Borussias U19 hat noch einmal ein dickes Ausrufezeichen gesetzt, in der UEFA Youth League zum Abschluss der Gruppenphase Slavia Prag mit 5:1 besiegt und sich als Tabellenzweiter für die Play-off-Runde qualifiziert, die am 16. Dezember ausgelost wird. Direkt ins Achtelfinale eingezogen ist Inter Mailand mit einem 2:0-Erfolg gegen den FC Barcelona. „Wir haben unser Nahziel erreicht und überwintern in diesem Wettbewerb. Glückwunsch an Mannschaft und Trainer zu einer erneut starken Leistung“, strahlte Nachwuchskoordinator Lars Ricken. Das Play-off-Spiel muss der BVB auswärts bestreiten.

Vor einer stattlichen Kulisse und vielen Schlachtenbummlern aus Prag zeigte der BVB eine über fast die gesamte Distanz hoch konzentrierte und taktisch disziplinierte Leistung. Die Gäste aus Tschechien, die das Hinspiel noch mit 1:0 gewonnen und zuletzt mit Siegen in Barcelona und gegen Inter Mailand überrascht hatten, trugen mit einer durchaus ansprechenden fußballerischen Darbietung zu einem sehenswerten und unterhaltsamen Nachmittag im Nachwuchs-Leistungszentrum Hohenbuschei bei. „Prag war ein starker Gegner und hat uns in den ersten 20, 25 Minuten in der Abwehr richtig gefordert“, befand Michael Skibbe.

Slavia bot sich auch die erste große Chance der Partie durch Adam Toula, der indes in einer Eins-zu-eins-Situation am glänzend reagierenden Luca Unbehaun scheiterte. „Wir sind froh, dass Luca wieder spielen konnte. Er macht in vielen Szenen den Unterschied“, lobte Skibbe seine Nummer eins. Der BVB, der gut ins Spiel gekommen war, zeigte sich danach sichtlich beeindruckt – auch von der lautstarken Unterstützung der Slavia-Fans

Wie aus dem Nichts fiel die 1:0-Führung: Youssoufa Moukoko zog aus 25 Metern ab, der Ball wurde noch leicht abgefälscht und schlug im linken Winkel ein. Danach übernahmen die Schwarzgelben mehr und mehr die Initiative und das Kommando.

Doppelschlag durch Youssoufa Moukoko

Giovanni Reyna, der im Mittelfeld gemeinsam mit Tobias Raschl und einem an diesem Tag überragenden Immanuel Pherai die Glanzpunkte setzte, scheiterte zunächst an Torhüter Markovic (31.), danach setzte er mustergültig Moukoko in Szene, der Markovic keine Chance ließ und auf 2:0 erhöhte (34.). Borussias US-Boy, am vergangenen Samstag noch im Kader der Profis, traf selbst zum 3:0: Die perfekte Vorarbeit leistete Pherai, der sich auf der rechten Seite durchgesetzt und mit dem Außenrist in die Mitte gepasst hatte. „Ein richtig gutes Spiel unserer Mannschaft“, freute sich Edwin Boekamp, der Leiter der Nachwuchsabteilung.

Borussia behielt im zweiten Durchgang die Spielkontrolle, blieb hellwach und stabil. Youssoufa Moukoko suchte zwei Mal den Torabschluss (54./56. Minute), aber Treffer Nummer vier ging auf das Konto von Giovanni Reyna, der eine feine Kombination über Raschl und Pherai veredelte (59.). Das 5:0 wurde dann zu einer Co-Produktion der beiden Torschützen: Moukoko fing einen zu schwach geschossenen Freistoß ab, spielte den Ball weiter auf Reyna, der wiederum den durchgestarteten Moukoko bediente, gegen dessen Schuss Markovic machtlos war (64.). Das war einfach nur gut gespielt. „Wir haben im Spiel nach vorn schon erstklassige Qualität, aber auch in der Defensive kaum Nachlässigkeiten gezeigt,“, urteilte Michael Skibbe.

Julius Schell trotz Verletzung zur Dopingkontrolle

Slavia belohnte sich am Ende immerhin noch mit dem Anschlusstreffer. Cerv setzte sich gegen Ferjani durch, Toula vollstreckte zum 1:5 (74.). Ein weiteres Gegentor verhinderte Julius Schell, der sich anschließend nach einem Zusammenprall böse am Sprunggelenk verletzte und ausgewechselt werden musste. „Ich hoffe nicht, dass die Bänder in Mitleidenschaft gezogen worden sind“, bemerkte Michael Skibbe. Auf dessen völliges Unverständnis traf die Maßnahme der UEFA, Schell trotz der schweren Blessur zur Doping-Kontrolle zu holen.

Zum Jahresabschluss gastiert der BVB in der Bundesliga zum Nachholspiel bei Alemannia Aachen (Sonntag, 13 Uhr).

BVB: Unbehaun – Terzi, Ferjani, Schell (84. Kuffour), Göckan – Pherai (84. Schlüsselburg), Raschl – Knauff, Reyna (89. Amedick), Bakir (67. Khardra) – Moukoko.

Wilfried Wittke