Ein solches Erfolgserlebnis hatten sie sich nach vierwöchigem Training gewünscht. „Ich bin sehr zufrieden. Dafür, dass die Jungs vier Monate nicht spielen durften, war es ansehnlich und souverän“, stellte Edwin Boekamp, der Leiter der BVB-Nachwuchsabteilung, der U19 nach dem Test gegen den ASC 09 Dortmund ein gutes Zeugnis aus – und schloss den neuen Mann an der Seitenlinie mit ein: „Ich habe eine engagierte Mannschaft, aber auch einen sehr engagierten Trainer gesehen.“

Mike Tulberg, der bisherige U23-Trainer, hat sein Team tatsächlich in eine bemerkenswerte Verfassung gebracht. „Mike zeigt, dass er Spieler weiterentwickeln will und kann. Er hat zu ihnen einen guten Draht gefunden“, freut sich Boekamp über das neue Miteinander auf dem Platz und außerhalb. Beim Doppel-Erfolg über den Senioren-Oberligisten (2:0/4:1) wiederum imponierte Mike Tullberg, „dass die Jungs im Spiel gegen den Ball sehr präsent waren, als Mannschaft aufgetreten sind und auch körperlich gegen ein Männer-Team mitgehalten haben, obwohl wir einige noch für die U17 Spielberechtigte eingesetzt hatten. Dass wir im fußballerischen Bereich Vorteile haben würden, war zu erwarten.“ Dennoch hält er den Ball nach dem ersten Test verbal flach: „Das war überzeugend, aber wir sollten es nicht überbewerten.“ Auch Boekamp befand trotz aller Komplimente: „Es gibt noch Luft nach oben.“

Das nächste Spiel steigt am Mittwoch, 11 Uhr, ebenfalls im Stadion Hohenhorst in Recklinghausen, gegen die U19 des FV Hombruch. Noch ist nicht geklärt, nach welchen Regularien die Partie stattfindet. Gegen den ASC 09 hatte man sich in Abstimmung mit dem Fußball-Verband Westfalen und entsprechend den Corona-Regeln auf zwei Spiele über jeweils 50 Minuten mit einstündiger Pause geeinigt.

Mike Tullberg rechnet Mittwoch wieder mit Tim Böhmer und Lloyd Kuffour, die wegen leichter Blessuren ausgefallen waren. Ab dem Wochenende gönnt er den Jungs noch eine trainingsfreie Woche, bevor er die heiße Phase der Vorbereitung mit Blick auf den am 19./20. September geplanten Bundesliga-Start einläutet. Das nächste Testspiel steigt am Sonntag, 16. August, gegen Kickers Offenbach.

Moukoko und Knauff zu den Profis

Ob Mike Tullberg dann noch Youssoufa Moukoko und Ansgar Knauff einsetzen kann, darüber wird BVB-Cheftrainer Lucien Favre entscheiden. Moukoko wechselt komplett in den Trainingsbetrieb der Profis, das Ausnahme-Talent kann aber erst ab 20. November, nach seinem 16. Geburtstag, in den Profi-Kader aufrücken und soll bis dahin bei den A-Junioren spielen.

Noch ungeklärt ist die Situation um Ansgar Knauff. Auch der technisch beschlagene und schnelle Außenspieler absolviert einen Schnupperkurs bei den Profis und reist mit ins Trainingslager nach Bad Ragaz. Danach wird sich Favre festlegen, ob er Knauff schon in der Saison 2020/21 in seine personellen Planungen einbezieht, der Hochbegabte in die U19 zurückkehrt oder für die U23 aufläuft, die sich in diesem Jahr ambitionierte Ziele steckt. Youssoufa Moukoko wäre für die U23 übrigens nicht spielberechtigt, weil die Senkung der Altersgrenze auf 16 Jahre nur für die Bundesliga gilt.

Wie auch immer es mit Moukoko und Knauff weitergeht: Edwin Boekamp sieht den BVB in allen Altersklassen für die Saison gerüstet. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind gut aufgestellt", versichert er. 

Borussias Teams in den Spielen gegen den ASC 09 Dortmund:

Spiel 1

BVB U19: Klußmann – Semic, Collins, Thaqi, Meier – El-Zein, Lütke-Frie, Amedick – Mata, Moukoko, Bamba

Tore: 1:0 Moukoko (10.), 2:0 ET Friedrich (27.)

 

Spiel 2

BVB U19: Ostrzinski - Heimann, Cisse, Kleine-Bekel, Meier (25. Mata) - Hetemi, Gürpüz, Rauch – Knauff, Fink, Gencoglu.

Tore: 1:0 Hetemi (8.), 2:0 Knauff (11.), 3:0 Rauch (25.), 4:0 Rauch (43.), 4:1 Schneck (46.).

(wiwi)