Die Chancen hätten ausgereicht, um einen lockeren Sieg einzufahren, aber unter dem Strich stand eine 0:1-Niederlage gegen den FC Schalke 04: Die U19 hat sich wieder einmal nicht belohnt für eine gute Gesamtleistung. Umso ärgerlicher, dass das Tor des Tages aus einem Elfmeter resultierte, dem ein unnötiges Foul vorausgegangen war.

Zyen Jones, Schalkes brandgefährlicher Angreifer, hatte sich im Strafraum in Richtung Grundlinie gespielt und Ramzi Ferjani ihn zu ungestüm attackiert. „In dieser Situation hätte gar nichts passieren können“, haderte Benjamin Hoffmann mit der Naivität seines Innenverteidigers, der ansonsten eine ordentliche Partie abgeliefert hatte. Schalkes Kapitän Görkem Can verwandelte den Strafstoß in der 70. Minute und ließ dem zuvor souveränen Luca Unbehaun keine Chance.

Der Spielverlauf war damit auf den Kopf gestellt. „Die Qualität unserer Chancen war richtig groß“, ärgerte sich Hoffmann erneut über die Abschluss-Schwäche seiner Jungs. Den Anfang machte schon in der dritten Minute Emre Aydinel, als er nach Flanke von Yassin Ibrahim unbedrängt zum Kopfball kam, aber das Spielgerät über die Latte setzte. Borussias Top-Torschütze, der seit November nicht mehr getroffen hat, eröffnete sich in der 12. Minute auch die nächste Möglichkeit, um seine Mannschaft in Führung zu bringen. Doch sein Schuss war zu schwach, um Erdem Canpolat im Schalker Tor ernsthaft in Verlegenheit zu stürzen.

Emre Aydinel traf Latte und Außennetz

Patrick Osterhage versiebte aus zwölf Metern in bester Position die wohl klarste Chance nach Zuspiel von Alaa Bakir (17.), danach stürzten sich die Schalker Innenverteidiger Can und Thiaw beherzt gegen Immanuel Pherai und Ibrahim ins Getümmel (28., 43.) und verhinderten so erfolgreich Schaden. Beide Male hatte Osterhage die Vorarbeit geleistet. Zum Pechvogel avancierte indes Emre Aydinel, der in der 44. Minute die Latte und in der zweiten Halbzeit das Außennetz traf (65.).

Allerdings kamen auch die Schalker einige Male Erfolg versprechend vor das BVB-Tor. Vor allem Zyen Jones bereitete der Abwehr einiges Kopfzerbrechen. Luca Unbehaun rettete gegen den schnellen Angreifer (10., 30. Minute), und Borussias Torhüter parierte in der 40. Minute einen platziert geschossenen Freistoß von Can.

image

Der zweite Durchgang verlief unter den Augen von Michael Zorc und Sebastian Kehl deutlich unspektakulärer. Die Schalker zogen sich mehr und mehr zurück, um den einen Punkt nicht mehr zu gefährden, dem BVB fehlten In der Offensive nach Pherais verletzungsbedingtem Ausscheiden (Knieprellung) Dynamik und Wucht, um den Gegner noch entschlossener unter Druck zu setzen. Benjamin Hoffmann hatte, weil Robin Kehr, Reda Khadra und Malte Wengerowski fehlten, nicht mehr die Möglichkeit, von der Bank neue Impulse zu setzen. Schalke wiederum nahm das Elfmeterschenk dankend an (70.) und verteidigte relativ problemlos die Führung, die nur kurz vor dem Ende noch einmal in Gefahr geriet, als Osterhage mit einem Kopfball das Ziel verfehlte.

Jetzt muss eine Siegesserie her

„Ärgerlich, aber wir dürfen jetzt nicht den Glauben an uns verlieren“, kommentierte Hoffmann die Derby-Niederlage und den Verlust der Tabellenführung. Der 1. FC Köln ist jetzt Spitzenreiter, der BVB Zweiter mit nur noch einem Punkt Vorsprung auf Schalke und den VfL Bochum. In der Hinrunde hatte die Mannschaft aus den ersten vier Spielen zwölf Punkte geholt, in der Rückrunde ganze vier und so einen komfortablen Vorsprung verspielt. „Wir müssen jetzt mal eine Siegesserie hinlegen“, fordert Hoffmann vor dem Gang nach Oberhausen (Sonntag, 24. Februar, 11 Uhr).

Leichter gesagt als getan, wenn seine Jungs das Tor nicht treffen.

BVB: Unbehaun – von Cysewski (46. Lübke), Ferjani, Knoop, Mißner (78. Göckan) – Raschl – Osterhage, Pherai (51. Pena Zauner) – Bakir (81. Örs), Aydinel, Ibrahim.   

Wilfried Wittke