Die Patzer der Konkurrenz genutzt und den Vorsprung ausgebaut: Nach drei sieglosen Spielen feierte die U19 einen 1:0-Erfolg bei Preußen Münster und profitierte dabei von den Ausrutschern des 1. FC Köln (2:2 in Oberhausen) und des FC Schalke 04 (1:1 gegen Borussia Mönchengladbach). Der BVB führt nun die Tabelle der Bundesliga West mit zwei Punkten vor Köln und vier vor den Gelsenkirchenern an. Am kommenden Sonntag erwarten die Jungs um Kapitän Patrick Osterhage im NLZ Brackel den FC Schalke 04 zum Top-Spiel.

„Kompliment an die Mannschaft“, lobte Benjamin Hoffmann Einstellung und Mentalität beim in der zweiten Halbzeit hart erarbeiteten Dreier in Münster. Denn sie musste die 1:0-Führung mit neun Feldspielern verteidigen, nachdem Julius Schell in der 52. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. „Eine vertretbare Entscheidung“, urteilte Hoffmann, der ansonsten mit manchen Zweikampf-Auslegungen von Schiedsrichter Lars Aarts (Goch) haderte: „Die Münsteraner haben sehr viel Foul gespielt und nicht mal eine Gelbe Karte gesehen.“ Noch mehr ärgerte sich der BVB-Trainer über die deutlich überzogene Nachspielzeit, die den Preußen nach einem Eckball ihre erste und einzige Großchance ermöglichte.

Yassin Ibrahim traf zum 1:0

Nach Schells Platzverweis drehte sich die Partie jedenfalls komplett. Hoffmann wechselte mit Ramzy Ferjani einen zweiten Innenverteidiger ein, dafür musste Kapitän Patrick Osterhage zurück auf die Bank und fehlte dem Team als Anspielstation im Mittelfeld. Doch der BVB ließ nichts anbrennen, verteidigte leidenschaftlich und hielt die Münsteraner in der Regel aus dem eigenen Strafraum fern – bis zur 95. Minute. Doch auch die überstanden die kämpferisch enorm starken Borussen und belohnten sich für ihr Engagement mit drei Punkten.

Ganz anders war die erste Hälfte verlaufen, in der die Schwarzgelben deutlich den Ton angaben und auch fußballerisch zu überzeugen wussten. Bereits in der 16. Minute schloss Yassin Ibrahim eine feine Kombination mit dem Treffer zum 1:0 ab. „Danach haben wir es leider versäumt, den Sack zuzumachen“, trauerte Benjamin Hoffmann zahlreichen vergebenen Chancen nach. Immanuel Pherai und Yassin Ibrahim vor allem verpassten die Möglichkeit, schon bis zum Pausenpfiff für klare Verhältnisse zu sorgen.

Das Derby wird zum Top-Spiel

Das Erfolgserlebnis bei den Preußen, die im letzten Heimspiel immerhin den 1. FC Köln mit 3:0 bezwungen hatten, kam zur rechten Zeit. Denn Sonntag (Anstoß 11 Uhr) gastiert der FC Schalke 04 im Nachwuchs-Leistungszentrum Brackel. Dann geht es nicht nur ums Prestige, sondern mit Blick auf die Qualifikation zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft auch um äußerst wichtige Punkte. Für beide Mannschaften. Mehr Spannung vor einem Derby geht nicht.

BVB: Unbehaun – von Cysewski, Knoop, Schell, Mißner – Raschl – Osterhage (54. Ferjani), Pherai – Khadra (75. Bakir, 90. Göckan), Aydinel (84. Wengerowski), Ibrahim.  

Wilfried Wittke