Die Erfolgsserie ausgebaut und den zweiten Tabellenplatz verteidigt: Borussias U19 hat die Pflichtaufgabe gegen RW Oberhausen mit einem 3:0-Sieg schmucklos gelöst. In einem unspektakulären Spiel fiel die Entscheidung erst in der Schlussphase durch Youssoufa Moukoko, der in der 86. und 88. Minute seine Saisontreffer 33 und 34 erzielte. Damit stellte der 15-Jährige einen neuen Torrekord in der A-Junioren Bundesliga auf. Für die 1:0-Führung hatte Alaa Bakir mit einem kurz vor dem Pausenpfiff verwandelten Foulelfmeter gesorgt.

Es war eine gute Einstimmung auf das Derby am kommenden Sonntag in Gelsenkirchen: Oberhausen nahm, wie es auch von Schalke 04 zu erwarten ist, mit aggressivem Anlaufen und robuster Zweikampfführung den Jungs um Kapitän Alaa Bakir die Lust auf Fußball. Von Trainer Dimitrios Pappas taktisch bestens eingestellt, unterbanden sie mit hohem läuferischen Aufwand das Dortmunder Kombinationsspiel und verhinderten Zuspiele in Richtung der sonst so gefährlichen Ansgar Knauff und Youssoufa Moukoko, deren Ballkontakte lange an den Fingern der beiden Händen abzuzählen waren. Dazu fiel auch den BVB-Mittelfeldspielern herzlich wenig ein, um ihre Offensiv-Strategen erfolgreich in Szene zu setzen.

„Gegen eine tief stehende Mannschaft haben wir vor allem in der ersten Halbzeit nicht gut und ein bisschen pomadig gespielt. Es fehlten Tempo und Bewegung“, urteilte Michael Skibbe, der schon in der Halbzeit wechselte und Rilind Hetemi ins Mittelfeld stellte, um etwas Kreativität ins Spiel zu bringen. Die Höhepunkte ließen sich bis dahin auf der Rückseite einer Briefmarke festhalten. Gefahr drohte Oberhausen allein vom unternehmungslustigen Reda Khadra, der in der Schlussphase des ersten Durchgangs auch für den Elfmeter verantwortlich zeichnete. Ayoub Erraji hatte den Dortmunder Außenspieler in erfolgversprechender Situation von den Beinen geholt, und Alaa Bakir den Strafstoß unhaltbar verwandelt.

Rilind Hetemi bereitete zwei Tore vor

Nach dem Wechsel erhöhte der BVB Druck und Spielgeschwindigkeit, ohne lange Zeit wirklich gute Chancen herauszuspielen. Oberhausen verteidigte leidenschaftlich und versuchte, den einen oder anderen Nadelstich zu setzen. Eine sehr gute Konterattacke unterband Malte Wengerowski mit großem Einsatz gegen Furkan Cakman (65.), ansonsten hielt Borussias Abwehr den Gegner meist vom Strafraum fern. Wengerowski hatte in der Startformation den Vorzug gegenüber Emir Terzi erhalten und musste in der 75. Minute mit einer Knöchelverletzung den Platz verlassen.

Als bei den Gästen die Kräfte schwanden, schlug Borussia entscheidend zu. Youssoufa Moukoko, der sich bis dahin dezent zurückgehalten hatte, verwertete Zuspiele von Rilind Hetemi zu zwei Treffern. „Da haben wir  schnörkellos und schnell gespielt, beide Tore waren sehenswert“, befand Michael Skibbe, der für das Derby eine deutliche Leistungssteigerung einfordert: „Schalke wird ähnlich wie Oberhausen taktieren. Allerdings hat diese Mannschaft eine ganz andere Qualität“, sagt Michael Skibbe, der dann auf den Wiedereinsatz seines seit Wochen verletzten Mittelfeld-Strategen Immanuel Pherai hofft.

Die Schalker, die im Hinspiel mit 4:0 triumphiert hatten, müssen nach dem 1:1 in Münster wohl alle Hoffnungen begraben, in die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft einzuziehen. Jetzt bewerben sich noch vier Teams um die zwei Qualifikationsplätze: Köln (48 Punkte), BVB (46), Mönchengladbach (44) und Leverkusen (42).

BVB: Klußmann – Wengerowski (75. Terzi), Ferjani (63. Knoop), Thaqi, Göckan – Schlüsselburg (46. Hetemi), Amedick – Knauff (68. Rauch), Bakir, Khadra – Moukoko.

Wilfried Wittke