Wenn die U19 Sonntag (3. Februar) um 11 Uhr im NLZ Brackel die Bundesliga-Frühjahrsrunde mit einem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen eröffnet, haben Trainer Benjamin Hoffmann und seine Jungs zwei große Ziele vor Augen. Zum einen die erneute Qualifikation zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, zum anderen das Erreichen des Endspiels im DFB-Vereinspokal.

„Eine lange Saison“ erhofft sich Hoffmann. Und deshalb hat er in der vierwöchigen Vorbereitung vor allem im läuferischen und konditionellen Bereich intensiv arbeiten lassen. Denn als Ursache für den Leistungsabfall seines Teams zum Ende der ersten Saisonhälfte hatte das Trainer-Team neben der langen Verletztenliste in erster Linie die aus der Dreifach-Belastung (Bundesliga, UEFA Youth League und DFB-Pokal) resultierenden Probleme im physischen Bereich ausgemacht: „Wir mussten in vier Monaten 23 Pflichtspiele bestreiten. Das war vor allem für die Spieler des Jungjahrgangs eine ganz neue Erfahrung.“ Der 1. FC Köln zum Beispiel bestritt im gleichen Zeitraum lediglich 15 Punktspiele.

So verabschiedete sich der BVB zwar als „Wintermeister“ in die Pause, doch den nach dem 12. Spieltag noch komfortablen Sieben-Punkte-Vorsprung gegenüber Schalke 04 haben die Jungs verspielt. In Duisburg und Düsseldorf setzte es überraschende Niederlagen, bedingt auch durch Verletzungen der Leistungsträger wie Tobias Raschl, Emre Aydinel, Julius Schell oder Patrick Osterhage. „Die zentrale Achse ist uns weggebrochen, das haben wir nicht auffangen können“, betont Benjamin Hoffmann.

Noch ein Punkt vor Schalke 04

Es ist jedenfalls wieder ganz eng und total spannend geworden: Borussia führt die Tabelle mit 33 Punkten an, den zweiten Platz belegt Schalke 04 (32) vor dem 1. FC Köln (31) und dem VfL Bochum (26). Köln und Schalke treffen am Sonntag im direkten Duell aufeinander, so dass sich der BVB mit einem Sieg gegen Leverkusen etwas Luft verschaffen könnte. „Ein Ziel der Vorbereitung war und ist es, Sonntag sofort präsent und auf den Punkt fit zu sein“, sagt Hoffmann, der aus den nicht immer überzeugenden Auftritten in den Testspielen positive Reaktionen erwartet: „Jeder weiß jetzt, dass er seine Sinne scharf stellen muss. Ich habe das Gefühl, dass alle Spieler wachsamer und aufmerksamer geworden sind.“

Die Lust der gesamten Mannschaft aufs Verteidigen, das schnelle Umschaltspiel, Leichtigkeit und Spielfreude – Tugenden, die die Mannschaft gerade in den ersten Saisonwochen ausgezeichnet und stark gemacht haben – müssen wieder abgerufen werden, um die Saisonziele zu realisieren. Personell ist der BVB gut aufgestellt: Mit Ausnahme von Angreifer Paul Besong, der wegen seiner Knieverletzung in dieser Saison wohl nicht mehr zum Einsatz kommt, und Enrique Pena Zauner, der noch mit Venezuelas U20-Nationalmannschaft bei der Südamerika-Meisterschaft am Ball ist, kann Hoffmann auf den kompletten Kader zurückgreifen.

Osterhage fehlt noch Spielpraxis

Tobias Raschl, der bei den Profis im Winter-Trainingslager in Marbella vorspielen durfte und einen guten Eindruck hinterließ, hat sich im letzten Test gegen Hannover (4:2) nur leicht verletzt und steht Sonntag wieder zur Verfügung. Kapitän Patrick Osterhage, der während der gesamten Vorrunde wegen seiner Rückenprobleme ausgefallen war, kehrt zurück. Ob direkt in die Start-Elf, darüber macht sich Benjamin Hoffmann noch Gedanken: „Ihm fehlt Spielpraxis. Ein Einsatz über die volle Distanz kommt vielleicht zu früh. Ich warte die letzten Trainingstage ab."

Zusätzlich sollte die Mannschaft auch das Erfolgserlebnis beflügeln, mit dem sie sich in die Winterpause verabschiedet hatte: Durch einen 2:1-Sieg beim 1. FC Magdeburg gelang ihr der Sprung ins Halbfinale des DFB-Pokals. Nächster Auswärtsgegner ist am 16. März RB Leipzig. Endstation in diesem Wettbewerb soll Potsdam sein, wo am 24. Mai das Finale stattfindet. 

Doch zunächst heißt es, am Sonntag gegen Leverkusen gut aus den Startlöchern zu kommen, um den Konkurrenten mal wieder ein Zeichen der Stärke zu setzen.

Wilfried Wittke