Das war genau das richtige Signal an die Konkurrenten in der UEFA Youth League und der Bundesliga: Borussias U19 stimmte sich mit dem überraschenden 2:1-Sieg gegen Inter Mailand auf die restlichen (schweren) Aufgaben bis zum Beginn der Winterpause ein. Vor allem die überzeugende mannschaftliche Darbietung lässt die Verantwortlichen optimistisch in die nahe Zukunft schauen. Schon am Samstag steht das Team von Michael Skibbe vor dem in der Meisterschaft wegweisenden Spiel gegen Fortuna Düsseldorf.

„Diese Leistung muss Anspruch der Spieler sein, die sich in dieser intensiven Partie als homogene Einheit präsentiert haben“, resümierte Nachwuchskoordinator Lars Ricken und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass uns der Sieg Rückenwind gibt. Wir haben in der Youth League und in der Bundesliga alles in der eigenen Hand.“ Ein besonderes Lob verdiente sich Luca Unbehaun, der in der Schlussphase mit tollen Paraden gegen den eingewechselten Nicholas Bonfanti die mit Blick auf das Überwintern in Europas Junioren-Königsklasse so wichtigen drei Punkte rettete.

„Wir wissen, dass Luca ein herausragendes Torhüter-Talent ist. Dass er nach so langer Verletzungspause ein solch überragendes Spiel abgeliefert hat, freut uns für ihn“, gratulierte Ricken dem 18-Jährigen, der sich im April einer komplizierten Knie-Operation hatte unterziehen müssen und sein Comeback im Hinspiel in Mailand feierte. Unbehaun strahlte von Beginn an Souveränität aus und dirigierte den diesmal überaus aufmerksamen Defensivbereich mit dem starken Albin Thaqi als Vertreter des verletzten Ramzi Ferjani.

Mit Reda Khadra kam Zielstrebigkeit

„Das war schon sehr ordentlich. Wir haben den Ball prima laufen lassen und mit guten Spielverlagerungen auch Überraschungsmomente gesetzt“, urteilte Michael Skibbe. Mit Reda Khadra, der nach der Pause den glücklosen Emre Aydinel ersetzte, wechselte er auch Zielstrebigkeit ein. Es kam nicht von ungefähr, dass Khadra beide Treffer durch Ansgar Knauff vorbereitete (49., 66. Minute). Der schnelle Offensiv-Spezialist verpasste in der 90. Minute indes die Chance, alles klar zu machen, als er an Inter-Torwart Filip Stankovic scheiterte.

Der BVB hätte sich bereits in der ersten Halbzeit für einen abgeklärten Auftritt belohnen können, aber Niclas Knoop verfehlte mit einem Kopfball nach Ecke von Ansgar Knauff das Tor um Zentimeter (18.),  Youssoufa Moukoko fand zunächst in Stankovic (34.) seinen Meister und setzte in der 44. Minute nach Vorlage von Ansgar Knauff den Ball am linken Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite drohte Unbehaun nur einmal Gefahr, als Edoardo Vergani in der 37. Minute unbedrängt zum Schuss kam.

Stankovic rettete gegen Tobias Raschl

Den zweiten Durchgang begann der BVB deutlich druckvoller. Zunächst ließ Moukoko eine Chance liegen, dann hatte der im Mittelfeld überragende Tobias Raschl den Führungstreffer auf dem Fuß, doch Stankovic wehrte zur Ecke ab, die letztlich zum Ausgangspunkt für das 1:0 wurde. Der 1:1-Ausgleich warf die Schwarzgelben – anders als vor 14 Tagen in Mailand – nicht aus der Bahn. Borussia spielte weiterhin couragiert und konzentriert, bejubelte das 2:1 und versuchte, gegen die immer stärker werdenden Italiener offensiv zu verteidigen.

Michael Skibbe monierte, dass seine Jungs in der Schlussphase nicht mehr mit kühlem Kopf gespielt hätten („Da fehlten unserem Pass-Spiel Ruhe und Sicherheit“), aber sie leisteten sich diesmal keine groben Aussetzer. Dennoch benötigte es schon Luca Unbehauns Glanztaten gegen Bonfanti, um den Sieg und Inters erste Niederlage in der Youth League perfekt zu machen.

„Das war nach Münster und Duisburg der dritte Sieg in Folge. Jetzt müssen wir diese Leistung bestätigen und gegen Düsseldorf nachlegen“, fordert Skibbe. In diesem Verfolgerduell am Samstag im Nachwuchs-Leistungszentrum Brackel (Anstoß 11 Uhr) kann er wieder auf Giovanni Reyna zurückgreifen. Hoffnung besteht auf den Einsatz des am Knöchel lädierten Immanuel Pherai. Sorgen bereitet Niclas Knoop, der sich kurz vor dem Abpfiff an der gerade erst verheilten Hand verletzte und zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren wurde.

BVB: Unbehaun – Terzi, Thaqi, Knoop, Göckan – Schlüsselburg, Raschl – Knauff (90. Rauch), Bakir (82. Hetemi), Aydinel (4. Khadra) – Moukoko (90. Böhmer).

Wilfried Wittke