Der Auftakt in die Punkterunde ist für Michael Skibbe ein besonderes Ereignis. Denn zum ersten Male ist er bei einem Spiel der Junioren-Bundesliga mittendrin. „Gemeinsam mit dem damaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder habe ich noch in meiner Position als DFB-Sportdirektor die Bundesliga aus der Taufe gehoben“, erinnert er an die „Geburtsstunde“ im Jahr 2003. Bevor Skibbe 1997 in den Profi-Bereich wechselte, gehörten die A-Junioren des BVB noch der Westfalenliga an. „Jetzt bin ich froh, aktiv an der Bundesliga teilnehmen zu können“, versichert der erfahrene Fußball-Lehrer.

Sonntag geht es los. Der Deutsche Meister gastiert im Stadion am Zoo beim Wuppertaler SV. „Eine interessante Mannschaft, ein unbequemer Gegner“, sagt er über die Bergischen, in deren Reihen noch fünf Spieler stehen, die mit dem Team in die Bundesliga aufgestiegen sind. Der WSV zieht gegen den BVB ins Stadion am Zoo um. „Uns erwartet da ein tolles Ambiente und eine große Kulisse“, freut sich Michael Skibbe auf den Liga-Startschuss am Sonntag um 11 Uhr.

Sechs Wochen Vorbereitung liegen hinter den Schwarzgelben, eine lange und harte, vor allem eine „mühsame Zeit“, wie Skibbe es auszudrücken pflegt. Seinem Kader stellt er ein exzellentes Zeugnis aus: „Abgesehen vom Turnier in Schwäbisch Hall, als wir mit den Ergebnissen gar nicht zufrieden sein konnten, hat die Mannschaft sehr gut gearbeitet. Die Einstellung der Spieler ist hochprofessionell.“

Am 31. August im Pokal gegen Leipzig

Alle fiebern drei spannenden Wettbewerben entgegen mit Meisterschaft, UEFA Youth League und DFB-Pokal. Die „Königsklasse“ wird am 26. August in Monaco ausgelost, im DFB-Pokal, der noch in der Trophäensammlung fehlt, trifft der BVB am Samstag, 31. August, auf RB Leipzig (Anstoß 11 Uhr).

Mit Ausnahme von Luca Unbehaun und Kamal Bafounta, die noch längere Zeit ausfallen, steht Skibbe der komplette Kader zur Verfügung. Trotz des strapaziösen Programms, das die Jungs absolvieren mussten, überstand der BVB die Vorbereitung ohne Verletzte. Ein Zeichen dafür, dass der Cheftrainer die Belastungen hervorragend gesteuert und dosiert hat. Trainingsrückstand beklagt nur Alaa Bakir, aber der musste nach seiner Bänderverletzung auch zweieinhalb Monate pausieren. Probleme, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, hatten die jüngeren Jahrgangsspieler. Diese Umstellung braucht indes seine Zeit, wie sich die Mannschaft ohnehin im Laufe der Saison noch weiterentwickeln wird.  

Immanuel Pherai und Giovanni Reyna, die zwischenzeitlich den Profi-Kader ergänzten, stehen natürlich unter besonderer Beobachtung. „Sie werden vorangehen“, ist Skibbe überzeugt. Schon aus eigenem Interesse, um sich mit Leistungen für weitere Einladungen bei den Profis zu empfehlen. Dass beide die Qualität der Mannschaft deutlich verbessern, zeigte sich beim RUHR-Cup, als die Schwarzgelben fast in Bestbesetzung das Platzierungsspiel gegen Youth-League-Sieger FC Porto 1:0 gewannen (Tor: Youssoufa Moukoko) und eine starke erste Halbzeit gespielt haben.

Ein schweres Auftakt-Programm

Michael Skibbe zählt den FC Schalke 04, der sich in Spitze und Breite erheblich verstärkt hat (u. a. mit dem ehemaligen Borussen Stanislaw Fehler), sowie den 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach zu den größten Rivalen um einen der ersten beiden Plätze in der Bundesliga. Ziel des top besetzten BVB-Kaders ist die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft. Dafür müssen die Moukoko, Pherai und Co. von Beginn an hellwach sein. Denn in der Bundesliga geht es sofort gegen die Top-Teams. Samstag, 17. August, kommt der 1. FC Köln ins NLZ Brackel, und am Mittwoch, 21. August, gastieren die Schwarzgelben bei Borussia Mönchengladbach.

Da sollten sie zum Auftakt in Wuppertal nach Möglichkeit nichts anbrennen lassen

Wilfried Wittke