Am Ende fühlte es sich wie eine Niederlage an. „Wir waren ganz nah dran, aber letztlich war es ein gerechtes Ergebnis“, resümierte Benjamin Hoffmann nach dem 2:2 im Top-Spiel vor 1 300 Zuschauern beim 1. FC Köln. Borussias U19 hatte bis zur 71. Minute mit 2:0 geführt, dann aber nicht mehr konsequent das Zentrum verteidigt und durch zwei Distanzschüsse noch den Ausgleich hinnehmen müssen.

Köln (49 Punkte) verteidigte damit erfolgreich die Tabellenführung der Bundesliga West. Der BVB (48) folgt auf Platz zwei und spürt nun wieder den FC Schalke 04 (46) im Nacken. „Aber wir haben es selbst in der Hand und müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen“, kommentiert Hoffmann die mit Blick auf die Qualifikation zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft gute Ausgangsposition. Denn drei der vier noch ausstehenden Bundesligaspiele finden im NLZ Brackel statt.

Im Franz-Kremer-Stadion dominierten lange Zeit die Gastgeber, die deutlich aggressiver die Zweikämpfe führten, spielerisch den Ton angaben, aber sich kaum klare Chancen erspielten. „Wir haben im eigenen Ballbesitz zu statisch agiert, Köln war insgesamt präsenter“, urteilte Benjamin Hoffmann. Dennoch ging der BVB noch vor der Pause in Führung. Einen von Noah Katterbach an Enrique Pena Zauner verursachten Foulelfmeter verwandelte Tobias Raschl humorlos (45.).

Eigentor zur 2:0-Führung

Die ersten 20 Minuten des zweiten Durchgangs gehörten den Gästen, die sich im in dieser Zeit deutlich besser geordneten Mittelfeld ein Übergewicht erarbeiteten und sich in der 62. Minute mit dem 2:0 belohnten. Die Borussen profitierten nach einer recht unübersichtlichen Aktion im Fünf-Meter-Raum von einem Eigentor des Kölners Oliver Schmitt, das Ramzi Ferjani mit großem Einsatz erzwungen hatte.

Doch ausgerechnet nach diesem „Geschenk“ fielen die Schwarzgelben in den Trott der ersten Halbzeit zurück, im Zentrum fehlte die Kompaktheit, und Hoffmanns personelle Wechsel blieben weitgehend wirkungslos. Robin Kehr und Reda Khadra, die Yassin Ibrahim und Alaa Bakir abgelöst hatten (70.), setzten in der Offensive keine neuen Akzente, auch der nach seiner Leistenverletzung bis zur 76. Minute geschonte Patrick Osterhage konnte die Reihen nicht mehr ordnen.

Zwei Distanzschüsse - zwei Treffer

So kam es, wie es kommen musste. Luca Unbehaun brachte mit einem unglücklichen Abspiel die Kölner ins Spiel, der eingewechselte Anil Aydin fackelte nicht lange und schoss aus 18 Metern zum Anschlusstreffer ein. Der FC drängte den BVB in die Defensive, die Gäste konterten, und ihnen boten sich tatsächlich große Chancen, die drei Punkte einzutüten, doch sie patzten zwei Mal im klaren Überzahlspiel. „Uns ist es leider nicht gelungen, die Angriffe sauber zu Ende zu spielen“, klagte Hoffmann. Dafür traf noch einmal der FC durch Luca Schlax kurz vor dem Abpfiff. Wieder aus der Distanz.

Am kommenden Samstag erwartet der BVB im NLZ Brackel Borussia Mönchengladbach - noch eine hohe Hürde auf dem Weg in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.

BVB: Unbehaun – Terzi, Ferjani, Schell, Mißner – Raschl – Pherai, –Bakir (70. Khadra) - Pena Zauner (76. Osterhage), Ibrahim (70. Kehr)- Aydinel (82. Besong).

(wiwi)