Glückwünsche hat Benjamin Hoffmann nach dem Abpfiff nicht angenommen. Im Gegenteil. „Wir haben es verbockt“, ärgerte er sich über das 2:2 gegen den MSV Duisburg. Denn sein Team hatte mit diesem Ergebnis die Westmeisterschaft verspielt. Den Titel sicherte sich überraschend der FC Schalke 04, der am letzten Spieltag zum ersten Male die Tabellenführung übernahm. Der 1. FC Köln, der lange mit Borussia um Platz eins gespielt hatte, kassierte gegen Bayer Leverkusen eine 0:1-Niederlage.

Der BVB beendete die Saison als Tabellenzweiter und qualifizierte sich zum vierten Male in Folge für die Endrunde zur Deutsche Meisterschaft. In den Halbfinalspielen trifft er auf den Nachbarn aus Gelsenkirchen (Mittwoch, 18.15 Uhr in Oberhausen, Montag, 20. Mai, vermutlich im Stadion Rote Erde). „Das ist ein neuer Wettbewerb“, betont Hoffmann. In der Meisterschaftsrunde gewannen die Borussen in Gelsenkirchen 4:1, das Rückspiel endete mit einer 0:1-Niederlage.

2:0-Führung durch Besong und Ibrahim

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Gegen den MSV begannen die Schwarzgelben konzentriert und entschlossen. Eine sehenswerte Kombination vollendete Paul Besong in der 14. Minute mit dem Führungstreffer. Vorausgegangen waren ein feiner Pass von Julius Schell auf Robin Kehr, der den Turbo zündete und eine starke Hereingabe des Stürmers. Der BVB dominierte, ließ keine Duisburger Chancen zu und erhöhte nach einer guten halben Stunde auf 2:0, als Yassin Ibrahim einen Fehler von MSV-Torhüter Gomoluch bestrafte.

Mit einer vermeintlich sicheren Führung im Rücken schlichen sich auf Borussias Seite Nachlässigkeiten und leichtfertige Ballverluste ein. „Wir haben 40 Minuten gut gespielt und dann die Duisburger eingeladen“, schimpfte Benjamin Hoffmann über Passfehler und Ungenauigkeiten, mit denen sich sein Team selbst in die Bredouille stürzte. Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang Bilas Özkara der Anschlusstreffer, nachdem Luc Hawryluk vorher noch glänzend pariert hatte.

Mit einer stürmischen Offensive startete der MSV auch in den zweiten Durchgang. „Wir hatten uns vorgenommen, die zweite Halbzeit mit Vollgas zu gestalten, aber das hat nicht funktioniert“, musste Hoffmann eingestehen. Die kampfstarken Duisburger wurden immer mutiger, setzen die Schwarzgelben mit Pressing unter Druck und erarbeiteten sich auch nach dem Ausgleichstreffer durch Kilian Schaar (50.) eine Reihe bester Möglichkeiten. Entweder stand ihnen Hawryluk oder Latte und Pfosten im Wege.

 Pherai traf noch die Latte

Es dauerte eine ganze Stunde, bis sich die Borussen die eine oder andere torgefährliche Situation erspielten. Vor allem die sonstigen Leistungsträger blieben weit unter ihren Möglichkeiten. Der eingewechselte Immanuel Pherai traf noch die Latte und sorgte mit einem Distanzschuss für Gefahr. Insgesamt aber war es nach verheißungsvollem Beginn eine enttäuschende Vorstellung des BVB, der sich mächtig steigern muss, um über Schalke 04 ins Finale um die Deutsche Meisterschaft einzuziehen. Im zweiten Halbfinale stehen sich der VfB Stuttgart und VfL Wolfsburg gegenüber.

BVB: Hawryluk – Terzi (85. Göckan), Ferjani, Schell (56. Knoop), Mißner – Pherai -Pena Zauner, Bakir, Ibrahim (54. Pherai), Kehr – Besong (75. Aydinel).

Wilfried Wittke