Von den letzten fünf Bundesliga-Spielen nur das Duell bei Preußen Münster gewonnen (1:0), in diesen tristen Wochen lediglich zwei Tore erzielt und folgerichtig auf den zweiten Platz abgerutscht: Die U19 beklagt eine Ergebniskrise, die sie so schnell wie möglich beenden muss. „Wir brauchen dringend eine Siegesserie“, fordert Benjamin Hoffmann vor der nächsten kniffligen Aufgabe am Sonntag bei RW Oberhausen (Anstoß 11 Uhr). Und er prognostiziert: „Das wird ein ganz heißer Tanz.“

Bis zum 13. Spieltag hatte die Mannschaft 36 Treffer erzielt, neun davon Emre Aydinel. Seitdem hakt es hier und da. Aydinel verzeichnete im Derby einen Lattenschuss und vergab gleich nach dem Anpfiff eine große Kopfballchance. Das Team lieferte sowohl bei der „Nullnummer“ gegen Leverkusen als auch beim 0:1 gegen Schalke gute Leistungen ab, doch es belohnte sich nicht für Engagement und fußballerisch ansprechende Darbietungen, weil in den letzten Wochen Kaltschnäuzigkeit und Zielstrebigkeit in Strafraumnähe auf der Strecke geblieben sind. An diesen Defiziten arbeiten sie gezielt im Training – und hoffen auf Besserung im Spiel.

RWO startete mit Top-Ergebnissen in die Rückrunde, u. a. mit einem 1:1 gegen den VfL Bochum, einem 2:2 gegen den neuen Spitzenreiter 1. FC Köln und einem 1:1 in Mönchengladbach. In der Hinrunde hieß es gegen diese Gegner 0:3, 0:4 und 0:4. Beim BVB verloren die „Kleeblätter“ 0:2. Beide Tore gingen auf das Konto von Emre Aydinel. „Wir haben uns im Laufe der letzten Monate weiterentwickelt und sind aktuell sehr zufrieden“, kommentiert der ehrgeizige RWO-Trainer Dimitrios Pappas den Leistungsstand.

In Oberhausen mit vier Rückkehrern

Ausgerechnet in dieser ohnehin schwierigen Situation wird Benjamin Hoffmann mit personellen Problemen konfrontiert. Immanuel Pherai, der sich als Ideengeber im Mittelfeld profiliert hat, zog sich im Derby eine Knieprellung zu, die einen Einsatz am Sonntag ausschließt. Auch Marius von Cysewski muss in Oberhausen wegen einer schmerzhaften Rippenprellung aussetzen. Eine sogar mehrwöchige Pause droht Tobias Raschl. Der schon bei den Profis getestete Mittelfeldspieler hat sich im Training am Sprunggelenk offenbar schwer verletzt. Eine genaue Diagnose wird Anfang der Woche erwartet.

„Das ist bitter und ärgerlich, aber jetzt müssen eben andere in die Bresche springen“, nimmt Benjamin Hoffmann vor allem die Jungs des Altjahrgangs in die Verantwortung. Wie Yassin Ibrahim, Emre Aydinel, Tobi Mißner oder Patrick Osterhage. Erfreulich, dass der lange abwesende Kapitän immer besser in Form kommt. In den Kader kehren Julius Schell nach Gelb-Rot-Sperre sowie die zuletzt erkrankten Robin Kehr, Malte Wengerowski und Reda Khadra zurück, so dass der BVB trotz aller Hiobsbotschaften mit einem starken Aufgebot nach Oberhausen fährt.

Das Top-Spiel des Wochenendes steigt in Bochum. Der VfL, mit 32 Punkten und einem Nachholspiel noch aussichtsreich im Rennen, empfängt Tabellenführer 1. FC Köln (38 Punkte). Das nächste BVB-Heimspiel findet am Samstag, 1. März, gegen Paderborn statt (Anstoß 11 Uhr).

Wilfried Wittke