Das hatte sich Benjamin Hoffmann ganz anders vorgestellt. „Wir sind in Schönheit gestorben und haben weder die Bedingungen noch den Kampf angenommen“, ärgerte sich der Meistertrainer nach der 2:4-Niederlage im Top-Spiel beim FC Schalke 04. Damit ist der Zug in Richtung Titelverteidigung wohl abgefahren, der zweite Tabellenplatz bleibt nun als realistisches Ziel

Auf dem kaum bespielbaren Rasenplatz an der Gesamtschule Ückendorf wählten unsere Jungs vor 1 500 begeisterten Zuschauern die falsche Herangehensweise. Mit brotlosen Kurzpässen spielten sie den Gastgebern in die Karten. „Schalke war einfach aggressiver und in der Balleroberung deutlich stärker“, sparte Hoffmann nicht mit Kritik an seinem Team, das alle guten Vorsätze in der Kabine gelassen hatte.

Die Gastgeber erwischten – auch dank Unterstützung des Berliner Schiedsrichter-Gespanns – einen Start nach Maß und trafen bereits in der 2. Minute durch Florian Krüger zum 1:0. „Eine klare Abseitsstellung“ hatte Hoffmann ausgemacht. Mit der frühen Führung im Rücken wurde die Brust der Schalker Spieler immer breiter.

Selbst Borussias Ausgleichstreffer durch David Kopacz (14.) - vorbereitet von Jadon Sancho - warf sie nicht aus der Bahn. Sie entschieden die wichtigen Zweikämpfe für sich und erzielten in der 34. Minute das 2:1. Kutucu setzte einen Freistoß unhaltbar für Luca Unbehaun in die Maschen. „Eine Fehlentscheidung des Unparteiischen“, echauffierte sich Benjamin Hoffmann, „Julian Schwermann hatte vorher eindeutig den Ball gespielt.“ Doch auch dieser Treffer rüttelte die Schwarz-Gelben nicht wach. Schläfrig verhielten sie sich vor dem 1;3, als sie den Gastgebern nach einem Freistoß den zweiten Ball überließen und Kutucu das Spielgerät ins Netz hämmerte. Nick Taitague hätte vor dem Wechsel sogar noch auf 4:1 erhöhen können, doch Luca Unbehaun bereinigte die Situation.

Luca Kilian vergab Großchance

„Wir hatten extreme Laufbereitschaft, hohe taktische Disziplin und einen herausragenden Teamgeist“, überschüttete Schalke-Trainer Norbert Elgert sein Team mit Komplimenten. „Königsblau“ dominierte auch den zweiten Durchgang und schraubte das Ergebnis in der 68. Minute durch einen von Niklas Wiemann verwandelten Elfmeter auf 4:1. Erst danach und im Gefühl eines sicheren Sieges ließen die Schalker die Zügel ein wenig schleifen. Der BVB agierte nun – und viel zu spät - mit langen Bällen. Jadon Sancho, der kurz nach dem Wechsel die Möglichkeit zum 2:2-Ausgleich vergeben hatte, netzte in der 85. Minute zum 2:4 ein . Und wenig später bot sich Luca Kilian sogar die Chance zu einem weiteren Treffer. Er bekam kurz vor der Torlinie den Ball nicht unter Kontrolle. Damit hätte er sogar noch eine dramatische Schlussphase einleiten können. Unter dem Strich stand aber eine verdiente Niederlage.

Die nächsten Spiele sind wichtig“

"Das tut schon weh, die Art und Weise war bitter. Aber es hat sich in der Tabelle für uns nicht viel verändert. Die Spiele, die im April kommen, sind wichtig“, richtete Benjamin Hoffmann nach dem Abpfiff den Blick schon nach vorn. Ziel bleibt die Qualifikation zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Und dazu reicht der zweite Platz, den es in den nächsten Top-Spielen gegen Leverkusen, Köln, Duisburg, Münster und Düsseldorf zu verteidigen gilt.

Borussia: Unbehaun – Kopacz, Kilian, Sechelmann, Beste (68. Osterhage)– Schwermann, Gomez (85. Baxmann) – Sancho, Bulut, Wanner – Aydinel (74. Besong)

Wilfried Wittke