Die Anspannung steigt, die Nervosität wächst, aber auch die Vorfreude: Die Jungs von Trainer Benjamin Hoffmann starten mit einer Portion Zuversicht in die Bundesliga-Saison, die sie Samstag (11. August) mit einem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (11 Uhr, NLZ Brackel) eröffnen.

Als durchaus gelungen empfand Hoffmann die Generalprobe beim hochkarätig besetzten RUHR-Cup International, den sie mit dem zweiten Platz hinter Rapid Wien abschlossen, nachdem sie vorher beim SilverLake-Cup in Los Angeles ebenfalls auf Rang zwei gelandet waren. Dennoch verlief die Vorbereitung alles andere als optimal, weil Verletzungen und Krankheiten vom Trainer-Team einige Improvisationskunst erforderten, die auch gegen die Fortuna gefragt sein wird.

Besonders schwer ins Gewicht fallen die langfristigen Ausfälle der Defensiv-Spezialisten Niclas Knoop (Schulter-OP) und Felix Schlüsselburg (Muskelbündelriss Adduktoren), zumal Hoffmann im hinteren Bereich nicht über die meisten personellen Alternativen verfügt. Und gegen Düsseldorf muss Julius Schell noch eine aus der vergangenen Saison resultierende Sperre absitzen. Beim RUHR-Cup wurde sogar Malte Wengerowski in der Innenverteidigung getestet. Immerhin kehrt Nico Lübke in den Kader zurück.

Auch Alaa Bakir fällt aus

Auch in Mittelfeld und Angriff hakt es noch. Rückenprobleme hatten Patrick Osterhage zu einer Pause gezwungen, der neue Kapitän musste sich gestern noch einer eingehenden Untersuchung unterziehen und steht nicht zur Verfügung. Stürmer Paul Besong (Kniereizung) steigt erst Ende nächster Woche ins Training ein, Enrique Pena Zauner war 14 Tage für die U20-Auswahl Venezuelas im Einsatz und kehrte erst gestern Abend vom Turnier aus Spanien zurück. Robin Kehr ist nach seiner Sprunggelenkverletzung noch kein Kandidat für die Start-Elf, er wird als „Joker“ auf der Bank Platz nehmen. Zu allem Unglück erlitt Alaa Bakir einen Migräne-Anfall, der ihn sogar ins Krankenhaus zwang. Auch sein Einsatz ist ausgeschlossen – und der südafrikanische Neuzugang Tashreeq Matthews für die Bundesliga noch nicht spielberechtigt.

Die Hoffnungen ruhen im Mittelfeld jetzt auf Tobias Raschl und Immanuel Pherai, die zuletzt prächtig harmonierten. Yassin Ibrahim, Malte Wengerowski, Reda Khadra und Emre Aydinel bewerben sich um die Offensiv-Plätze. Samuel Örs ist nach einer Roten Karte aus der Vor-Saison noch für vier Spieltage gesperrt.

Elf gute Jungs auf dem Platz“

Fortuna Düsseldorf hat beim RUHR-Cup positiv überrascht, Siege gegen Manchester United wie Juventus Turin gefeiert und gegen Atletico Madrid immerhin ein 0:0 erreicht. „Eine spielstarke und taktisch gut ausgebildete Mannschaft“, sagt Hoffmann über den Gegner, der schon im vergangenen Jahr in der Bundesliga eine gute Rolle gespielt hat. Trotz aller Schwierigkeiten ist der BVB auf Sieg eingestellt. Hoffmann versichert: „Natürlich wäre es schön, aus dem Vollen schöpfen zu können. Aber wir haben immer noch elf gute Jungs auf dem Platz. Und alle sind gewillt, Fortuna zu schlagen.“

Die Spitze im Westen scheint in dieser Saison noch enger zusammenzurücken. Der 1. FC Köln gehört wie Schalke 04 und Leverkusen zu den ganz heißen Meisterschafts-Kandidaten. Der VfL Bochum spielt immer oben mit, Borussia Mönchengladbach ist noch eine Wundertüte und Fortuna Düsseldorf zu beachten. Angesichts dieser starken Konkurrenz sollte sich der BVB trotz aller Sorgen und Probleme keinen Fehlstart erlauben. Denn sein Ziel ist klar formuliert: Die Qualifikation zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft sollte es wieder sein.

Wilfried Wittke