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U17

Trainer

Sebastian Geppert

Sein Meisterstück hat er bereits abgeliefert. Auf dem Campus des deutschen Fußball-Rekordmeisters. 3:2 gewann Sebastian Gepperts U17 das hochklassige Finale beim FC Bayern München um die Deutsche B-Junioren-Meisterschaft 2018. „Von allen Titeln, die wir zuletzt gewonnen haben, war dieser vielleicht der emotionalste. Nicht viele haben daran geglaubt, weil Bayern so brettstark war“, strahlte Nachwuchskoordinator Lars Ricken.

Geppert und seine Jungs krönten damit eine außergewöhnliche Saison, in der sie lediglich eine Bundesliga-Niederlage (beim 1. FC Köln) kassierten. Dem Trainer war es gelungen, hoch talentierte Fußballer zu einem Team zusammenzuschweißen, es zu formen, zu fördern und zu entwickeln, aber auch den Prozess der individuellen Ausbildung auf die nächst höhere Stufe zu heben. Jeder Spieler hat seine Leistung von Monat zu Monat verbessert – und damit die des gesamten Kollektivs. Genau das macht einen erstklassigen Fußball-Pädagogen im Nachwuchs-Leistungszentrum aus.

Eigentlich hatte Geppert an der Seite von Benjamin Hoffmann noch lernen wollen, als Hannes Wolf im September 2016 für die Profis des VfB Stuttgart freigestellt wurde. Hoffmann übernahm die U19, Geppert, seit 2013 in BVB-Diensten, folgte seinem „Chef“ als nun Verantwortlicher für die U17. Und er startete mit seinem Team gleich durch. Als Zweiter der Bundesliga West qualifizierte sich Borussia für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Gegner war die vermeintliche „Über-Mannschaft“ von Werder Bremen. Im Hinspiel erarbeiteten sich die von Geppert taktisch hervorragend eingestellten Schwarz-Gelben mit dem 1:1-Unentschieden eine fast ideale Ausgangsposition, das Rückspiel allerdings mussten sie nach einem umstrittenen Platzverweis 75 Minuten lang in Unterzahl bestreiten. Damit waren auch alle strategischen Überlegungen über den Haufen geworfen. Bremen qualifizierte sich für das Finale, dem BVB blieben nur Komplimente für Einsatz und Moral. Ein Jahr später erklomm die dann neu formierte Mannschaft in München den Fußball-Gipfel.

Sebastian Geppert hat das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt, die Erwartungen sogar übertroffen. „Ich genieße das große Privileg, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben – und das bei dem Verein, für den schon immer mein Herz schlägt“, sagt der heute 34-Jährige, der derzeit einen Fußball-Lehrer-Lehrgang an der Sportschule Hennef absolviert und zweigleisig fährt. An den ersten vier Wochentagen drückt er die Schulbank, den Rest verbringt er mit Borussias U17. Dass der BVB ihm diese Möglichkeit eröffnet hat, betont Geppert, dafür sei er dem Verein „zu Dank verpflichtet“.

Geboren und aufgewachsen ist er in Wanne-Eickel. Als Jugendlicher spielte er bei Borussia, dann wechselte er zur SG Wattenscheid 09. Der Traum von einer Profi-Karriere war nach einer schweren Knieverletzung beendet, er spielte nur noch als Hobby u. a. für den ASC 09 Dortmund und widmete sich vornehmlich dem Studium der Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Diagnostik und Training an der Ruhr-Universität Bochum, das er mit dem Masters abschloss. Im Juli 2013 komplettierte er den Trainerstab beim BVB, als Co-Trainer der U16 sowie als Talentscout und Analyst für die Pofis.

„Ich versuche den Jungs zu vermitteln, dass sie bei Borussia eine Riesen-Chance haben. Der Leistungsgedanke steht in der U17 bereits im Vordergrund, weil wir hier im Übergang zum Profibereich arbeiten. Meine Mannschaft soll Qualität, Selbstvertrauen und Mut haben, ihr Spiel durchzusetzen“, beschreibt er seine Vorstellungen. Wie die U17 in der Saison 2017/18, in der auch Sebastian Geppert sein Meisterstück gemacht hat.

Wilfried Wittke

Co-Trainer: Eren Yilmaz - Torwarttrainer. Michael Strzys - Betreuer: Christian Heimann

Trainerteam