In der Bundesliga Tabellenführer und auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft, im DFB-Pokal für das Viertelfinale qualifiziert und mit guten Chancen, am 16. Dezember über den 1. FC Magdeburg in die nächste Runde einzuziehen: Unsere U19 spielt eine grandiose Fußball-Saison 2018/19. Nur in der UEFA Youth League hakt es. Vor dem Rückrundenstart am Dienstag (16 Uhr) bei Atletico Madrid belegt sie in Gruppe A mit einem Punkt Platz vier hinter den Spaniern (6 Punkte), AS Monaco (6) und dem FC Brügge (4).

„Wir treten an, um es besser zu machen“, versichert Benjamin Hoffmann vor der Partie im Estadio Cerro del Espino. Vor 14 Tagen kassierte der BVB eine unglückliche 3:4-Niederlage gegen die Madrilenen. Fußballerisch hatte das Team mithalten können. „Atletico war insgesamt cleverer und griffiger“, urteilte Hoffmann, der die Partien in der Youth League weniger nach Ergebnissen, sondern als Teil des individuellen wie kollektiven „Entwicklungsprozess“ bewertet.

In den bisher absolvierten drei Spielen sah er die Schwarzgelben auf Augenhöhe, am Ende mangelte es gegen die physisch stärkeren Mannschaften aus Brügge und Monaco entweder an „Körperlichkeit“ oder Zweikampfhärte. Gegen Madrid hatte der BVB in der zweiten Halbzeit nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Torhüter Luca Unbehaun ein wenig die Orientierung verloren, geriet deshalb 1:4 in Rückstand, ehe  Robin Kehr mit zwei Treffern noch einmal Hoffnung schürte. Aber zu einem Punktgewinn hat es nicht mehr gereicht.
Nur Sergio Gomez als Ergänzung

In Madrid verzichtet Benjamin Hoffmann auf Kader-Ergänzungen aus der U23. Er wird eine komplette U19 nominieren, auch der von den Profis abgestellte Sergio Gomez fällt mit seinen gerade 18 Jahren noch unter den Status „A Junior“ und könnte praktisch wie theoretisch in der U19-Bundesliga auflaufen. Die anderen Vereine schöpfen in der Regel die Möglichkeit aus, vier ältere Jahrgangsspieler zu berufen, weil die Youth League gerade in Spanien, England, Frankreich und Italien einen deutlich höheren Stellenwert besitzt als in der Bundesliga.

„Wir haben große Ziele und wollen einen langen Weg gehen“, sagt Benjamin Hoffmann mit Blick auf die nächsten Aufgaben. Bis Weihnachten ist das Team permanent gefordert in Meisterschaft (kommende Gegner sind RW Essen, Alemannia Aachen und der MSV Duisburg), Youth League und DFB-Pokal. Selbst in Europas Junioren-Königsklasse würde sich Borussia mit einem Sieg in Madrid im Kampf um den Einzug in die nächste Runde zurückmelden. Doch auf der Prioritätenliste steht die Youth League an Nummer drei. Weit hinter Bundesliga und DFB-Pokal. Aber ein Erfolgserlebnis würde man dennoch gern mitnehmen.

Wilfried Wittke