Spannung pur vor dem letzten Gruppen-Spieltag in der UEFA Youth League: Der BVB erwartet um 16 Uhr Slavia Prag, zur gleichen Zeit trifft Inter Mailand auf den FC Barcelona. Die Konstellation verspricht einen dramatischen Nachmittag. Denn Inter, Slavia und Borussia führen die Tabelle mit neun Punkten an, Barcelona (3) ist abgeschlagen. Der Gruppenerste qualifiziert sich direkt für das Achtelfinale, der Zweite muss in die Play offs und trifft in dieser Runde auf eine Mannschaft, die in ihrem Land die Meisterschaft gewonnen hat, deren Profi-Team aber nicht in der Champions League vertreten ist.

Die Jungs von Michael Skibbe, die zuletzt in Barcelona einen 2:1-Triumph gefeiert haben, müssen das Duell mit Slavia gewinnen, um auf Nummer sicher zu gehen und in diesem größten europäischen Junioren-Wettbewerb  zu überwintern. Ein Unentschieden könnte für Gruppenplatz zwei reichen, wenn Inter (Sieger im direkten Vergleich mit dem BVB) gegen Barcelona keinen Punkt holt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Barcelona das Spiel abschenkt. Wir werden mit einem Ohr und Auge in Mailand sein“, verrät Michael Skibbe.

Das Hinspiel in Prag haben die Schwarzgelben etwas unglücklich mit 0:1 verloren. „Das ist eine gute Mannschaft, sehr stark im Umschalt- und Kopfballspiel“, beschreibt Skibbe den Gegner, der mit den Siegen in Barcelona (3:2) und gegen Inter Mailand (4:1) für zwei dicke Überraschungen gesorgt und sich so in eine hervorragende Ausgangsposition gespielt hat. In der 1. Division Tschechiens belegt sie bei einem Nachholspiel aktuell Rang fünf, bleibt aber auf Tuchfühlung mit Spitzenreiter Sparta Prag.

„So aggressiv und offensiv wie möglich“

„Wir werden so aggressiv und offensiv wie möglich spielen“, gibt Michael Skibbe seine Strategie preis und fügt hinzu: „Aber wir müssen defensiv immer konzentriert bleiben und Slavia nicht die Chance zum Kontern geben.“ Ähnlich hat der BVB seine Heimspiele gegen Barcelona (2:1) und Inter Mailand (2:1) gestaltet.

Personell steht dem Trainer der komplette Kader zur Verfügung. Das einzige Fragezeichen setzt Skibbe hinter dem Einsatz von Luca Unbehaun, ansonsten kann er aus dem Vollen schöpfen. Aus der U23 rückt Julius Schell in die Innenverteidigung. Obwohl dem Abwehrmann Spielpraxis fehlt, gehörte er in Barcelona zu den Leistungsträgern von Borussias U19. Jung-Tobias Raschl wird die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen, und Giovanni Reyna, der beim 5:0 der Profis gegen Fortuna Düsseldorf auf der Bank saß, übernimmt wieder eine Position im zentralen Mittelfeld, auf der er zuletzt herausragende Leistungen geboten hat.

Es winkt noch ein versöhnlicher Jahresabschluss

Sollte der BVB in der UEFA Youth League zum zweiten Male nach 2016/2017 die Gruppenphase überstehen und am Sonntag das Bundesliga-Nachholspiel bei Alemannia Aachen gewinnen, könnten die Jungs trotz einiger Enttäuschungen im Laufe der Hinrunde noch einen versöhnlichen Jahresabschluss feiern. Sie würden in diesem Falle als Tabellenzweiter in die Winterpause gehen, nur drei Zähler hinter dem 1. FC Köln, der in Münster nicht über ein 0:0 hinausgekommen ist.

Doch der Fokus ist erst einmal auf Slavia Prag gerichtet. „Wir wollen mit einem Sieg weiterkommen. Wir hoffen, dass uns viele Fans unterstützen“, baut Tobias Raschl auch auf den Heimvorteil – und Hilfestellung von der Tribüne. Die hat sich die Mannschaft mit ihren starken Auftritten in der Youth League redlich verdient.

Die voraussichtliche Aufstellung: Unbehaun (Schönnenbeck) – Terzi, Ferjani, Schell, Göckan – Pherai, Raschl – Knauff, Reyna, Bakir – Moukoko.

Wilfried Wittke