Es geht um einen Titel, die Westdeutsche Meisterschaft, es geht darum, sich im packenden Dreikampf mit dem 1. FC Köln sowie dem FC Schalke 04 durchzusetzen - und es geht um den Einzug in die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. Um mehr kann es am letzten Spieltag der A Junioren Bundesliga West nicht gehen. „Wir wissen, dass wir eine Top-Einstellung und ein Top-Spiel zeigen müssen“, sagt Benjamin Hoffmann vor dem Duell mit dem MSV Duisburg am Samstag ab 13 Uhr im Nachwuchs-Leistungszentrum Brackel.

„Das ist eine unglückliche Anstoßzeit, aber nicht zu ändern“, bemerkt Borussias U19-Trainer mit Blick auf das Spiel der Profis gegen Fortuna Düsseldorf am Nachmittag und ergänzt: „Wir brauchen gerade an diesem Duell gegen die schwer zu bespielenden Duisburger die Unterstützung unserer Fans. Wer nicht in den Signal Iduna Park gehen kann oder keine Karte bekommen hat, sollte zur U19 kommen.“ In Brackel steigt ein Teil des Herzschlagfinals, das die Freunde des Junioren-Fußballs an diesem Wochenende in Atem hält. Borussia (54) geht als Spitzenreiter ins Rennen, der 1. FC Köln (53) erwartet als Tabellenzweiter Bayer Leverkusen, der Dritte, Schalke 04 (53 Punkte), gastiert beim VfL Bochum. Hochspannung pur also – und wie im letzten Jahr könnte die Tordifferenz die entscheidende Rolle spielen. Die sieht Borussia (plus 43, Köln 39, Schalke 16) im Vorteil.

Benjamin Hoffmann hat in der Woche eine „enorme Intensität“ im Training beobachtet. „Die letzten Erfolgserlebnisse haben uns richtig gutgetan. Es ist wieder Zug in der Mannschaft,“ freut er sich über eine entspannte, aber zielorientierte Arbeitsatmosphäre. Seine Jungs haben gerade noch rechtzeitig die Kurve gekriegt und präsentieren sich als geschlossene Einheit. Patrick Osterhage und Tobias Raschl, die beiden Kapitäne, haben einen eindringlichen Appell an die Kollegen gerichtet, alles zu tun, um das Klassenziel zu erreichen.

Mit Ibrahim, Pherai und Osterhage

Auf der anderen Seite hat Hoffmann ganz bewusst nichts an den Abläufen geändert, um den Spielern nicht das falsche Signal zu geben. „Sie brauchen die Ruhe, um sich auf diese Partie zu fokussieren.“ Dazu gehört auch, sich in der mentalen Vorbereitung mit der Möglichkeit eines Rückstandes auseinanderzusetzen und dann „Comeback-Qualitäten“ (Hoffmann) zu zeigen. Anders als etwa beim 0:1 gegen Mönchengladbach.

Denn die sportliche Leitung erwartet von Duisburger Seite heftige Gegenwehr. „Sie spielen geradlinig, ohne großes Risiko, sind fußballerisch gut ausgebildet und setzen auf mannschaftliche Geschlossenheit“, beschreibt Benjamin Hoffmann den Gegner und fordert: „Wir müssen zeigen, dass wir die bessere Mannschaft auf dem Platz haben.“ Personell kann der BVB aus dem Vollen schöpfen. Mit Ausnahme des am Knie operierten Junioren-Nationaltorhüters Luca Unbehaun stehen alle Leistungsträger zur Verfügung. Patrick Osterhage, Immanuel Pherai und Yassin Ibrahim, die zuletzt wegen Verletzungen oder Krankheiten gefehlt haben, kehren in den 18-er Kader zurück.

Mittwoch das erste Halbfinalspiel

Mit einem Sieg wäre Borussia als Westmeister für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft qualifiziert und würde im ersten Halbfinalspiel am Mittwoch den Zweiten empfangen. Bei einem Unentschieden gegen Duisburg und gleichzeitigen Siegen des 1. FC Köln und Schalke 04 würde der BVB auf Rang drei zurückfallen. Sollte einer der beiden „Jäger“ patzen und nur einen Punkt holen, wären die Schwarzgelben selbst bei einer Niederlage in der DM-Endrunde vertreten. Benjamin Hoffmann versichert: „Wir wollen alle Eventualitäten ausschließen und unser Spiel gewinnen.“

Hochspannung ist also garantiert an diesem Samstag der Entscheidungen.

Wilfried Wittke