Zum Lachen ist derzeit keinem zu Mute. Zu tief sitzt der Frust, in der Bundesliga eine prächtige Ausgangsposition verspielt zu haben. Aber die Köpfe müssen schnell wieder frei werden. Denn am Donnerstag steht das nächste Pflichtspiel an, das Halbfinale im Westfalenpokal beim VfL Bochum (Anstoß 18.30 Uhr). „Auch dieser Titel hat seinen Reiz“, sagt Benjamin Hoffmann, der in diesem Wettbewerb das Coaching seinem Co-Trainer Daniel Rios überlässt.

Die folgenschwere 0:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach haben Trainer und Team analysiert und aufgearbeitet. Es gab nichts zu beschönigen, wenig zu entschuldigen. „Es war der Wurm drin, wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen", urteilte Benjamin Hoffmann. Der BVB kombinierte fußballerisch ansehnlich – aber nur bis ins letzte Spielfelddrittel. Der gegnerische Strafraum geriet in der Regel zur Tabu-Zone. Es fehlten Pass-Genauigkeit, Durchsetzungsvermögen, Zielstrebigkeit, aber die auch Bereitschaft, ein Tor erzwingen zu wollen. Daraus gilt es, Lehren zu ziehen und es in den restlichen drei Punktspielen deutlich besser zu machen.

„Wir werden in der Bundesliga alles gewinnen müssen, um überhaupt noch eine Chance zu haben“, weiß Hoffmann. In den Heimspielen gegen RW Essen (Sonntag, 28. April. 11 Uhr), und Duisburg (Samstag, 11. Mai, 13 Uhr) sowie im einzigen Auswärtsspiel bei Alemannia Aachen (Sonntag, 5. Mai) ist der BVB zum Siegen verpflichtet - und zusätzlich auf Patzer der Konkurrenz angewiesen. Tabellenführer 1. FC Köln empfängt den MSV Duisburg und Bayer Leverkusen, gastiert zudem noch bei Fortuna Düsseldorf, Schalke 04 tritt in Oberhausen und Bochum an, hat noch ein Heimspiel gegen Paderborn. Alles knifflige Aufgaben.

„Richtig konstant ist keine Mannschaft“, schreibt Benjamin Hoffmann die Qualifikation für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft noch nicht ab. Doch den unschätzbaren Vorteil, es aus eigener Kraft zu schaffen, haben die Jungs um Tobias Raschl aus der Hand gegeben. Ähnlich wie im vergangenen Jahr, als sie in Münster gepatzt hatten und im letzten Spiel auf Schützenhilfe des SC Paderborn gegen Bochum angewiesen waren. Damals ist es gut gegangen...

Nur fünfter Platz in der Rückrunden-Tabelle

Der Trend indes spricht gegen Borussia. Der Bundesliga-Herbstmeister kommt  in der zweiten Saison-Hälfte nicht auf Touren, er kassierte bereits seine dritte Niederlage und belegt in der Rückrunden-Tabelle gemeinsam mit Bayer Leverkusen und dem VfL Bochum (alle 15 Punkte) nur den fünften Platz hinter Schalke 04 (20), Borussia Mönchengladbach (19), Köln und Fortuna Düsseldorf (beide 18). Um doch noch die Kurve zu kriegen, wird Benjamin Hoffmann im läuferischen wie konditionellen Bereich die Zügel anziehen, weil das Team nicht das Gefühl vermittelte, in den letzten 20 Minuten noch zulegen zu können.  

Jetzt liegt der Fokus aber auf Bochum. „Ein Pokalsieg würde uns noch einmal Auftrieb geben“, sagt Hoffmann mit Blick auf das Bundesliga-Finale. Einige Spieler, die zuletzt nicht erste Wahl waren, erhalten die Chance, sich auch für Einsätze in der Bundesliga zu empfehlen. Denn eine Stammplatzgarantie kann keiner mehr für sich beanspruchen.

Wilfried Wittke