren, und Ende März wird ihm in einer Feierstunde in Köln sein Diplom als Fußball-Lehrer ausgehändigt. „Ich bin froh, wenn es so weit ist. Aber es war eine hoch interessante und lehrreiche Zeit mit vielen netten Kollegen“, berichtet er über die Monate auf der „Schulbank“. Ab April steht er seinen Jungs wieder voll zur Verfügung, nachdem sie an den ersten Wochentagen auf ihren Chef verzichten mussten. Doch auch in der Zeit der "Zweigleisigkeit" hielt er engen Kontakt zu seinen Mitstreitern und Spielern.

„Die Jungs haben gut und konzentriert gearbeitet. Sie wissen, dass sie sich keinen Ausrutscher erlauben dürfen“, fasst Geppert die Eindrücke der letzten Trainingswoche zusammen. Der Derbysieg hat sich nicht übermütig werden lassen. Das ist auch gut so. Denn der 1. FC Köln mit zwei und Bayer Leverkusen mit drei Punkten Rückstand lassen nicht locker und warten nur auf einen Patzer des aktuellen Deutschen Meisters.

Calvin Minewitsch und Ware Pakia fehlen

Gegenüber der Partie auf Schalke kündigt sich eine krankheitsbedingte Veränderung an: Calvin Minewitsch laboriert an einer Grippe und wird geschont. Dagegen rechnet Geppert mit dem Einsatz der angeschlagenen Ansgar Knauff und Tim Böhmer. Gar nicht im Aufgebot steht Ware Pakia, dessen Verletzung allmählich Rätsel aufgibt. Er soll in den nächsten Tagen noch einmal eingehend untersucht werden.

Gut verlaufen ist die erste OP bei Tekin Gencoglu. Zu seinem Genesungsprozess beigetragen hat auch die tolle Geste seiner Kollegen, die nach dem Derby-Triumph einen Kreis bildeten und das Trikot mit der Rückennummer 21 in die Höhe hielten – jenes, des beim U16-Länderspiel gegen Portugal schwer verletzten Tekin Gencoglu. Sie denken an ihn und spielen für ihn. Auch Sonntag gegen Paderborn.

Wilfried Wittke