Das war ein Spieltag ganz nach dem Geschmack des BVB. Die Jungs von Michael Skibbe erfüllten mit dem 3:1-Sieg gegen den Wuppertaler SV ihre Pflicht, und sie profitierten dazu von überraschenden Niederlagen der Spitzen-Teams Fortuna Düsseldorf (0:1 gegen Bochum) und Borussia Mönchengladbach (1:2 auf Schalke). Sollten die Schwarzgelben am kommenden Sonntag ihr Nachholspiel bei Alemannia Aachen gewinnen, würden sie als Tabellenzweiter in die Winterpause gehen.

Beim 4:2-Sieg bei Preußen Münster am 27. Oktober hatte Youssoufa Moukoko seinen letzten Saisontreffer erzielt, Sonntag beendete er nach bereits acht Minuten diese „Durststrecke“: Nach feiner Vorarbeit von Ansgar Knauff drosch Borussias Torjäger den Ball unter die Latte zur 1:0-Führung. Genauso hatte sich der BVB den Auftakt vorgestellt. Doch im Gegensatz zum Hinspiel, dem 9:2 im Zoo-Stadion, brach der Wuppertaler SV nicht ein, sondern verteidigte äußerst geschickt und setzte auch den einen oder anderen Nadelstich. „Das war nicht so einfach. Wuppertal hat aggressiv und mutig gespielt“, lobte Michael Skibbe den Gegner.

Aber Schwarzgelb gab eindeutig den Ton an. Alaa Bakir zog in der 20. Minute aus der Distanz ab, WSV-Schlussmann Glenn Dohn ließ sich indes nicht überraschen. Moukoko bekam den Ball, nachdem sich Knauff wieder prima durchgesetzt hatte, nicht unter Kontrolle (31.), hier und da eröffneten sich weitere Halb-Chancen. Trotz aller Dominanz fehlten Borussias Offensivspiel letztlich ein Schuss Geschwindigkeit und Präzision. Und in der Defensivarbeit schlich sich die eine oder andere Nachlässigkeit ein. So verwunderte es nicht einmal, dass Wuppertal in der 36. Minute der Ausgleich durch einen von Ilyas Zhou verwandelten Elfmeter gelang. Den entscheidenden Fehler hatte Rilind Hetemi fabriziert.

Giovanni Reyna im Kader der Profis

Michael Skibbe, der den zuletzt herausragenden Giovanni Reyna für die Profis abstellen musste, modifizierte nach dem Wechsel das System im Mittelfeld. Er ersetzte Rilind Hetemi durch Felix Schlüsselburg. Der BVB spielte danach insgesamt druckvoller und zielstrebiger – und wurde in der 55. Minute belohnt. Im zweiten Versuch setzte Immanuel Pherai den Ball in die Maschen. Kurze Zeit später war der Doppelschlag perfekt: Moukoko gelang sein 20. Saisontor und damit die 3:1-Führung.

Der BVB schaukelte diesen Vorsprung sicher nach Hause. Mit Blick auf das Entscheidungsspiel in der UEFA Youth League am Dienstag (16 Uhr) gegen Slavia Prag gönnte Michael Skibbe seinen „Dauerspielern“ Pherai und Moukoko noch kleine Pausen. „Insgesamt war ich mit dem Auftritt absolut zufrieden – und am Ende haben wir auch souverän gewonnen“, freute sich der Cheftrainer über eine gelungene „Generalprobe“ vor dem Slavia-Gastspiel im Nachwuchs-Leistungszentrum Hohenbuschei-

Dienstag das Top-Spiel gegen Slavia Prag

Im letzten Gruppenspiel in der europäischen Junioren-Königsklasse muss vermutlich ein Sieg her, um in der Youth League überwintern zu können. Das Hinspiel hatte der BVB in Prag unglücklich mit 0:1 verloren. Ein Fragezeichen steht weiter hinter dem Einsatz des am Sprunggelenk leicht verletzten Luca Unbehaun, der gestern von Dominik Schönnenbeck vertreten wurde. Im zweiten Spiel stehen sich Inter Mailand und FC Barcelona gegenüber. Sollten die Italiener verlieren, würden sich Borussia und Slavia mit einem Unentschieden den Einzug in die Play-offs oder ins Achtelfinale sichern.

Spannender geht es kaum.

 

BVB: Schönnenbeck – Terzi, Ferjani, Thaqi, Göckan (63. Kuffour)– Pherai (80. Knoop), Hetemi (46. Schlüsselburg)– Knauff, Bakir, Khadra – Moukoko (83. Rauch).

Wilfried Wittke