Am Ende stürzte sich eine Spielertraube auf Nick Deubel: Borussias U17-Torhüter, der den zur U23 abgestellten Luc Hawryluk vertreten musste, hatte gerade den von Bogdan Samoilovs' gar nicht mal unplatziert geschossenen Elfmeter gehalten und damit den Einzug ins Finale beim RUHR-Cup International 2018 perfekt gemacht.

„Die Jungs haben alles in die Waagschale geworfen und sich das Endspiel verdient“, freute sich Benjamin Hoffmann über den Lohn harter Arbeit. Eigentlich hätten die Schwarz-Gelben schon in der regulären Spielzeit (2 x 20 Minuten) das Duell mit dem 1. FC Köln für sich entscheiden müssen. Doch leider vergab Alaa Bakir drei dicke Torchancen. Samstag, im ersten Bundesliga-Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (Anstoß 11 Uhr NLZ Brackel), sollte es der U17-Meister besser machen. Dass er es kann, hat er in der Vergangenheit häufig genug bewiesen.

„Die ersten zehn Minuten gehörten den Kölnern, aber nach taktischen Umstellungen im zentralen Bereich waren wir die bessere Mannschaft“, urteilte Benjamin Hoffmann nach einer packenden Partie. Der FC ging bereits nach zwei Minuten durch Anil Aydin in Führung, nachdem vorher Deubel noch stark reagiert hatte. Die Borussen kamen allmählich besser ins Spiel. Alaa Bakir setzte den Ball nach einem klugen Pass von Emre Aydinel an den Pfosten (7.), nach einer Viertelstunde zögerte er vor dem Tor zu lange mit dem Abschluss und zog gegen Kölns Keeper Julian Roloff den Kürzeren.

Die Borussen steckten die Köpfe aber nicht in den Sand, zeigten eine prima Reaktion, drückten trotz brütender Hitze aufs Tempo und gestalteten die Partie in Richtung Einbahnstraße. Es dauerte bis zur 24. Minute, ehe Yassin Ibrahim eine feine Einzelleistung gekonnt mit dem überfälligen Ausgleichstreffer krönte. Bakir wiederum hätte die Borussen in der 34. Minute in Führung schießen müssen. Er übersah erst den völlig frei stehenden Aydinel und schlenzte den Ball anschließend am linken Pfosten vorbei (34.). Im Gegenzug hätte sich diese Fahrlässigkeit beinahe gerächt, als der Schiedsrichter höchst umstritten auf Foulelfmeter für Köln entschied. Doch Kapitän Tomas Ostrak lupfte den Ball über das Tor.

Rapid ist noch ungeschlagen

So blieb es beim 1:1. Das Elfmeterschießen musste entscheiden. Ibrahim und Aydinel verwandelten sicher, die ersten beiden Kölner Schützen ebenfalls. Dann scheiterte der im Spiel starke Immanuel Pherai an Roloff. Der FC wiederum konnte die Gunst der Stunde nicht nutzen. Denn Darko Churlinow fand in Nick Deubel seinen Meister. Florian Rausch, Tobias Raschl und Tashreeq Matthews schossen ihre Strafstöße humorlos in die Maschen, bevor Nick Deubel seinen zweiten großen Auftritt hatte und im Duell mit Samoilovs Sieger blieb.

Borussia steht damit zum vierten Male in Folge im Turnier-Finale. Nach drei Niederlagen wäre es an der Zeit, den Siegerpokal zu gewinnen. Allerdings wartet in Rapid Wien ein bärenstarkes Team auf den BVB. Die Österreicher gewannen das Halbfinale gegen Hannover 96 mit 1:0 und hatten sich vorher in der schweren Gruppe gegen Manchester United, Atletico Madrid, Fortuna Düsseldorf und 1. FC Köln ungeschlagen als Tabellenführer durchgesetzt. Spannung ist garantiert, Sonntag in der "Roten Erde" (Anstoß 11.15 Uhr).

BVB: Deubel – von Cysewski, Ferjani, Schell, Mißner (32. Matthews) – Raschl, Pherai – Bakir (34. Örs), Ibrahim, Rausch – Aydinel.

Wilfried Wittke