Youssoufa Moukoko eröffnete das Tor- und Chancenfestival im Nachwuchs-Leistungszentrum mit einem tollen Hattrick innerhalb von sieben Minuten, und der eingewechselte Julius Rauch beendete es in der Nachspielzeit mit dem Tor zum standesgemäßen 6:2-Sieg des BVB gegen Arminia Bielefeld. Auf der einen wie anderen Seite indes hätten auch noch ein paar Treffer mehr fallen können.

 

Licht- und Schattenseiten wechselten im Minutentakt: Vorn glänzte Borussia vor allem mit „Knipser“ Moukoko und dem großartigen Giovanni Reyna, im Defensivbereich herrschte dagegen mitunter reinstes Chaos. Michael Skibbe und die Mannschaft bleiben auf der Suche nach Abwehrstabilität und -qualität. Selbst nach der 3:0-Führung schoss der Deckungsbereich kapitale Böcke und schenkte den Bielefeldern zwei Tore. Auch in der zweiten Halbzeit, mit einem 4:2 und 5:2 im Rücken, lud Borussias Defensive den Gegner zu weiteren hochkarätigen Chancen ein. „Wir machen zu viele Fehler“, rügte Michael Skibbe.

Der Reihe nach: Dem BVB fehlten die verletzten Lloyd Kuffour, Ansgar Knauff, Niclas Knoop, Immanuel Pherai und Mert Göckan. Dafür stand Mert Akbulut erstmals seit Monaten im Kader. Michael Skibbe stellte die Viererkette erneut um. Emir Terzi verteidigte rechts, Max Meier links, die Innenverteidigung bildeten Ramzi Ferjani und Tim Böhmer. Felix Schlüsselburg besetzte das zentrale Mittelfeld. Die Mannschaft benötigte einige Zeit, um ihren Rhythmus zu finden und durfte sich bei Dominik Schönnenbeck bedanken, dass sie nicht in Rückstand geriet. Der Torhüter lenkte einen von Lukas Ayyildiz aus 20 Metern geschossenen Ball gerade noch um den Pfosten.

Ein toller Hattrick innerhalb von sieben Minuten

Danach fand Borussia ins Spiel. Youssoufa Moukoko prüfte Arminias Torhüter Agoston Kiss in der 22. Minute zum ersten Mal. Damit leitete er sein eigenes Spektakel ein. 26. Minute: Schiedsrichter Leroy Schott hatte dem BVB eigentlich einen Vorteil abgepfiffen, doch aus dem von Giovanni Reyna kurz ausgeführten Freistoß machte Moukoko eine kleine Ball-Show und vollendete sie mit dem 1:0. Weiter ging’s mit der Youssoufa-Gala. 28. Minute: Reda Khadra flankte von rechts auf Reyna, der steckte durch auf Moukoko, der Angreifer ließ sich nicht lange bitten und erhöhte auf 2:0. 33. Minute: Moukoko setzte aus 18 Metern zum platzieren Schuss an und ließ Kiss keine Abwehrchance. Dieser Hattrick war ganz großes Kino.

BVB-Abwehr schenkt Bielefeld zwei Tore

Wer geglaubt hatte, damit sei der Widerstand der Ostwestfalen gebrochen, der irrte sich. Die Schwarzgelben holten sie mit Pass-Ungenauigkeiten und taktischem Fehlverhalten ins Spiel zurück. Melik Ouahmi nutzte ein Zuspiel von Dildar Atmaca erst zum 1:3, als ihm das schwarzgelbe Deckungszentrum reichlich Raum gewährte (38. Minute) und anschließend einen Blackout von Schönnenbeck zum 2:3 (42.). „Das war von uns einfach schlecht verteidigt“, ärgerte sich Michael Skibbe wieder einmal über das nachlässige Defensiv-Verhalten.

Das fand nach dem Wechsel seine Fortsetzung. Schönnenbeck bügelte mit einigen Paraden seinen Aussetzer aus und sorgte dafür, dass der BVB mit zwei Gegentreffern davonkam. In vier Spielen sind es nun bereits acht. „Eindeutig zu viel“, moniert Skibbe. Diesmal verhinderte die starke Offensive mit Reyna, Bakir, Moukoko und Khadra eine weitere negative Überraschung. Alaa Bakir verwandelte einen von Torhüter Kiss an ihm verursachten Foulelfmeter zum 4:2 ((54.), Maik Stoll fabrizierte nach Freistoß-Hereingabe von Reda Khadra ein Eigentor (66.), und der eingewechselte Julius Rauch machte schließlich das halbe Dutzend voll. Weitere Chancen vereitelte der gute Kiss im Arminia-Tor.

Samstag kommt RasenBallsport Leipzig zum DFB-Pokalspiel der ersten Runde nach Brackel (Anstoß 11 Uhr). Dann hofft Michael Skibbe auf die Rückkehr von Mert Göckan und Ansgar Knauff – und noch mehr auf eine deutlich bessere Defensivleistung der Mannschaft.

BVB: Schönnenbeck – Terzi, Ferjani, Böhmer, Meier (78. Thaqi) – Schlüsselburg – Khadra, Bakir (84. Rauch), Hetemi (79. Amedick), Reyna (79. Wengerowski) – Moukoko.

Wilfried Wittke