Die Erfolgsserie bleibt bestehen und Borussia in der Rückrunde ungeschlagen: Innenverteidiger Albin Thaqi rettete in der Nachspielzeit mit seinem Treffer zum 3:3-Ausgleich dem insgesamt hoch überlegenen Team von Michael Skibbe einen Punkt im Top-Spiel bei Bayer Leverkusen.

Damit verliert der BVB (43) zwar zwei Zähler auf Tabellenführer Köln (45 Punkte), aber er hält den Nachwuchs des Werks-Vereins und Fortuna Düsseldorf auf Distanz (beide 39 Punkte). „Unser Ziel war es, den Vorsprung auf Leverkusen zu verteidigen. Das ist uns gelungen. Aber wir hätten uns gern ein bisschen abgesetzt“, resümierte Michael Skibbe. Diese Möglichkeit eröffnete sich den Borussen vor knapp 1 000 Zuschauern im Ulrich-Haberland-Stadion, aber sie ließen sie ungenutzt. „Wir hätten haushoch gewinnen müssen“, ärgerte sich der Cheftrainer. So bleibt es eng und überaus spannend an der Tabellenspitze der Bundesliga West.

Der Reihe nach: Neben Giovanni Reyna und Immanuel Pherai, der auch am kommenden Wochenende nicht zur Verfügung steht, musste der BVB Alaa Bakir ersetzen, der wegen einer schweren Erkältung das Abschlusstraining verpasst hatte. Damit fehlte das komplette Mittelfeld. Michael Skibbe ersetzte seine Leistungsträger durch Felix Schlüsselburg. Maik Amedick und Rilind Hetemi. Das Tor hütete Luca Unbehaun, der sich nach der Absage des U23-Spiels diesen Einsatz gewünscht hatte, um Spielpraxis zu erhalten.

Der BVB übernahm von Beginn an die Initiative. Leverkusen begann ängstlich, versteckte sich trotz der jüngsten Siegesserie wie das Kaninchen vor der Schlange und ließ eine Menge Torchancen des Gegners zu, die die Schwarzgelben reihenweise vergaben. Die größte vergab Youssoufa Moukoko, der vor dem leeren Tor ausgerutscht war.

Youssoufa Moukoko traf zur 1:0-Führung

Borussias Torjäger war in der 31. Minute allerdings zur Stelle, als Bayer ihn mit einem krassen Abwehrfehler zu seinem 32. Saisontreffer eingeladen hatte. Ansgar Knauff schloss in der 40. Minute eine sehenswerte Einzelleistung mit einem Distanzschuss zum 2:0 ab. „Diese Führung hat unsere Überlegenheit nicht ansatzweise ausgedrückt“, haderte Michael Skibbe schon beim Seitenwechsel mit der schwachen Chancenverwertung.

Ärgerte er sich da noch über seinen sonst so treffsicheren Offensivbereich, so standen ihm später wegen einer unzureichenden Defensivleistung die Haare zu Berge. „Wir haben bei allen Gegentreffern Schützenhilfe geleistet und miserabel verteidigt“, kritisierte er Fehlleistungen, die er glaubte, in den letzten Trainingswochen endgültig abgestellt zu haben. Borussias Gastgeschenke nutzten Marco Wolf (65.), Florian Wirtz (71.) und der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Abdul Fesenmeyer (79.) zu drei Toren.

Positionswechsel zahlten sich am Ende aus

Es spricht indes für die Moral der Mannschaft, dass sie sich nicht hatte unterkriegen lassen. Skibbe wechselte Malte Wengerowski auf der rechten Defensivseite ein – und das komplette zentrale Mittelfeld aus. Albin Thaqi machte Druck aus der Zentral-Position, Ramzi Ferjani stürmte in vorderster Linie neben Julius Rauch und Youssoufa Moukoko. Das Risiko zahlte sich aus. Denn Albin Thaqi erzielte mit einem wuchtigen Distanzschuss in der ersten Minute der Nachspielzeit das hoch verdiente 3:3.

„Unter dem Strich habe ich 15:3 Torchancen gezählt. Wenn man aber in der Nachspielzeit noch den Ausgleich erzielt, muss man sogar von einem Punktgewinn sprechen“, bilanzierte Skibbe, der am kommenden Sonntag gegen RW Oberhausen auf den Wiedereinsatz von Alaa Baki hofft.

BVB: Unbehaun – Terzi (81. Wengerowski), Ferjani, Thaqi, Göckan – Schlüsselburg (87. Kuffour), Amedick (87. Knoop) – Knauff, Hetemi (76. Rauch), Khadra – Moukoko

Wilfried Wittke