Das war kein Vergnügen, weder für Spieler noch für Trainer, Betreuer oder die 180 Zuschauer, die trotz Dauerregens und Sturmböen den Weg ins Nachwuchs-Leistungszentrum gefunden hatten und mit immerhin sechs Toren entschädigt wurden. Der BVB feierte mit dem 5:1 gegen Viktoria Köln seinen siebten Sieg in Serie und behauptete damit seine Top-Position in der Bundesliga West.

„Die Jungs haben das unter diesen widrigen äußeren Bedingungen ordentlich gemacht“, befand Michael Skibbe. Dass Viktoria ein unangenehmer Gegner sein würde, hatte er schon im Vorfeld prophezeit. Und so kam es auch. Die Gäste stellten Borussias Offensiv-Abteilung zwei Abwehrketten gegenüber, markierten ihre Gegenspieler eng und versuchten auf diese Art und Weise, ihnen die Lust auf Fußball zu nehmen.

So dauerte es bis zur 22. Minute, bis es richtig gefährlich wurde im Viktoria-Strafraum. Sam-Calvin Kisekka holte Youssoufa Moukoko, der schon Torhüter Yannik Hasenbein ausgespielt hatte, von den Beinen. Schiedsrichter Felix Bahr bestrafte die Aktion mit einer Roten Karte und Elfmeter. Alaa Bakir, gewöhnlich ein sicherer Schütze, schoss indes zu unplatziert, so dass Hasenbein keine Mühe hatte, den Ball und auch den Nachschuss abzuwehren. Die aus dieser guten Tat resultierende Ecke führte indes zum 1:0. Maik Amedick führte sie aus, Moukoko schaltete blitzschnell und eröffnete den Torreigen.

Der BVB, der die Partie klar dominierte, ließ bis zum Pausenpfiff noch einige Möglichkeiten liegen. Hier nur eine kleine Auswahl: Maik Amedick schoss aus 16 Metern knapp vorbei , Ansgar Knauff, der von DFB-Trainer Christian Wörns zu einem Lehrgang der U18-Nationalmannschaft Anfang März eingeladen worden ist, schloss ein feines Solo zu ungenau ab, nach Reda Khadras Hereingabe scheiterte Moukoko an Hasenbein, und Felix Schlüsselburg fehlten bei seinem Distanzschuss nur Zentimeter zum Erfolg.

Bakir veredelte Sololauf mit dem Tor zum 3:0

Dank gegnerischer Hilfe stellte Borussia in der 51. Minute das Ergebnis auf 2:0. Knauff hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt, scharf nach innen gepasst, wo Felix Strauß den Ball vor dem einschussbereiten Youssoufa Moukoko über die Linie bugsierte. Alaa Bakir ließ nur 120 Sekunden später den nächsten Treffer folgen, als er einen Alleingang mit einem platzierten Abschluss veredelte. Das 4:0 ging auf das Konto von Niclas Koop, der bereits in der 31. Minute für Albin Thaqi eingewechselt wurde. Der Innenverteidiger hatte einen Zusammenprall mit Moukoko mit einer stark blutenden Lippe bezahlen müssen.

Die Gäste belohnten sich für ihren Kampfgeist in der 71. Minute mit dem Ehrentreffer durch Cihat Topata. Es war eine der ganz wenigen Szenen, in denen sich die Viktoria dem BVB-Strafraum genähert hatte. Topatas Schuss wurde gleich doppelt von Lloyd Kuffour und Mert Göckan abgefälscht. Es war das erste Gegentor im Jahr 2020. „Ich kann da keinem einen Vorwurf machen. Das war ein kurioser Treffer“, befand Skibbe. Den Schlusspunkt setzte Youssoufa Moukoko mit seinem 31. Saisontor. Der von Kuffour freigespielte Rilind Hetemi hatte zuvor den Pfosten getroffen.

Pherai gegen Leverkusen wieder im Kader

„Wir haben die Pflichtaufgabe gut gelöst, hätten aber deutlich höher gewinnen müssen“, urteilte Michael Skibbe, der sein Team nun auf das Top-Spiel am kommenden Samstag bei Bayer Leverkusen vorbereitet. Dann kehrt auch Immanuel Pherai in den Kader zurück. Der Mittelfeldspieler wurde, nachdem er gerade erst eine Sprunggelenkverletzung auskuriert hat, gegen Köln noch geschont. Leverkusen gelang am Wochenende ein 4:0-Sieg in Münster und wird alles versuchen, um sich gegen den BVB für die 1:6-Hinspiel-Niederlage zu revanchieren.

An der Tabellenspitze der Bundesliga West bleibt die Situation nach dem 18. Spieltag unverändert. Der 1. FC Köln führt punktgleich mit dem BVB (jeweils 42) vor Leverkusen und Borussia Mönchengladbach (beide 38) sowie Fortuna Düsseldorf (36). Schalke ist mit 34 Punkten Sechster.

BVB: Klußmann – Terzi, Ferjani (72. Kuffour), Thaqi (31. Knoop), Göckan -Amedick, Schlüsselburg (46. Hetemi) – Knauff, Bakir (/72. Rauch), Khadra – Moukoko.

Wilfried Wittke