Das Verfolgerduell und damit den Anschluss an die Top-Teams vorerst verloren: Borussias U19 wird sich in den nächsten Wochen und Monaten gewaltig sputen müssen, um das große Ziel, die Qualifikation für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft, nicht frühzeitig zu verspielen. Der Rückstand auf den Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach beträgt nach der bereits vierten Saison-Niederlage, dem 1:2 gegen den neuen Tabellendritten Fortuna Düsseldorf, fünf Punkte.

Die Enttäuschung war groß nach einem Spiel, das der BVB eigentlich nicht hätte verlieren dürfen. Die Mannschaft besiegte sich wieder einmal selbst mit zwei Nachlässigkeiten. Vor Treffer Nummer eins durch Tim Köther (6. Minute) hatte Giovanni Reyna einen Zweikampf zu einfach verloren und Felix Schlüsselburg nicht eingegriffen. Dem zweiten Düsseldorfer Tor ging ein Patzer von Niclas Knoop an der Mittellinie voraus, danach gewährte die linke Abwehrseite dem Torschützen Elmin Heric Geleitschutz, statt ihn aggressiv zu attackieren.

„Wir verhalten uns da einfach zu naiv“, ärgerte sich Michael Skibbe, der seiner Mannschaft ansonsten keine großen Vorwürfe machen konnte. „Läuferisch, kämpferisch und zum Teil auch spielerisch war das absolut in Ordnung“, befand der Cheftrainer, der zudem noch die – berechtigte - Rote Karte gegen Maik Amedick beklagte. Der Defensivmann hatte in der 84. Minute die Notbremse gezogen, so dass Schiedsrichter Carsten Wessel keine andere Wahl blieb, als ihn vom Platz zu stellen. Amedick war in der 46. Minute für Felix Schlüsselburg eingewechselt worden und rückte, nachdem Knoop in der 65. Minute ausgeschieden war, neben Albin Thaqi in die Innenverteidigung.

Fortuna taktisch glänzend eingestellt

In der Tat hatten Michael Skibbe und die Mannschaft alles versucht, um dieses Spiel zumindest nicht zu verlieren. Am Ende stand Borussias komplette Offensiv-Qualität auf dem Platz. „Man muss anerkennen, dass die Fortuna das sehr gut gemacht und stark verteidigt hat“, lobte Skibbe den taktisch glänzend eingestellten Gegner, der sich nicht von ungefähr in der Bundesliga-Spitzengruppe behauptet und dem BVB von Beginn an auf Augenhöhe begegnet war.

Die Schwarzgelben  taten sich schwer, das 0:1 nach dem ersten Düsseldorfer Angriff zu verarbeiten, sie fanden aber nach 20 Minuten über im Mittelfeld gewonnene Zweikämpfe Rhythmus und Spielkontrolle. Sehr schön etwa das Pass-Spiel zwischen Ansgar Knauff und Giovanni Reyna, das der US-Amerikaner mit einem platzieren Schuss abschloss, den Fortuna-Torwart Dennis Gorka indes sicher parierte. Sehenswert der Treffer zum 1:1-Ausgleich in der 32. Minute: Nach Thaqis Balleroberung im Mittelfeld ging es ganz schnell. Über die Stationen Reyna und Youssoufa Moukoko kam der Ball zu Ansgar Knauff, der Gorka keine Abwehrchance ließ.

Vier der fünf Top-Spiele verloren

So stürmisch ging es nach dem Wechsel weiter: Borussia hatte gefühlte 70 Prozent Ballbesitz, erarbeitete sich drei Großchancen, eine resultierte aus einem Fehler von Fortuna-Schlussmann Dennis Gorka, der diesen Patzer später mit einer Glanzparade gegen Youssoufa Moukoko wettmachte. „Es ist einfach schade, dass wir uns in dieser starken Phase nicht belohnt haben“, befand Michael Skibbe.

Wie aus dem Nichts fiel der Düsseldorfer Führungstreffer, der die Borussen zunächst etwas aus der Bahn warf. Obwohl Skibbe den Offensivbereich mit Reda Khadra weiter verstärkte, verteidigte Fortuna mit großem Einsatz den knappen Vorsprung. „Das ist jetzt schon ein ordentlicher Abstand zu den führenden Teams“, beschreibt Skibbe die Tabellensituation.Der BVB hat gegen vier Top-Mannschaften verloren (Köln, Mönchengladbach, Düsseldorf, Schalke) und lediglich Leverkusen deutlich geschlagen. Fast logisch, dass er nicht mehr der Spitzengruppe angehört.

Nächster Gegner am 23. November ist Alemannia Aachen.

BVB: Unbehaun – Terzi, Thaqi, Knoop (65. Khadra)), Göckan – Schlüsselburg (46. Amedick), Pherai – Knauff, Bakir (77. Hetemi), Reyna – Moukoko.

Wilfried Wittke