Die Pflicht erfüllt und den Vorsprung gegenüber Schalke 04 auf jetzt wieder vier Punkte ausgebaut: Borussias U19 behauptete mit dem 5:0-Sieg gegen den SV Rödinghausen den zweiten Platz in der Bundesliga West und profitierte von der 0:2-Niederlage der „Knappenschmiede“ in Leverkusen. Damit kommt es am Samstag in Köln zum absoluten Top-Spiel: Spitzenreiter 1. FC Köln (48 Punkte) erwartet den BVB (47). Wer diese Partie gewinnt, macht einen großen Schritt in Richtung Endrunde zur Deutschen Meisterschaft.

Die Kölner gaben sich im Derby bei Borussia Mönchengladbach keine Blöße und gewannen 3:1, der BVB löste seine Aufgabe vor allem im zweiten Durchgang souverän. Benjamin Hoffmann setzte dabei nicht mal sein komplettes Personal ein. Kapitän Patrick Osterhage kam von seinen Länderspieleinsätzen mit einer Leistenverletzung zurück, soll in Köln aber wieder einsatzfähig sein. Tobias Raschl feierte nach seiner Verletzungspause ein 15-minütiges Comeback, für Ramzy Ferjani, Malte Wengerowski und Paul Besong ist ein Härtetest am Mittwoch im Viertelfinalspiel des Westfalenpokals gegen den SV Rödinghausen (18 Uhr, NLZ Brackel) vorgesehen.

Borussia startete gegen den Tabellenletzten mutig und zielstrebig:  Die erste schöne Kombination endete in der ersten Großchance: Yassin Ibrahim hatte Immanuel Pherai in Szene gesetzt, Arian Berisha indes verhinderte mit einer Rettungsaktion auf der Torlinie Rödinghausens frühen Rückstand.  Nach 21 Minuten allerdings halfen alle Verteidigunskünste des Aufsteigers nicht mehr. Pherai bediente Enrique Pena Zauner mustergültig, der Venezolaner brauchte den Ball nur noch einzuschieben.

Der Schlendrian kam ins Spiel

Danach verlor der BVB seine Linie, die Mannschaft kombinierte schludrig, Ballverluste brachten Rödinghausen ins Spiel zurück, aber die Gäste vermochten die Geschenke nicht zu eigenen Chancen zu nutzen. Sie spielten zwar recht forsch nach vorn, aber es gelang ihnen nicht, Luca Unbehaun ernsthaft in Verlegenheit zu stürzen. Der Dortmunder Torhüter brauchte ohnehin nur einmal seine Klasse bei einem tückischen Distanzschuss zu beweisen (60.).

Mit Beginn der zweiten Halbzeit wurde Borussias Spiel wieder ansehnlicher und konstruktiver. „Das war eine gute Reaktion“, befand Benjamin Hoffmann nach der Pausenansprache. Erneut Immanuel Pherai leistete mit einer feinen Hereingabe die Vorarbeit zum 2:0 durch Torjäger Emre Aydinel (49.). Weil aller guten Dinge drei sind, trat Pherai auch beim an ihm verschuldeten Freistoß in Aktion. Niclas Knoop köpfte den Ball zum 3:0 ein (64.). Die Schwarzgelben hatten nun alles im Griff, sie perfektionierten ihr Positionsspiel und hielten Rödinghausen vom eigenen Strafraum fern. Ganz nach dem Geschmack von Benjamin Hoffmann, der seine Jungs aufforderte: „Bleibt bissig und hungrig.

Erst Pokal, dann das Top-Spiel

Das 4:0 ließ nicht lange auf sich warten. Der gerade für Yassin Ibrahim eingewechselte Robin Kehr wurde von Kilian Tschöpe elfmeterreif gefoult, und Aydinel verwandelte den Strafstoß sicher zum 4:0 (70.). Den Schlusspunkt setzte Enrique Pena Zauner, der zum 5:0 einnetzte, als Torwart Jan Dehl einen Schuss von Robin Kehr nur abklatschen konnte (89.).

„Wir stehen in Köln nun nicht unter dem Druck, gewinnen zu müssen, aber wir wollen wieder Tabellenführer werden“, beschreibt Hoffmann die Situation vor dem Top-Spiel am kommenden Wochenende. Vorher indes steht noch das Pokalspiel gegen Rödinghausen an, das dem Trainer personell weitere Aufschlüsse geben wird.

BVB: Unbehaun – Terzi (82. von Cysewski), Knoop, Schell, Mißner (75. Göckan) – Schlüsselburg (75. Raschl) – Pena Zauner, Pherai, Bakir, Ibrahim (68. Kehr) – Aydinel.

Wilfried Wittke