Es wurde nichts aus der erhofften Revanche: RasenBallsport Leipzig gewann das Erstrundenspiel im DFB-Pokal beim BVB mit 2:1 und verabschiedete die unglücklichen Schwarzgelben aus diesem Wettbewerb. Borussia führte in dieser spannenden Partie durch einen Treffer von Felix Schlüsselburg mit 1:0, Leipzig erhielt zwei Elfmeter zugesprochen. Die Entscheidung fiel in der zweiten Minute der Nachspielzeit.

Michael Skibbe hatte sein Team taktisch ein wenig verändert und mit Felix Schlüsselburg sowie Maik Amedick im Mittelfeld eine eher defensive Variante gewählt, um den hinteren Bereich zu stabilisieren. Das war eine kluge Entscheidung, denn die Gäste machten gleich mächtig Druck und prüften die Stabilität des schwarzgelben Abwehr-Bollwerks. Schon in der zweiten Minute bot sich Martel nach einer Flanke aus dem Halbfeld die Chance zum 0:1, er schoss freistehend über die Latte des diesmal von Leon Klußmann gehüteten Tores.

Beim ersten zielstrebig vorgetragenen BVB-Angriff indes zeigte sich die hohe Qualität der Offensiv-Abteilung: Youssoufa Moukoko schlug einen Pass genau in die Schnittstelle der gegnerischen Deckung, der an diesem Tag kaum zu bremsende Reda Khadra scheiterte noch an Leipzigs Torwart Schreiber, aber Felix Schlüsselburg war per Nachschuss erfolgreich: Das überraschende 1:0 nach neun Minuten.

Taktisches Foul gegen Moukoko

RasenBallsport blieb zunächst weiter am Drücker. Wosz, Borkowski und Hartmann verpassten in aussichtsreicher Position den Ausgleich, doch Borussia gelang es mehr und mehr, Nadelstiche zu setzen. Talabidi unterband mit einem taktischen Foul gegen Moukoko eine klare Konterchance und sah dafür die Gelbe Karte (27.), und Talabidi klärte im letzten Moment vor dem auf das Leipziger Tor zustürmenden Moukoko (34.). Der unternehmungslustige Reda Khadra wiederum scheiterte in der 43. Minute an Schreiber.

Michael Skibbe durfte mit dem couragierten und taktisch disziplinierten Auftritt seiner Jungs nicht nur wegen des 1:0-Pausenstands zufrieden sein. Es waren die vielleicht besten 45 Minuten, die das Team in dieser Saison gespielt hatte. Doch der Rückschlag folgte nach Wiederbeginn. Schiedsrichter Gahis Safi hatte zur Überraschung aller nach einem Zweikampf vor der Strafraumlinie auf Elfmeter für Leipzig entschieden. Alle Proteste blieben erfolglos. Gegen den von Tom Klauß platziert ausgeführten Strafstoß war Klußmann machtlos – 1:1 nach 50 Minuten.

Jetzt gegen Jürgen Kohlers Team

Die Partie nahm bei hochsommerlichen Temperaturen zunächst noch mehr Fahrt auf, doch ab der 70. Minute gewann Leipzig deutlich die Oberhand.  Die Schwarzgelben kamen kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus und befreiten sich vornehmlich mit langen Bällen aus der Bredouille. Aber klare Chancen wusste sich Leipzig nicht zu erarbeiten. Und wenn es dem BVB einmal gelang, einen Konter auszuspielen, dann herrschte bei RasenBallsport gleich Alarmstufe eins. Wie in der ersten Minute der Nachspielzeit, als sich Zimmer im Sprintduell nur mit einem Foul gegen Moukoko retten konnte.

Im Gegenzug die aus Dortmunder Sicht höchst unglückliche Entscheidung. Wieder hatte der Schiedsrichter auf den Strafstoßpunkt gezeigt. Diesmal allerdings lag er nach einem Foul von Tim Böhmer richtig. Nationalspieler Tom Krauß verwandelte nervenstark zum 1:2. Leipzig hatte die Partie mit zwei Elfmetern gedreht. Dennoch registrierte Michael Skibbe einen Schritt in die richtige Richtung. „Vor allem auf der starken ersten Halbzeit lässt sich aufbauen. Und demnächst bieten sich ja auch personell weitere Optionen, wenn Immanuel Pherai, Lloyd Kuffour und Niclas Knoop zurückkehren“, blickt er voller Optimismus nach vorn.

Nach der Länderspielpause tritt der BVB am Samstag, 14. September, bei den von Ex-Profi Jürgen Kohler trainierten A-Junioren von Viktoria Köln an. Danach geht es schon im ersten Spiel der UEFA Youth League gegen den FC Barcelona (Dienstag, 17. September)-

BVB: Klußmann – Terzi, Ferjani (78. Hetemi), Böhmer, Göckan – Amedick, Schlüsselburg (71. Thaqi) – Khadra (71. Knauff), Bakir, Reyna – Moukoko.

(wiwi)