Enttäuschung und Frust waren nach der überraschenden 0:1-Niederlage gegen Mönchengladbach im Nachwuchs-Leistungszentrum greifbar. „Wir hätten Erster werden können und sind jetzt nur noch Dritter“, ärgerte sich Nachwuchskoordinator Lars Ricken. Die Jungs von Benjamin Hoffmann sind nun auf fremde Hilfe angewiesen, wenn sie sich noch für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft qualifizieren wollen.

Ihre gute Ausgangsposition haben sie im Borussia-Duell leichtfertig aus der Hand gegeben. Statt vom Ausrutscher des 1. FC Köln (1:2 bei Alemannia Aachen) zu profitieren, ließen sie den FC Schalke 04 (3:1 bei RW Essen) auf Platz zwei vorbeiziehen. Die „Geißböcke“ führen die Tabelle drei Runden vor Bundesliga-Schluss mit 49 Zählern vor dem punktgleichen FC Schalke 04 an. Der BVB rutscht erstmals in dieser Saison auf Rang drei ab.

Die Schlappe gegen die Jung-Fohlen hatte sich die Mannschaft selbst zuzuschreiben. Sie verschlief die erste Halbzeit, nach dem Wechsel fehlte ihr neben dem klaren Abschluss in einigen Szenen auch das Quäntchen Glück, das zu erarbeiten sie allerdings über weite Strecken der Partie versäumt hatte. „Ich habe für uns bis zur Pause keine herausgespielte Torchance gesehen“, schimpfte Ricken über die harm- wie zahnlose Offensiv-Abteilung.

Tatsächlich stand sich das Team in erster Linie selbst im Wege. Im letzten Drittel fehlten Pass-Genauigkeit und auch Zweikampf-Aggressivität, um die sehr konzentriert verteidigenden Mönchengladbacher in die Bredouille zu stürzen. Die Gäste hielten, wie von Benjamin Hoffmann erwartet, die Räume eng, den Schwarzgelben wiederum mangelte es an Ideen und Tempo.

Sie verhedderten sich im Dribbling oder produzierten Ballverluste im Minutentakt. Gäste-Torhüter Felix Thienel wurde lediglich bei einer Rettungstat seines Abwehrspielers Noah Holtschoppen ernsthaft geprüft (15. Minute), ansonsten musste er nur bei einem Freistoß von Emre Aydinel eingreifen (40.). Den Rest erledigten seine Defensiv-Spezialisten.

0:1 durch Adigo mit dem ersten Angriff

Mit ihrem ersten Angriff stellten die Jung-Fohlen die Weichen auf Sieg. Ryan Adigo nutzte seine Freiheiten auf der rechten Seite und schoss den Ball aus 16 Metern humorlos ins linke Eck (25.). Nach einem Konter über Noah Holtschoppen hätte Mawerick Dreßen nach einer guten halben Stunde fast das 2:0 erzielt – dann wäre die Ausbeute optimal gewesen.

Im zweiten Durchgang legte der BVB zu, wirkte entschlossener, aber den Kombinationen fehlten weiterhin Präzision und Zielstrebigkeit. Enrique Pena Zauner, der noch der wirkungsvollste Offensiv-Spieler, schoss aus 18 Metern in der 63. Minute knapp über die Latte, Holtschoppen rettete einmal auf der Linie, aber insgesamt reichte die Leistung nicht aus, um Mönchengladbach in der Rückrundentabelle zu überholen.

Nach der Osterpause empfängt der BVB am Sonntag, 28. April, RW Essen im NLZ Brackel, Schalke gastiert bei RW Oberhausen, und der 1. FC Köln trifft auf den MSV Duisburg.

BVB: Unbehaun – Terzi, Ferjani, Schell, Mißner (68. Göckan) – Raschl – Pena Zauner, Pherai, Bakir (65. Besong), Ibrahim (76. Khadra) – Aydinel.

Wilfried Wittke