Borussias U19 grüßt weiter von oben: Die Jungs von Benjamin Hoffmann verteidigten mit einem souveränen 4:1-Sieg gegen den SC Paderborn die Tabellenführung in der Bundesliga West. Allerdings sitzen ihnen die Verfolger hartnäckig im Nacken. Der 1. FC Köln gab sich beim 5:0 gegen Rödinghausen keine Blöße, und Schalke 04 nahm mit einem 1:0-Erfolg die hohe Hürde MSV Duisburg.

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Das Spiel im NLZ Brackel lief wie von Benjamin Hoffmann erwartet. Paderborn versteckte sich nicht in der Abwehr, spielte munter mit, ging, engagiert und temperamentvoll gecoacht von Ayhan Tumani, keinem Zweikampf aus dem Wege und beschäftigte den hohen Favoriten in der Defensive. Allerdings arbeitete der BVB stark gegen den Ball und ließ kaum eine gegnerische Chance zu. Erst in der 75. Minute wurde Luca Unbehaun erstmals geprüft, als er den Ball nach einem tückischen wie harten Distanzschuss von Czok über die Latte lenkte.

Die Borussen erwischten einen Start nach Maß. Nach klugem Pass von Patrick Osterhage traf Enrique Pena Zauner bereits in der 4. Minute zum 1:0 – für Luis Hillemeier gab es nichts zu halten. Dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Lasse Holst nach einem Foul an Osterhage folgten wütende Proteste des Paderborner Trainers. Emre Aydinel ließ sich von der hektischen Atmosphäre nicht beirren und verwandelte den Strafstoß souverän zum 2:0. Treffer Nummer zwei hatten zuvor Osterhage nach Eckball von Pena Zauner (13.) und Aydinel nach Vorarbeit von Pena Zauner (16.) verpasst.

„Spielerische Lösungen gefunden“

Paderborn hielt weiter dagegen, aber die Borussen verteidigten im Kollektiv engagiert, wussten Antworten auf das frühe Attackieren des Gegners und setzten immer wieder Nadelstiche. Die nächste Großchance bot sich Yassin Ibrahim in der 42. Minute nach Hereingabe von Pena Zauner. Hillemeier parierte glänzend. Vorausgegangen war ein 50-Meter-Pass von Julius Schell auf die rechte Seite. „Wir waren von Beginn an sehr griffig und haben gegen das Paderborner Pressing spielerische Lösungen gefunden. Man hat uns angemerkt, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten“, lobte Hoffmann den Auftritt der Mannschaft.   

Nach dem Wechsel zunächst das gleiche Bild: Paderborn bemühte sich um konstruktives Offensivspiel, die deutlich klareren Möglichkeiten verzeichnete der auch fußballerisch überzeugende BVB. Eine sehr schöne Kombination mit abschließender Flanke vom erneut starken Kapitän Patrick Osterhage hätte Alaa Bakir mit einem Tor veredeln müssen, doch der diesmal im Mittelfeld aufgebotene Offensiv-Spezialist zielte über die Querlatte (53.). Besser machte es wenig später Emre Aydinel, als er einen von Enrique Pena Zauner gefühlvoll gespielten Pass volley nahm und den Ball in die Maschen jagte.

Nachlässigkeiten ärgern Hoffmann

Mit dem 3:0 war die Partie entschieden. Die Borussen verwalteten die Führung, allerdings gestatteten sie den Gästen leichtfertig die eine oder andere Möglichkeit – Nachlässigkeiten und Schludrigkeiten, die Benjamin Hoffmann maßlos ärgerten. „Mit dem Verlauf der zweiten Halbzeit war ich sehr unzufrieden“, mäkelte der Trainer. Den Deckel setzte erst in der 85. Minute Ramzi Ferjani 4:0 drauf, nachdem Reda Khadra vorher das 4:0 fahrlässig vergeben hatte. Paderborn gelang kurz vor dem Abpfiff durch Phil Beckhoff der verdiente Ehrentreffer.

Am kommenden Samstag gastiert der BVB beim VfL Bochum (13 Uhr im NLZ Hiltroper Straße), der stark ersatzgeschwächt in Mönchengladbach zwar 0:2 verlor, sich aber mit einem Derbysieg im Kampf um die ersten beiden Plätze zurückmelden würde. „Der Fokus liegt ab sofort ganz auf Bochum“, kündigt Hoffmann an. Möglicherweise kehrt der am Knie verletzte Immanuel Pherai in den Kader zurück.  

BVB: Unbehaun – Terzi, Ferjani, Schell, Mißner (71. Göckan) – Schulenburg, Osterhage – Pana Zauner, Bakir, Ibrahm ((65. Khadra) – Aydinel (71. Kehr).

Wilfried Wittke